Magenschutzmittel können beim Glioblastom die Überlebenszeit beeinträchtigen

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Übersehene Gefahr bei der Glioblastombehandlung: Können „harmlose“ Magenschutzmittel (PPI) das Leben verkürzen?
Bei Patienten mit der aggressiven Hirntumorform Glioblastom (GBM) ist Kortison (Steroidtherapie) ein unverzichtbarer Standard, um tumorbedingte Schwellung und Druck zu verringern. Um den Magen vor den schädlichen Kortisonwirkungen zu schützen, erhalten jedoch fast alle Patienten automatisch „Magenschutzmittel“ (Protonenpumpenhemmer – PPI). In der Onkologie ist dies eine kaum hinterfragte Routine.
Was aber, wenn diese Medikamente zum Schutz der Patienten in Wirklichkeit den Tumor schützen?
Eine am 25. November 2025 in JAMA Network Openveröffentlichte große Metaanalyse mit rund 3000 Patienten bestätigt diese beunruhigende Möglichkeit. Sie zeigte, dass bestimmte Magenschutzmittel wie Omeprazol und Pantoprazol bei Glioblastompatienten sowohl das Fortschreiten beschleunigen als auch die Gesamtüberlebenszeit verkürzen. Der Beitrag legt nahe, unsere Verordnungen genauer zu prüfen.
Mechanismus: Wie schützt ein Magenmedikament einen Hirntumor?
Dieser Zusammenhang beruht auf einer molekularen Wechselwirkung unabhängig von der Wirkung des Medikaments im Magen.
Einzelheiten der Untersuchung: Große Analyse mit 3000 Patienten
Das Team um Dr. Emilie Le Rhun von der Universität Zürich untersuchte einzeln die Daten von 5 großen randomisierten klinischen Studien mit insgesamt 2981 neu diagnostizierten Glioblastompatienten. Medikamenteneinnahme und Überleben wurden mit der präzisen Methode der „Landmark-Analyse“ verglichen.
- Patientengruppe: Medianes Alter 58 Jahre, 62 % männlich.
- Medikamente: Die Patienten wurden nach „starken ALDH-Aktivatoren“ (Omeprazol/Pantoprazol) und „anderen Magenmedikamenten“ (H2-Blocker/Antazida) eingeteilt.
- Zeitpunkt: Die Arzneimittelwirkung wurde zu Therapiebeginn, während der Behandlung und in der Erhaltungsphase getrennt erfasst.
Analyseergebnisse: PPI-Einnahme schafft Risiken
Die folgenden Werte zeigen, um wie viel höher das Risiko mit PPI gegenüber einer Behandlung ohne PPI ist.
Orientierung für Ärzte und Patienten
Die Botschaft der Studie ist klar: „Keine möglicherweise schädliche Option verwenden, wenn vermutlich unschädliche Alternativen verfügbar sind.“
- Le Rhun E, Sain D, Erridge SC, et al. Proton Pump Inhibitor Use and Survival in Patients With Newly Diagnosed Glioblastoma: A Secondary Analysis of Randomized Clinical Trials. JAMA Network Open. 2025;8(11):e2545578. Published November 25, 2025.
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