Steckt der Klimawandel hinter der Zunahme von Lungenkrebs bei Nichtrauchern?

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Warum ist der Einfluss des Klimawandels auf Krebs wichtig?
Lungenkrebs tritt bei Menschen, die nie geraucht haben, zunehmend häufiger auf. Experten weisen darauf hin, dass der Klimawandel dabei eine wichtige Rolle spielen könnte. Dieser neue Zusammenhang macht es erforderlich, zahlreiche Fragen der menschlichen Gesundheit, insbesondere Umwelteinflüsse, neu zu betrachten. Luftverschmutzung, Brände und Naturkatastrophen infolge des Klimawandels wirken sich zunehmend erkennbar auf die Gesundheit aus. Besonders für gefährdete Bevölkerungsgruppen können die Folgen schwerwiegend sein.
Zur fünfhäufigsten Todesursache geworden
Am 9. Januar 2024 erschien in Nature Reviews Clinical Oncology eine Studie, nach der sich Lungenkrebs bei Nierauchern histologisch und epidemiologisch von tabakbedingtem Lungenkrebs unterscheidet und häufig als Adenokarzinom auftritt. Er betrifft besonders Frauen und Menschen asiatischer Herkunft und steht Schätzungen zufolge weltweit an fünfter Stelle der krebsbedingten Todesursachen.
Um Missverständnisse zu vermeiden, ist folgende Unterscheidung wichtig:
- Lungenkrebs insgesamt ist weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache.
- Lungenkrebs bei Menschen, die nie geraucht haben steht dagegen unter allen Krebsarten an fünfter Stelle der Todesursachen.
Neue Bedrohung bei Lungenkrebs: Umweltfaktoren
Bei einer Sitzung des Weltkongresses für Lungenkrebs 2024 diskutierten Experten den Einfluss luftgetragener krebserregender Stoffe durch Klimawandel, E-Zigaretten, Cannabiskonsum und militärische Konflikte. Diese aus unterschiedlichen Ursachen entstehenden Risikofaktoren hängen teilweise zusammen und verdeutlichen die Bedeutung von Umweltgefahren.
Dr. Leticia M. Nogueira, wissenschaftliche Direktorin für Versorgungsforschung der American Cancer Society, erklärte, dass individuelles Handeln gegen den Klimawandel ein guter Anfang sei.

Langfristige Waldbrandexposition und erhöhtes Krebsrisiko
Der Klimawandel wird mit häufigeren Waldbränden und schweren Wirbelstürmen in Verbindung gebracht. Diese Ereignisse unterbrechen die Versorgung von Krebspatienten und führen zu schlechteren Ergebnissen. Nach Dr. Nogueira spielen sie eine wichtige Rolle bei der Zunahme von Lungenkrebs unter Menschen, die nie geraucht haben.
The Lancet Planetary Health veröffentlichte eine bevölkerungsbasierte Studie, in der langfristige Waldbrandexposition mit höheren Risiken für Lungenkrebs und Hirntumoren verbunden war. Bei Menschen, die 50 km von einem Brandgebiet entfernt lebten, lag die Lungenkrebshäufigkeit um 4,9% und die Hirntumorhäufigkeit um 10% höher. Die Autoren betonten die weltweite Bedeutung und die Notwendigkeit, die Befunde angesichts der erwarteten Klimaauswirkungen auf Häufigkeit und Schwere von Bränden genau zu prüfen.
Verantwortung der Gesundheitsfachkräfte: Klimafreundliche Versorgung
Dr. Nogueira erinnerte daran, dass der Gesundheitssektor zu den emissionsstärksten Branchen gehört, und rief zu umweltfreundlichen Versorgungspraktiken auf. Die Emissionen des US-Gesundheitssystems überträfen die gesamten Emissionen des Vereinigten Königreichs. Jede Gesundheitsfachkraft könne umweltbewusstes Handeln im eigenen Arbeitsumfeld fördern.
„Jeder von uns kann heute etwas tun: Wir können umweltfreundliche Bemühungen in unseren Einrichtungen unterstützen, an Katastrophenvorsorge und Hilfsmaßnahmen mitwirken und durch die Dokumentation fortbestehender Schäden Aufmerksamkeit schaffen“, sagte sie. CA: A Cancer Journal for Clinicians veröffentlichte einen Kommentar von Dr. Nogueira und Kollegen, der die Verbindungen zwischen Klimawandel und Krebs genauer erläutert. Er führt die zum Treibhausgasausstoß des Gesundheitssektors beitragenden Faktoren und vorgeschlagene Gegenmaßnahmen auf.
Wir haben die Kraft für eine bessere Welt
Dr. Nogueira betonte, dass sich Umweltschäden durch individuelles und institutionelles Handeln verringern lassen. Sie verwies auf den berühmten Ausspruch des Archimedes: „Gebt mir einen ausreichend langen Hebel, und ich werde die Welt aus den Angeln heben.“ Jeder Mensch könne Veränderungen bewirken. Sie empfahl, die eigenen Einflussmöglichkeiten zu erkennen und diese Hebel zu nutzen.
Die Arbeit unterstreicht nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch die Notwendigkeit größeren Umweltbewusstseins. Die Bemühungen von Gesundheitsfachkräften und Gesundheitssystemen, ihren Beitrag zum Klimawandel zu verringern, sind für gesündere künftige Generationen unerlässlich.
Quellen
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