Von Nature ausgewählt – 10 Menschen, die die Wissenschaft 2024 geprägt haben

In diesem Artikel
Ein Jahr, das die Horizonte der Wissenschaft erweiterte
2024 war ein bemerkenswerter Meilenstein für die Wissenschaft. Nature’s 10 stellt Menschen vor, die im Laufe des Jahres wichtige wissenschaftliche Beiträge geleistet haben, und beleuchtet die gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Arbeit. Mit persönlicher Entschlossenheit und fachübergreifender Zusammenarbeit prägten sie nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Zukunft der Menschheit. Dieser Beitrag widmet sich diesen Persönlichkeiten und den tiefgreifenden Folgen ihrer Arbeit.
1. Ekkehard Peik: Pionier der Kernuhren

Ekkehard Peik prägte das Jahr 2024 mit bahnbrechender Forschung an Kernuhren, die die Zeitmesstechnik neu definiert. Seine Arbeiten ermöglichen eine präzisere und robustere Zeitmessung als je zuvor.
Zeitmessung neu gedacht
Atomuhren, die derzeit genauesten Zeitmessgeräte, nutzen Energieübergänge von Elektronen. Peik entwickelte dagegen die Idee einer Kernuhr, die Energieübergänge innerhalb des Atomkerns verwendet. Dies galt als bahnbrechender Ansatz für die Zeitmessung. Da der Atomkern weniger empfindlich auf elektromagnetische Felder reagiert, könnten diese neuen Uhren robuster und genauer sein als heutige Atomuhren.
Ein schwieriger Weg
Als Peik und sein Kollege Christian Tamm 2001 mit der Entwicklung dieser Idee begannen, glaubten sie, das Projekt innerhalb weniger Monate abschließen zu können. Die ersten Versuche, die Energieübergänge im Kern anzuregen, scheiterten jedoch. Diese Rückschläge entmutigten Peik und sein Team nicht. Sie lernten aus jedem Versuch und setzten das Projekt fort. Schließlich gelang es dem von Peik geleiteten Team 2024, einen Energieübergang im radioaktiven Thorium-229-Kern auszulösen.
Gangabweichung
Die Genauigkeit verschiedener Uhrentypen lässt sich folgendermaßen vergleichen:
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Mechanische Uhren (analog, automatisch): Die tägliche Gangabweichung liegt meist zwischen -10 und +10 Sekunden.
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Quarzuhren (batteriebetrieben): Gewöhnliche Quarzuhren weichen pro Monat um etwa ±15 Sekunden ab. Dies entspricht ungefähr ±0,5 Sekunden pro Tag.
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Atomuhren: Die genauesten Atomuhren weisen eine Abweichung von etwa 31,5 Attosekunden pro Jahr auf (1 Attosekunde = 10^-18 Sekunden).
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Kernuhren: Theoretisch wird eine höhere Genauigkeit als bei Atomuhren erwartet. Die genaue Gangabweichung wird jedoch erst mit der Weiterentwicklung der Technik feststehen. Derzeitige Schätzungen liegen bei etwa 1 Sekunde in 40 Milliarden Jahren.
Wissenschaftliche und technologische Auswirkungen
Peiks Arbeit könnte vielfältige Auswirkungen haben, von der Grundlagenforschung bis zu praktischen Anwendungen. Kernuhren könnten:
- Technologien wie GPS und Telekommunikation revolutionieren.
- Eine genauere Vermessung der Raumzeit ermöglichen.
- Neue Perspektiven für die Untersuchung grundlegender physikalischer Fragen wie der dunklen Materie eröffnen.
Zusammenarbeit und Ausdauer
Hinter Peiks Erfolg steht ein europaweites Konsortium, in dem er die Fachkenntnisse verschiedener Forschungsgruppen zusammenführte. Auch seine wissenschaftliche Ausdauer und Entschlossenheit waren entscheidend dafür, das Projekt so weit zu bringen. Peik betont, dass seine Arbeit auf diesem Gebiet erst am Anfang stehe, und freut sich auf neue Ideen und technologische Fortschritte.
2. Kaitlin Kharas: Vorkämpferin für faire Bezahlung

