Erste Covid-19-Impfstoffzulassung durch die FDA: BioNTech

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Einer der wichtigsten Schritte für die öffentliche Gesundheit in der Geschichte …
Am 28. August 2021 erteilte die FDA (US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde) die erste Zulassung eines Covid-19-Impfstoffs. Zuvor hatte die FDA die Verwendung dieser Impfstoffe im Rahmen einer „Notfallzulassung“ unterstützt; nun wurde die erste „reguläre Zulassung“ erteilt. Der von Uğur Şahin, Özlem Türeci und ihren Teams entwickelte und als Pfizer-BioNTech bekannte Impfstoff wird nun zur Vorbeugung einer Covid-19-Erkrankung bei Personen ab 16 Jahren unter dem Namen Comirnaty eingesetzt. Für Kinder zwischen 12 und 15 Jahren sowie für die Verabreichung einer dritten Dosis bei bestimmten Personen mit Immunschwäche bleibt der Impfstoff außerdem im Rahmen einer Notfallzulassung verfügbar.
Dass ein Impfstoff von der FDA zugelassen ist, bedeutet für manche nun völliges Vertrauen darin, sich damit impfen zu lassen
Die FDA-Vertreterin Janet Woodcock erklärte zu dieser Zulassung: „Die Zulassung dieses Impfstoffs durch die FDA ist ein Wendepunkt in unserem fortdauernden Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Obwohl dieser und andere Impfstoffe als erster von der FDA zugelassener Covid-19-Impfstoff die strengen wissenschaftlichen Standards der FDA für eine Notfallzulassung erfüllt haben, kann die Öffentlichkeit außerdem sehr sicher sein, dass dieser Impfstoff die hohen Standards für Sicherheit, Wirksamkeit und Herstellungsqualität erfüllt, die die FDA für die Zulassung eines Produkts voraussetzt. Obwohl sich Millionen Menschen sicher gegen Covid-19 haben impfen lassen, wissen wir, dass die FDA-Zulassung eines Impfstoffs für manche nun völliges Vertrauen darin bedeutet, sich damit impfen zu lassen. Der heutige Meilenstein bringt uns der Veränderung des Verlaufs dieser Pandemie einen Schritt näher.“
Seit dem 11. Dezember 2020 wurde der Covid-19-Impfstoff von Pfizer-BioNTech Personen ab 16 Jahren im Rahmen einer Notfallzulassung verabreicht; am 10. Mai 2021 wurde die Genehmigung auf Kinder zwischen 12 und 15 Jahren ausgeweitet. Die FDA kann bei gesundheitlichen Notlagen Notfallzulassungen nutzen, um Zugang zu medizinischen Produkten zu ermöglichen, die zur Vorbeugung, Diagnose oder Behandlung einer Krankheit wirksam sein könnten. Voraussetzung ist die Feststellung der FDA, dass die bekannten und potenziellen Vorteile eines Produkts bei seiner Verwendung zur Vorbeugung, Diagnose oder Behandlung die bekannten und potenziellen Risiken überwiegen.
Von der FDA zugelassene Impfstoffe durchlaufen das Standardverfahren der Behörde zur Prüfung der Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Produkte. Bei allen Impfstoffen bewertet die FDA die Daten und Informationen im Antrag des Herstellers auf eine biologische Zulassung (BLB). Der BLB ist ein umfassendes, bei der Behörde eingereichtes Dokument, das sehr spezifische Anforderungen erfüllt.
Wie wirkt Comirnaty?
Comirnaty enthält Boten-RNA (mRNA), eine Art genetischen Materials. Diese mRNA wird vom Körper verwendet, um eines der Proteine des Virus nachzubilden, das Covid-19 verursacht. Dadurch wird erreicht, dass das Immunsystem einer geimpften Person schützend auf das Covid-19 verursachende Virus reagiert. Die mRNA in Comirnaty befindet sich nur kurze Zeit im Körper und wird weder in das genetische Material der Person eingebaut noch verändert sie dieses. Comirnaty hat dieselbe Formulierung wie der Impfstoff mit Notfallzulassung und wird als Serie aus zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verabreicht.

