Sollte die Auffrischung nach zwei Sinovac-Dosen BioNTech oder Sinovac sein?

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Eine Forschergruppe der Dokuz Eylül Universität analysierte zur Frage „Sollte als Coronavirus-Auffrischungsimpfung nach zwei Sinovac-Dosen BioNTech oder Sinovac gewählt werden?“ die Antikörperspiegel nach Auffrischungsdosen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen in der Türkei. Die Ergebnisse wurden auf dem 6. Nationalen Kongress für Klinische Mikrobiologie vorgestellt.
Ein kurzer Rückblick auf die Coronavirus-Impfung in der Türkei
Am 13. Januar 2021 wurde eine Notfallzulassung für den Einsatz des inaktivierten Coronavirus-Impfstoffs Sinovac in der Türkei erteilt. Entsprechend internationalen Empfehlungen wurde beschlossen, zuerst Beschäftigte im Gesundheitswesen und Menschen aus Hochrisikogruppen zu impfen.
Am 1. Juli 2021 begannen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen Drittimpfungen mit Sinovac oder BioNTech. Etwa 5 Monate nach Abschluss des inaktivierten Impfschemas wurden somit homologe (Sinovac nach 2 Sinovac-Dosen) beziehungsweise heterologe (BioNTech nach 2 Sinovac-Dosen) Auffrischungsdosen verabreicht.
Vorhersage, ob eine Impfung wirkt
Die Messung neutralisierender Antikörperspiegel ermöglicht eine sehr gute Vorhersage des Immunschutzes gegen eine symptomatische Coronavirus-Erkrankung (Covid-19 mit Beschwerden) nach der Impfung, ist in der Praxis jedoch technisch schwierig. Stattdessen können Immunglobulin-G-(IgG)-Antikörper gegen die Rezeptorbindungsdomäne (RBD) des Spike-Proteins als Vorhersageinstrument zur Bewertung der Impfwirksamkeit verwendet werden.
In der Studie wurden bei Beschäftigten des Universitätskrankenhauses Dokuz Eylül, die zwei Sinovac-Dosen erhalten hatten, nach 3 Monaten die auf anti-RBD IgG bezogene Seropositivität*-Rate und die quantitative Veränderung des Antikörperspiegels sowie anschließend die Wirkung einer heterologen (BioNTech) und homologen (Sinovac) Auffrischungsdosis beurteilt.
*Hinweis: Seropositivität bedeutet, dass bei einer Person Antikörper gegen einen bestimmten Mikroorganismus vorhanden sind.
An der Studie nahmen 548 Beschäftigte im Gesundheitswesen mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren teil. 146 Teilnehmer (26,6%) hatten mindestens eine chronische Erkrankung und 17 (3,1%) erhielten eine immunsuppressive (das Immunsystem unterdrückende) Modulatortherapie.
Studienergebnisse
Nach zwei Sinovac-Dosen wurde im ersten Monat eine hohe Seropositivität (98,9%) festgestellt. In anderen Wirksamkeitsstudien zu Sinovac schwankte diese Rate zwischen 98,2% und 99,6%. Bei mRNA- (BioNTech) und viralen Vektorimpfstoffen liegt sie jedoch über 99,5%.
Faktoren wie Ernährung, Alter und Geschlecht können die Wirksamkeit eines Impfstoffs beeinflussen. Männliches Geschlecht, höheres Alter (>65 Jahre), ein hoher Body-Mass-Index (≥25 kg/m2), eine immunsuppressive Behandlung sowie Krebs- und Nierenerkrankungen wurden als Faktoren für eine niedrige Immunantwort auf den Covid-19-Impfstoff ermittelt. Insbesondere Beschäftigten im Gesundheitswesen unter immunsuppressiver Behandlung werden Auffrischungsdosen ausdrücklich empfohlen, weil auch andere Sinovac-Studien ähnliche Ergebnisse zeigten.
Auch Adipositas ist ein wichtiger Faktor für die Impfwirksamkeit. In einer anderen Studie wurden bei unter- und normalgewichtigen Menschen höhere Antikörperspiegel nach BioNTech als bei präadipösen Menschen festgestellt. Das bedeutet: Adipositas verringert die Wirksamkeit des Impfstoffs.
Beim Vergleich der Antikörperspiegel im vierten mit denen im ersten Monat zeigte die Studie einen Rückgang um 61% und sogar 10% Seronegativität. In vielen Studien wurde ebenfalls sowohl nach Sinovac als auch nach BioNTech nach den ersten Monaten ein Rückgang der Antikörperspiegel beobachtet.
Sollte die Auffrischungsdosis Sinovac oder BioNTech sein?
Bei Teilnehmern, die nach 5 Monaten erneut Sinovac oder BioNTech erhielten (Auffrischungsdosis), stiegen die Antikörperspiegel an. Die Ergebnisse stimmten mit der begrenzten Zahl anderer Studien zur Wirksamkeit von Auffrischungsdosen überein. Die entscheidende Frage war, welcher Impfstoff nach zwei Sinovac-Impfungen (BioNTech oder Sinovac) als Auffrischung zu höheren Antikörperspiegeln beitragen würde.
Der Studie zufolge war der Antikörperspiegel bei Personen mit einer BioNTech-Auffrischungsimpfung signifikant höher.
Die Studie unterstützt die begrenzte Zahl von Untersuchungen, die Antikörperantworten nach einer homologen oder heterologen Auffrischungsdosis im Anschluss an zwei Sinovac-Impfungen verglichen.
Die bemerkenswertesten Ergebnisse lassen sich so zusammenfassen:
- Mit zwei Dosen des inaktivierten Sinovac-Impfstoffs war die Seropositivitätsrate sehr hoch.
- Chronische Erkrankungen und Präadipositas führten zu einer niedrigen Antikörperantwort.
- In den 4 Monaten nach der zweiten Sinovac-Dosis nahmen die Antikörperspiegel deutlich ab.
- Etwa 5 Monate nach der zweiten Sinovac-Dosis erhöhten sowohl homologe als auch heterologe Auffrischungsdosen die Antikörperspiegel.
- Die heterologe Auffrischungsdosis (BioNTech) bewirkte gegenüber der homologen Dosis (Sinovac) einen deutlichen Anstieg der Antikörperantwort.
Die Forscher empfehlen Menschen nach abgeschlossenem inaktiviertem Impfschema, insbesondere mit Risikofaktoren, als Auffrischungsdosis einen mRNA-Impfstoff zu wählen.
Quellen
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