„Eine Führungspersönlichkeit, die kanadischen Masterstudierenden und Postdoktoranden eine stärkere Stimme gibt“
Kaitlin Kharas erregte 2024 in der Wissenschaft Aufmerksamkeit, weil sie zu den führenden Personen einer Kampagne gehörte, die kanadischen Masterstudierenden und Postdoktoranden die größte Vergütungserhöhung seit 20 Jahren verschaffte: Support Our Science (SOS). Dieser Erfolg war entscheidend, um der Forschung in einer Zeit neuerliche Impulse zu geben, in der junge Forschende mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpften.
Entstehung der Kampagne und Verlauf des Engagements
Support Our Science (SOS) entstand 2022 als Reaktion auf niedrige Vergütungen und steigende Lebenshaltungskosten. Von Beginn an betonten die Organisatoren, dass die Führung von Masterstudierenden und Promovierenden ausgehen müsse. Kharas engagierte sich zunächst in lokalen Organisationen und übernahm 2023 die Leitung der Kampagne.
Die landesweiten Arbeitsniederlegungen im Mai 2023 bildeten einen Wendepunkt. Mehr als 10.000 Forschende an 46 Einrichtungen legten ihre Arbeit nieder und setzten die Regierung damit stark unter Druck. Kharas beteiligte sich an der Organisation der Proteste in Toronto und traf während dieser Zeit die kanadische Finanzministerin Chrystia Freeland, um die Forderungen direkt zu übermitteln.
Erfolg und Auswirkungen
Die Änderungen im kanadischen Haushalt 2024 erhöhten nicht nur die Vergütungen, sondern auch die Zahl und den Wert der Stipendien erheblich. Sie sollten die finanzielle Situation und die psychische Gesundheit junger Forschender verbessern und damit die wissenschaftliche Produktivität fördern. Die Kampagne inspirierte ähnliche Initiativen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern.
Kharas betonte die Bedeutung der Teamarbeit für den Erfolg und würdigte insbesondere die Beiträge der früheren Leiterin Sarah Laframboise und der stellvertretenden Leiterin Courtney Robichaud.
Langfristige Ziele
Obwohl Kharas selbst nicht unmittelbar von den höheren Stipendien profitieren würde, setzte sie sich für ein nachhaltiges und inklusives wissenschaftliches Umfeld ein. „Dieses Geld wird uns nicht direkt zugutekommen, aber wir wollten sicherstellen, dass das kanadische Forschungsökosystem für künftige Generationen tragfähig bleibt“, erklärte sie.
Auswirkungen auf Wissenschaft und Gesellschaft
Die von Kaitlin Kharas mitgeführte Kampagne verbesserte nicht nur die wirtschaftlichen Bedingungen von Forschenden. Sie setzte auch ein starkes Zeichen für den gesellschaftlichen Wert der Wissenschaft. Indem sie jungen Forschenden eine Stimme gab und den Zusammenhalt der wissenschaftlichen Gemeinschaft stärkte, hinterließ sie ein dauerhaftes Vermächtnis.
3. Li Chunlai: Der Wissenschaftler, der die dunkle Seite des Mondes erreichte

