Bei Brustkrebs der Chemotherapie überlegen: PARP-Hemmer bei BRCA-Mutationsträgern

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Zielgerichtete Medikamente sind bei BRCA-Mutationsträgern der Chemotherapie überlegen
Die Behandlung von hormonrezeptorpositivem (HR+), HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Nach dem heute üblichen Standard erhält die große Mehrheit der Patienten in der Erstlinie neben einer Hormontherapie CDK4/6-Hemmer wie Palbociclib, Ribociclib oder Abemaciclib. Diese zielgerichteten Medikamente halten die Erkrankung lange unter Kontrolle.
Eine der häufigsten Fragen in der Onkologie lautet jedoch: „Was kommt als Nächstes, wenn die Erstlinientherapie nicht mehr wirkt?“
Bisher wechselte man an diesem Punkt meist zur Chemotherapie oder versuchte andere Hormonmedikamente. Eine neue, am 13. Dezember 2025 in npj Breast Cancer veröffentlichte Studie liefert jedoch wegweisende Ergebnisse für Patienten mit erblicher BRCA-Mutation in der Keimbahn. Die Daten zeigen, dass in dieser besonderen Gruppe der Einsatz von PARP-Hemmern anstelle einer Chemotherapie die Dauer der Krankheitskontrolle verdoppeln kann.
Studiendetails: Daten aus dem Versorgungsalltag
Diese multizentrische italienische Studie untersuchte Patienten mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation, deren Erkrankung nach Erstlinientherapie mit einem CDK4/6-Hemmer plus Hormontherapie fortgeschritten war. Die Daten von 81 Patienten mit metastasiertem Brustkrebs wurden ausgewertet. Es handelte sich um keine klinische Interventionsstudie, sondern um eine Analyse von Real-World-Daten, die tatsächliche Behandlungserfahrungen aus Krankenhäusern widerspiegeln.
Die Forschenden teilten die Zweitlinienbehandlungen nach Versagen der ersten Therapie in vier Hauptgruppen ein und verglichen die Ergebnisse:
- PARP-Hemmer (zielgerichtete Medikamente in Tablettenform)
- Einzelwirkstoff-Chemotherapie (Monochemotherapie)
- Kombinationschemotherapie (Polychemotherapie mit intensiveren Schemata)
- Alleinige Hormontherapie (endokrine Therapie)
Ergebnisse: PARP-Hemmer liegen deutlich vorn
Die Analyse zeigte, dass PARP-Hemmer bei BRCA-mutierten Patienten nach einem CDK4/6-Hemmer eindeutig die wirksamste Option waren.
Mediane Dauer der Krankheitskontrolle (Monate)
Wie verändern diese Ergebnisse Ihren Behandlungsplan?
Wenn Sie wegen metastasierten Brustkrebses behandelt werden, hat diese Studie zwei wichtige Botschaften für Sie:
- 1. Bedeutung der genetischen Untersuchung (BRCA-Test) Im Verlauf Ihrer Erkrankung sollte unbedingt ein BRCA-Gentest erfolgen. Tragen Sie diese Mutation, steht eine wesentlich wirksamere Therapie als Chemotherapie mit besser handhabbaren Nebenwirkungen in Tablettenform zur Verfügung. Das Testergebnis ist der Kompass für den nächsten Behandlungsschritt.
- 2. Therapiesequenz: früher Einsatz ist günstiger Die Studiendaten zeigen den größten Erfolg, wenn PARP-Hemmer unmittelbar nach Ende der ersten Behandlung mit CDK4/6-Hemmern in der zweiten Linie eingesetzt werden. Werden sie für die 3. oder 4. Linie aufgespart, kann ihre Wirksamkeit auf die Hälfte sinken.
- Zattarin E, Marra A, Palazzo A, et al. Real-world effectiveness of PARP inhibitors after CDK4/6 inhibitor therapy in BRCA-mutated HR-positive/HER2-negative advanced breast cancer. npj Breast Cancer. 2025;11:145. Published 13 December 2025.
- Robson M, Im SA, Senkus E, et al. Olaparib for Metastatic Breast Cancer in Patients with a Germline BRCA Mutation. N Engl J Med. 2017;377:523-533. (OlympiAD Trial)
- Litton JK, Rugo HS, Ettl J, et al. Talazoparib in Patients with Advanced Breast Cancer and a Germline BRCA Mutation. N Engl J Med. 2018;379:753-763. (EMBRACA Trial)
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