Warum ist eine durchgehende 24-Stunden-Onkologieversorgung nötig, und welche Vorteile bietet sie?

In diesem Artikel
Eine Krebserkrankung ist für Betroffene und ihre Familien nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und wirtschaftlich belastend. Eine kontinuierliche, hochwertige Versorgung kann die Lebensqualität verbessern und zugleich das Gesundheitssystem entlasten. Ist eine onkologische Versorgung rund um die Uhr, also über 24 Stunden, möglich, und welche Wirkung hat sie?
Die 24-Stunden-Onkologieambulanz: ein neues Modell für bessere Versorgung
Ein Klinikmodell mit 24-Stunden-Service für Krebspatienten wird weltweit nur in wenigen Zentren angeboten. Eines ist das Froedtert and Medical College of Wisconsin Clinical Cancer Center in den USA, das mit seinem 24-Stunden-Angebot bemerkenswerte Erfolge erzielte. Sein Motto lautet: „Richtiger Ort, richtige Fachkraft, richtiger Zeitpunkt: die 24-Stunden-Krebsambulanz“.

Vorteile der 24-Stunden-Onkologieambulanz
Eine 24 Stunden geöffnete Onkologieambulanz soll unnötige Notaufnahmebesuche vermeiden, Kosten senken und den Ressourceneinsatz des Personals optimieren.
Die Grundlagen des Modells dieser US-Klinik sind:
- Kostenvorteil für Patienten: Behandlungen zu ambulanten Tarifen verschafften Krebspatienten einen deutlichen wirtschaftlichen Vorteil.
- Wirksamerer Ressourceneinsatz: Ein spezialisiertes Team, das die individuellen Therapieregime kennt, vermied unnötige Tests und senkte den Ressourcenverbrauch.
- Kontinuierliche und integrierte Versorgung: Patienten mit weiterem Behandlungsbedarf können unkompliziert in die Notaufnahme desselben Gebäudes weitergeleitet oder bei Bedarf stationär aufgenommen werden.
Herausforderungen überwinden: einen neuen Ansatz etablieren
Das 24-Stunden-Modell stieß auf einige Schwierigkeiten.
- Räumlichkeiten: Die Klinik musste einen Teil der stationären Behandlungsbereiche im Krankenhaus dafür bereitstellen.
- Patientenschulung: Die Patienten lernten, bei Problemen zuerst ihr Behandlungsteam zu kontaktieren, statt direkt in die Notaufnahme zu gehen.
- Ärzte überzeugen: Einige Ärzte hielten das Modell zunächst für unnötig, wurden jedoch durch die Daten überzeugt. Weniger unnötige Tests in der Notaufnahme und niedrigere Kosten stärkten das Vertrauen.
Durch Daten gestützter Erfolg
Folgende Beobachtungen verdeutlichen den Erfolg:
- Weniger Notaufnahmebesuche: Krebspatienten verbrachten weniger Zeit in der Notaufnahme.
- Weniger stationäre Aufnahmen: Für nicht dringliche Situationen wurden Alternativen angeboten.
- Patientenzufriedenheit: Die Patienten berichteten, dank der Sicherheit einer jederzeit erreichbaren Versorgung besser mit ihrer gesundheitlichen Situation umgehen zu können.
Überall umsetzbar? Andere Möglichkeiten
Nicht jedes Zentrum kann eine derart umfassende Ambulanz einrichten. Folgende Vorschläge können dennoch vielerorts die Versorgung verbessern:
- Patienten informieren: Erklären Sie klar, was bei Problemen zwischen den Terminen zu tun ist.
- Kapazität für Termine am selben Tag schaffen: Gestalten Sie den Tagesplan flexibel genug für dringliche Anliegen.
- Personal zuweisen: Ein Team, das die Situation der Patienten gut kennt, verbessert die Qualität der Hilfe.
- Daten analysieren: Untersuchen Sie die Gründe von Notaufnahmebesuchen und ergreifen Sie Maßnahmen gegen unnötige stationäre Aufnahmen.
Fazit: die Bedeutung einer 24-Stunden-Onkologieversorgung
Kontinuität ist für Patienten und Versorgungsteams entscheidend. Die 24-Stunden-Onkologieambulanz ist ein bemerkenswertes Beispiel für bessere Ergebnisse bei Krebs. Sie verbindet Kosteneffektivität, höhere Zufriedenheit und effizienteren Ressourceneinsatz.
Nicht jede Einrichtung kann einen solchen Service anbieten, doch auch mit vorhandenen Mitteln lassen sich wirksame Versorgungsmodelle schaffen. Bei Krebs zählt jede Stunde und sogar jede Minute. Eine jederzeit erreichbare Unterstützung kann deshalb ein entscheidender Schritt zu besserer Lebensqualität sein.
Quellen
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