Peter Marks, Leiter des FDA-Zentrums für die Bewertung und Erforschung biologischer Produkte, erklärte zu dem rasch zugelassenen Impfstoff: „Unsere wissenschaftlichen und medizinischen Fachleute haben diesen Impfstoff äußerst umfassend und sorgfältig bewertet. Wir haben wissenschaftliche Daten und Informationen auf Hunderttausenden Seiten ausgewertet, eigene Analysen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Comirnaty durchgeführt und die Herstellungsverfahren einschließlich der Inspektionen von Produktionsstätten detailliert beurteilt. Wir haben auch berücksichtigt, dass die durch Covid-19 ausgelöste Krise der öffentlichen Gesundheit in den Vereinigten Staaten anhält und die Bevölkerung auf sichere und wirksame Impfstoffe vertraut. Die Öffentlichkeit und die medizinische Gemeinschaft können sicher sein, dass dieser Impfstoff trotz seiner raschen Zulassung vollständig unseren bestehenden hohen Standards für Impfstoffe in den Vereinigten Staaten entspricht.“
FDA-Bewertung der Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten für die Zulassung ab 16 Jahren
Die am 11. Dezember erteilte erste Notfallzulassung für den Covid-19-Impfstoff von Pfizer-BioNTech bei Personen ab 16 Jahren beruhte auf Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten einer randomisierten, kontrollierten und verblindeten klinischen Studie mit Tausenden Personen. Zur Unterstützung der heutigen Zulassungsentscheidung prüfte die FDA aktualisierte Daten aus der klinischen Studie, die die Notfallzulassung gestützt hatte und eine längere Nachbeobachtung in einer größeren Studienpopulation umfasste.
Bei ihrer speziell auf die Zulassung ausgerichteten Prüfung analysierte die FDA die Daten von etwa 20.000 geimpften und 20.000 mit Placebo behandelten Personen ab 16 Jahren, bei denen innerhalb einer Woche nach der zweiten Dosis kein Nachweis einer Infektion mit dem Covid-19-Virus vorlag. Die Sicherheit von Comirnaty wurde außerdem bei etwa 22.000 Geimpften und 22.000 Placeboempfängern ab 16 Jahren bewertet. Nach den Ergebnissen der klinischen Studie war der Impfstoff bei der Verhinderung einer Covid-19-Erkrankung zu 91% wirksam. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer wurde nach der zweiten Dosis mindestens vier Monate hinsichtlich der Sicherheit nachbeobachtet. Insgesamt wurden etwa 12.000 Personen mindestens 6 Monate lang nachbeobachtet.
Die häufigsten von klinischen Studienteilnehmern nach Comirnaty berichteten Nebenwirkungen waren:
- Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Muskel- oder Gelenkschmerzen
- Schüttelfrost und Fieber
Der Impfstoff ist wirksam bei der Verhinderung einer Covid-19-Erkrankung und potenziell schwerer Folgen einschließlich Krankenhausaufnahme und Tod.
Darüber hinaus bewertete die FDA die Sicherheitsüberwachungsdaten nach der Genehmigung hinsichtlich Myokarditis und Perikarditis nach Verabreichung des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer-BioNTech eingehend. Sie stellte fest, dass die Daten insbesondere innerhalb von sieben Tagen nach der zweiten Dosis erhöhte Risiken zeigten. Das beobachtete Risiko war bei Männern unter 40 Jahren höher als bei Frauen und Männern über 40 Jahren. Am höchsten war das beobachtete Risiko bei Jungen zwischen 12 und 17 Jahren. Die verfügbaren Daten aus der kurzfristigen Nachbeobachtung zeigten, dass die Beschwerden bei den meisten Personen abklangen. Einige benötigten jedoch intensivmedizinische Unterstützung. Informationen zu potenziellen langfristigen gesundheitlichen Folgen liegen noch nicht vor. Die Fachinformation von Comirnaty enthält einen Warnhinweis zu diesen Risiken. Allerdings verursacht die Covid-19-Erkrankung selbst deutlich häufiger Myokarditis und Perikarditis als mRNA-Impfstoffe.
Fortlaufende Sicherheitsüberwachung
Die FDA und die Centers for Disease Control and Prevention verfügen über Überwachungssysteme, um die rechtzeitige Erkennung und fortlaufende Bewertung möglicher Sicherheitsbedenken sicherzustellen. Darüber hinaus verlangt die FDA vom Unternehmen Studien nach der Markteinführung, um die Risiken von Myokarditis und Pedikarditis nach einer Comirnaty-Impfung weiter zu bewerten. Diese Studien werden eine Bewertung langfristiger Ergebnisse bei Personen einschließen, die nach einer Comirnaty-Impfung eine Myokarditis entwickeln. Außerdem hat das Unternehmen weitere Sicherheitsuntersuchungen nach der Markteinführung zugesagt, obwohl diese nicht von der FDA verlangt werden. Dazu gehört eine Schwangerschaftsregisterstudie zur Bewertung des Schwangerschaftsausgangs und der Ergebnisse beim Kind nach einer Comirnaty-Impfung während der Schwangerschaft.
Quellen
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