Ein nach dem 2. Krebs grundlegend verändertes Leben – die Geschichte der Sängerin Amelie Beyries

Nach ihrer Krebsdiagnose hatte Amelie Beyries das Gefühl, ihr Leben gleite ihr aus den Händen.
Erstmals wurde bei ihr mit 28 Krebs diagnostiziert. Sie dachte, nach der Behandlung würde alles besser werden. Doch es geschah vieles, womit sie nicht gerechnet hatte.
Die in Kanada geborene Popsängerin und Songschreiberin Beyries (ausgesprochen Bay-riss) erregte mit ihrem 2017 veröffentlichten Album Landing viel Aufmerksamkeit. Ihr Weg zum Gesang und Songschreiben hat jedoch eine ungewöhnliche Geschichte.
"Das Wichtigste am Krankwerden war für mich zu erkennen, wie verletzlich ich bin”
Landing ist voller melancholischer Lieder. Manche sind von der Dunkelheit der hilflosesten Lebensstunden geprägt, andere ein Funke Hoffnung aufs Überleben. Jedes Stück trägt das emotionale Gewicht einer Frau, die Schmerz erfahren hat.
"Hätten Sie mich vor 10 Jahren gekannt: Ich war jemand, der nie weinte” sagt sie und wischt die Tränen weg, während sie über ihre Krebsbehandlungen erzählt. "Vor meiner Erkrankung war ich ein sehr kontrollierender Mensch” fügt sie hinzu.
Damals arbeitete sie in Alt-Montreal in einem anspruchsvollen, schnelllebigen PR-Beruf und verbrachte ihre Freizeit auf Partys mit Kollegen und Kunden. Dieses hektische Leben änderte sich plötzlich durch einen Knoten in ihrer Brust. Nach einem Arztbesuch wurde eine aggressive Brustkrebsart diagnostiziert, und sie wurde sofort zur Chemotherapie einbestellt.
Diese siebenmonatige Behandlung endete mit einer partiellen Mastektomie und zwei Monaten Strahlentherapie.
Diese Tage waren nicht leicht, doch Beyries erinnert sich, dass sich ihr Blick auf das Leben und ihre Lebensfreude veränderten.
Sie ließ ihre Arbeit hinter sich und kaufte ein Berghaus, um etwas in sich hineinzuhören und den Kopf frei zu bekommen. Es bot gerade genug Platz für ein Klavier, das sie von ihrer nie kennengelernten Großmutter geerbt hatte.
Beyries hatte sich als Jugendliche mit Musik beschäftigt, jedoch nur sehr amateurhaft. In ihrem neuen Berghaus erhielt sie neue musikalische Inspiration.
Später wurde eines ihrer Lieder zusammen mit ihrer Brustkrebsgeschichte in einem lokalen Modemagazin vorgestellt. Dies war eine bedeutungsvolle Geste für Beyries, doch sie dachte nicht daran, eine Musikkarriere zu beginnen. Endlich kehrte ihr Leben wieder zur früheren Normalität zurück, und sie brauchte keine weiteren Turbulenzen.
Einige Monate später bemerkte man ein Krebsrezidiv. Die Ärzte sagten, sie brauche erneut Behandlung.
"Beim ersten Mal wissen Sie nicht, was Sie erwartet" erzählt sie und fährt fort "Beim zweiten Mal wissen Sie es, und das hat mir große Angst gemacht."
Nach der vollständigen operativen Entfernung ihrer linken Brust fiel die Erholung diesmal nicht leicht.
Ohne feste Arbeit hatte sie finanzielle Schwierigkeiten, und ihr traumhaftes Berghaus musste verkauft werden. Weil sich nicht schnell ein Käufer fand, war sie bankrott.
"Alles war ein einziges Durcheinander" erinnert sie sich.
In dieser sehr dunklen depressiven Phase, als sie jeden Glauben verloren hatte, versank Beyries in ihr Klavier und schrieb ihr Lied „Allein“.
Sie war fest davon überzeugt, niemand solle ihre Aufnahmen hören. Ihre Freunde überredeten sie jedoch zur Veröffentlichung.
Ihre Lieder gelangten zum Montrealer Produzenten Alex McMahon, der Beyries ins Studio einlud, um ihre Gefühle zu öffnen/zu verbreiten. Gemeinsam arbeiteten sie an Liedern von Fleetwood Mac, Elton John und Cat Stevens aus den 1970er-Jahren.

„Landing“ repräsentiert auch drei Generationen von Frauen ihrer Familie, die alle an seiner Entstehung beteiligt waren. Jedes Bild auf dem Albumcover hat eine Bedeutung: das Klavier der Großmutter, ein von der Mutter getragener Schmetterlingsträger und eine Sanduhr als Symbol des Lebens.
Zu Zukunftsplänen sagt Beyries, es sei schwer, über die Zukunft zu sprechen. Sie schreibe Lieder für ein zweites Album, denke jedoch nicht gern zu weit voraus. Trotz etwa 1 Jahr Krankheitsfreiheit (Remission) hatte sie bereits gelernt, dass langfristige Pläne nichts für sie sind.
"Ich versuche, mich nur auf das zu konzentrieren, was gerade geschieht", sagt sie.
Die ganze Welt hatte Beyries durch die Musik des Films mit Will Smith in der Hauptrolle, Verliere die Hoffnung nicht - The Pursuit of Happyness , kennengelernt.
Quellen
News/Toronto – metronews.ca
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