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Pietro da Cortona und seine unvergesslichen Zeichnungen 1618 – Heilung beruht auf Wissenschaft, nicht auf Zufall

Pietro da Cortona und seine unvergesslichen Zeichnungen 1618 – Heilung beruht auf Wissenschaft, nicht auf Zufall

Pietro da Cortona war ein italienischer Architekt und Maler, der beispielhaft für den barocken Kunststil mit seinen häufig aufwendigen Verzierungen und dramatischen Gefühlen steht. Die katholische Kirche förderte diese Kunstrichtung oft, weil sie Tradition und Spiritualität betonte. Pietro studierte in Rom und erhielt von der Mitte der 1620er-Jahre bis zu seinem Tod Aufträge für große architektonische und malerische Werke, an denen er gleichzeitig arbeitete.

Dem Medizinhistoriker Jeremy Norman zufolge gehören Pietros anatomische Tafeln "zu den exotischsten und dramatischsten anatomischen Werken, die je geschaffen wurden". Zugleich sind sie jedoch ein großes Rätsel. Beispielsweise wissen wir nicht, wie seine Tabulae Anatomicae in seine berühmte Laufbahn als Architekt und Maler passen. Norman schreibt: „Warum wurden sie erst 72 Jahre nach dem Tod des Künstlers und vielleicht nach seiner Hinrichtung 100 Jahre später veröffentlicht? Für wen schuf Pietro diese Werke?" Da die meisten Tafeln Nerven zeigen, lässt sich annehmen, dass sie ursprünglich zur Illustration eines Neurologiebuchs gedacht waren. Auf dem Titelblatt der Bilderserie stehen die lateinischen Aussagen "Die ungeübte Hand nährt Krankheiten" und "Heilungen sollen durch Wissenschaft und nicht durch Zufall erreicht werden".

Gelegentlich fügt Pietro im Hintergrund neben verschiedenen Landschaften auch klassische Bauwerke hinzu. Überall sind gehäutete Leichname in unterschiedlichen Stadien der Sektion zu sehen, die so posieren, als lebten sie noch. Viele der Dargestellten halten eigene gerahmte Bilder, um zusätzliche Einzelheiten zu zeigen. Besonders unvergesslich ist die 27. Tafel aus Pietros Sammlung. Eine Frau steht den Betrachtenden zugewandt und öffnet mit ihren Händen ihre eigene Gebärmutter, um diese und ihr Urogenitalsystem zu zeigen. An der Wand zu ihrer Rechten zeigt eine vergrößerte Darstellung ihrer geöffneten, aus der Wand hervortretenden Gebärmutter ein winziges Baby, das mit den Händen vor den Augen darin kauert. Weint das Baby, oder schützt es seine Augen nur vor den Betrachtenden? Verdeckt der Künstler absichtlich die Augen des Babys, damit es die Sektion seiner Mutter nicht sieht?

Beschreibung der Artikelabbildung: Hauptbild: Eine Zeichnung der Nerven im Brust- und Beinbereich (die Nerven sind gelb dargestellt). Abbildung im Text: Zwei Ansichten des weiblichen Urogenitalsystems von Pietro da Cortona (eine mit Fötus).

Im Artikel erwähnte historische Persönlichkeiten: Pietro da Cortona (geboren als Pietro Berrettini; 1596–1669)

Quellen

Drawings of Pietro da Cortona 1618. Seite 96. The Medical Book: From Witch Doctors to Robot Surgeons, 250 Milestones in the History of Medicine. 2012
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