Krebsvorsorge bei dichtem Brustgewebe: Reicht eine Mammografie aus und wann ist eine MRT nötig?

In diesem Artikel
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass ein Screening mittels MRT (Magnetresonanztomografie) zusätzlich zur Mammografie insbesondere bei Frauen mit dichtem Brustgewebe die Früherkennung verbessern und die Sterblichkeit an Brustkrebs deutlich senken könnte.
Wenn das Brustgewebe „extrem dicht“ (extremely dense) ist, lassen sich Tumoren auf herkömmlichen Mammografien schwerer erkennen. Denn sowohl dichtes Gewebe als auch Tumoren erscheinen in der Mammografie weiß. Die MRT kann diese Einschränkung überwinden und den Tumor deutlich sichtbar machen. Die Brustdichte ist ein wichtiger Faktor, der sowohl das Risiko für Brustkrebs erhöht als auch den Nachweis von Krebs mittels Mammografie erschwert. Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass eine zusätzliche MRT-Früherkennung insbesondere bei Frauen mit dichtem Brustgewebe die Erkennung von Tumoren im Frühstadium erleichtert und dadurch die Zahl der Todesfälle durch Brustkrebs verringern könnte.
Für wen und wie groß ist der Nutzen?
Diese Studie simulierte die Kombination aus Mammografie + MRT anstelle einer alleinigen Mammografie. Dies sind die erwarteten Ergebnisse pro 1000 Frauen:
| Frauengruppe (Risiko) | Nur Mammografie (verhinderte Todesfälle) | Bei zusätzlicher MRT (zusätzlich gerettete Leben) |
|---|---|---|
| Niedriges Risiko | ~7.4 Personen | +0.1 Personen (sehr geringer Unterschied) |
| Mittleres Risiko | ~10.5 Personen | +0.3 Personen |
| Hohes Risiko (4-fach erhöhtes Risiko) | ~33.6 Personen | +0.8 Personen (größter Nutzen) |
*Die Daten beziehen sich auf das Risiko, an Brustkrebs zu sterben.
Abwägung von Schaden und Nutzen: „Unnötige Eingriffe“
Eine MRT ist nicht immer harmlos. Da sie empfindlicher ist, kann sie auch nicht krebsbedingte Befunde irrtümlich als Krebs einstufen und Alarm auslösen (falsch positives Ergebnis).
Nutzen: Früherkennung
Die MRT entdeckt kleine und aggressive Tumoren, die bei der Mammografie übersehen werden, bevor sie ein höheres Stadium erreichen, solange sie noch klein sind. In der Hochrisikogruppe bedeutet dies, dass pro 1000 Frauen zusätzlich etwa 1 Leben gerettet wird.
Schaden: Unnötige Biopsie
Wird eine MRT ergänzt, werden 22 bis 186 von jeweils 1000 Frauen unnötigerweise zu einer Biopsie überwiesen. Dies bedeutet erhebliche Sorgen und zusätzliche Kosten.
Das Fazit: Was ist zu tun?
Den Studienergebnissen zufolge ist bei einer Frau mit dichtem Brustgewebe und zusätzlichen familiären/genetischen Risikofaktoren das Verhältnis von „harm-benefit“ (Schaden und Nutzen) bei zusätzlicher MRT vertretbar.
- Über 50 Jahre: Eine alle zwei Jahre durchgeführte MRT + Mammografie erwies sich trotz eines späteren Beginns als schützender als die alleinige Mammografie.
- Kosten: Damit die MRT zum allgemeinen Screeningstandard werden kann, müssen ihre Kosten sinken und die Biopsieraten verbessert werden.
Kommentar der DROZDOGAN Akademie
Die Brustkrebsfrüherkennung durchläuft in den letzten Jahren einen wichtigen Wandel. Anstelle eines einheitlichen Screeningansatzes gewinnen Strategien auf Grundlage individueller Risikofaktoren zunehmend an Bedeutung.
Die Ergänzung einer MRT-Früherkennung bei Frauen mit dichtem Brustgewebe könnte ein wichtiger Bestandteil dieses Wandels sein. Künftig dürften Bildgebungstechnologien mit künstlicher Intelligenz und Risikomodelle die Brustkrebsfrüherkennung empfindlicher und stärker personalisiert machen.
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