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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie

T-DXd bei HR-positivem und HER2-ultraniedrigem Brustkrebs: DESTINY-Breast06

T-DXd bei HR-positivem und HER2-ultraniedrigem Brustkrebs: DESTINY-Breast06
In diesem Artikel

T-DXd bei HR+ HER2-low/ultralow Brustkrebs: Ergebnisse von DESTINY-Breast06 beim SABCS 2025

HR-positiver, HER2-negativer metastasierter Brustkrebs macht etwa 70% der Fälle aus. Nach endokriner Therapie und CDK4/6-Inhibitoren sind die Optionen jedoch begrenzt. Die beim SABCS 2025 vorgestellte DESTINY-Breast06 Phase-3-Studie belegte, dass Trastuzumab-Deruxtecan (T-DXd) der Chemotherapie bei der Krankheitskontrolle nicht nur in HER2-low-, sondern auch in HER2-ultralow- Fällen überlegen ist.

Studientyp
Phase 3
Randomisiert, offen
Patientengruppe
N=866
Endokrin resistent, nach CDK4/6
Primärer Endpunkt
PFS
Progressionsfreies Überleben
Hauptergebnis
HR 0.62
38% Risikoreduktion (p<0.001)

1) Was hat DESTINY-Breast06 verändert?

Frühere Studien zeigten den Erfolg von T-DXd bei „HER2-low“ mit IHC 1+ oder 2+/ISH-. Diese Studie ging einen Schritt weiter und schloss auch die „HER2-ultralow“- Gruppe mit IHC >0, aber <1+ ein. Untersucht wurde, ob für Patienten, die nicht mehr auf endokrine Therapie ansprechen, eine wirksamere Waffe als Standardchemotherapie mit etwa Paclitaxel oder Capecitabin verfügbar ist.

2) Studiendesign und Behandlungsarme

Die Studie nahm 866 Patienten auf, die nach mindestens einer endokrinen Therapielinie eine Krankheitsprogression hatten. Sie wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert:

• T-DXd (Enhertu): 5.4 mg/kg, intravenös alle 3 Wochen
• Chemotherapie: Nach Wahl des Prüfarztes: Paclitaxel, Nab-Paclitaxel oder Capecitabin

40% der Patienten hatten eine „ultraniedrige“ HER2-Expression. Die mediane Nachbeobachtung betrug 13.8 Monate.

3) Primäres Ergebnis: PFS-Unterschied (Monate)

BICR-Beurteilung
T-DXd
13.2
Chemotherapie
8.1

Klinische Bedeutung

T-DXd verlängerte das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) gegenüber Chemotherapie um mehr als 5 Monate . Die HR von 0.62 entspricht einer klaren Verringerung um 38% des Progressions- oder Sterberisikos. Der Unterschied ist statistisch hochsignifikant (p<0.001).

4) Ergebnistabelle im Überblick

Parameter T-DXd Chemotherapie Unterschied/Einordnung
PFS (Median) 13.2 Monate 8.1 Monate HR 0.62 (38% Risikoreduktion)
ORR (Ansprechen) 52% 31% Deutlich stärkere Tumorverkleinerung
Ansprechdauer (DOR) 14.5 Monate 7.8 Monate Länger anhaltendes Ansprechen
Gesamtüberleben (OS) HR 0.71 Referenz Daten noch nicht ausgereift (Positiver Trend)

5) Wie sieht es in der Ultralow-Gruppe aus?

Besonders auffällig war, dass die Ergebnisse auch in der HER2-ultralow-Gruppe mit IHC >0 <1+ konsistent waren. Dort wurde eine HR von 0.58 festgestellt. Somit profitieren selbst Tumoren, die pathologisch „fast negativ“ erscheinen und sich nur sehr schwach anfärben, stärker von T-DXd als von Chemotherapie.

DESTINY 06

Sicherheit und Nebenwirkungen

Das Sicherheitsprofil entsprach früheren T-DXd-Studien, doch die Rate schwerer Nebenwirkungen war mit 88% gegenüber Chemotherapie höher.

Worauf geachtet werden muss:

  • ILD (Interstitielle Lungenerkrankung): Das wichtigste Risiko. Ereignisse ab Grad 3: 12%, tödliche Fälle: 0.5%. Früherkennung und rasche Behandlung sind lebenswichtig.
  • Neutropenie: 20% ab Grad 3.
  • Übelkeit: Im T-DXd-Arm häufig.

Dennoch zeigten die von Patienten berichteten Ergebnisse (PRO), dass die Lebensqualität erhalten blieb.

Häufige Fragen

1) Für wen ist diese Behandlung geeignet?
Für Patienten mit hormonrezeptorpositivem (HR+), HER2-low- oder -ultralow-metastasiertem Brustkrebs und entwickelter endokriner Resistenz.
2) Wie wird HER2-ultralow festgestellt?
Bei der pathologischen Untersuchung zeigt die immunhistochemische Färbung (IHC) eine sehr schwache Anfärbung zwischen 0 und 1+. Die Erfahrung des Pathologen ist wichtig.
3) Worin unterscheidet sich die Therapie von Chemotherapie?
Es handelt sich um ein zielgerichtetes „Antikörper-Wirkstoff-Konjugat“. Es transportiert Chemotherapie direkt in die Tumorzelle. Seine systemischen Nebenwirkungen wie Haarausfall unterscheiden sich von klassischer Chemotherapie, es besteht jedoch das Risiko einer Lungentoxizität.

Kommentar der DROZDOGAN Akademie

DESTINY-Breast06 löst den Begriff „HER2-negativ“ in der Onkologie beinahe auf. Selbst eine sehr geringe HER2-Expression ist nun ein Therapieziel. Die Studie stärkt das Potenzial von T-DXd, bei endokrin resistenten Fällen zur neuen Standardtherapie zu werden. Wegen des Risikos einer ILD, einer Lungenschädigung, müssen Patientenauswahl und Überwachung jedoch interdisziplinär erfolgen.

Referenzen

  1. Tolaney SM, et al. SABCS 2025, Oral Session 2 (OS2-07). "Trastuzumab deruxtecan vs investigator's choice chemotherapy in HR+ HER2-low/ultralow mBC". 
  2. Modi S, et al. N Engl J Med. 2022. (Referenz zu DESTINY-Breast04). 

Hinweis: Dieser Inhalt beruht auf den Vortragsdaten des SABCS-Kongresses 2025. Er stellt keine medizinische Beratung dar.

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Drozdogan-Assistent

T-DXd bei HR-positivem und HER2-ultraniedrigem Brustkrebs: DESTINY-Breast06

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