„Hüter der Proben aus der rätselhaftesten Region des Mondes“
Li Chunlai verlieh der Mondforschung durch seine entscheidende Rolle bei Chinas Mission Chang’e-6 eine neue Dimension. Die Mission brachte erstmals Proben von der dunklen Seite des Mondes zur Erde. Sie liefert wichtige Hinweise nicht nur auf die Geschichte des Mondes, sondern auch auf die Entwicklungsprozesse von Planeten.
Die dunkle Seite des Mondes: Ein Traum wird wahr
Li Chunlai bezeichnete die Probenentnahme auf der dunklen Seite des Mondes als einen schwer zu verwirklichenden Traum. Da diese Seite der Erde dauerhaft abgewandt ist, blieb sie rätselhaft. Die Mission Chang’e-6 landete im Mai 2024 auf der Mondoberfläche. Zwei Tage lang wurden Bohrungen durchgeführt und Proben gesammelt. Schließlich kamen etwa zwei Kilogramm Mondboden und Gesteinsproben zur Erde.
Als Leiter des Projekts spielte Li Chunlai eine führende Rolle bei der Auswahl des Landegebiets und der Analyse der Proben. Diese könnten zuvor unbekannte Erkenntnisse über die frühe Entwicklung des Mondes und seine geologischen Prozesse liefern.
Das rätselhafte Südpol-Aitken-Becken
Das als Landegebiet von Chang’e-6 ausgewählte Südpol-Aitken-Becken gehört zu den größten und ältesten Einschlagkratern des Mondes. Die dort gesammelten Proben bieten reichhaltiges Material aus unterschiedlichen geologischen Formationen: von Lavaströmen über die Mondkruste bis möglicherweise zum Mantel. Sie öffneten ein neues Fenster in die Mondgeschichte, indem sie zeigten, dass die vulkanische Aktivität noch bis vor 2,8 Milliarden Jahren anhielt.
Wissenschaftliche und internationale Zusammenarbeit
Unter der Leitung von Li Chunlai wurden die ersten Analysen in einem Labor des Nationalen Astronomischen Observatoriums Chinas durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Proben sehr leicht und frisch sowie heller als Proben aus anderen Mondregionen waren. Li erklärte, die Ergebnisse könnten nicht nur Aufschluss über die Entwicklung des Mondes, sondern auch über die Geschichte anderer Planeten geben.
Lis Team verteilte die Proben zunächst vorrangig an Forschungsgruppen in China. Künftig sollen sie im Rahmen internationaler Kooperationen von einer größeren wissenschaftlichen Gemeinschaft untersucht werden. Die Arbeiten beschleunigen nicht nur die Mondforschung, sondern eröffnen auch neue Möglichkeiten für die nächste Generation der Planetenforschung.
Von der Mondforschung in die Zukunft
Li Chunlais Arbeit beschränkt sich nicht auf den Mond. Inspiriert vom Erfolg von Chang’e-6 bereitet China eine Probenmission zu einem Asteroiden im Jahr 2025 und innerhalb weniger Jahre eine Probenmission zum Mars vor. Li plant, auch bei diesen Projekten eine führende Rolle zu übernehmen.
„Diese Mission ist erst ein Anfang“, sagt Li. Die Mondproben würden künftig zahlreiche wissenschaftliche Entdeckungen ermöglichen. Das wertvolle Material von der erdabgewandten Seite könnte revolutionäre neue Erkenntnisse in der Planetenforschung eröffnen.
Fazit: Ein Wegbereiter zur Aufklärung der Mondrätsel
Die unter Li Chunlais Leitung durchgeführte Mission Chang’e-6 ging nicht nur als Erfolg der Raumfahrt in die Geschichte ein, sondern auch als Schritt, der die Zukunft der Planetenforschung prägt. Die Proben von der dunklen Mondseite eröffnen der Menschheit wissenschaftlich und technologisch neue Horizonte. Lis Ausdauer und Führungsstärke gelten als Meilenstein der Erforschung von Himmelskörpern.
4. Anna Abalkina: Vorreiterin im Kampf gegen Wissenschaftsbetrug

„Verfechterin wissenschaftlicher Ethik und Transparenz“
Anna Abalkina gehörte 2024 zu den herausragenden Persönlichkeiten der Wissenschaft, weil sie gegen akademische Täuschung und Betrug kämpfte. Die aus Russland stammende Forscherin verfolgt gefälschte Artikel, gekaperte Zeitschriften und Verstöße gegen wissenschaftliche Ethik. Mit ihrem Einsatz für mehr Transparenz setzt sie einen wichtigen Maßstab für die Wahrung ethischer Standards in der Wissenschaft.
Die erste Begegnung mit Betrug und der Beginn ihres Engagements
Anna Abalkinas Kampf gegen Wissenschaftsbetrug begann in den 2010er Jahren, als sie in Moskau zur internationalen Wirtschaft forschte. Sie entdeckte, dass ein Doktorand einen ihrer Artikel kopiert hatte. Während sie dagegen vorging, erkannte sie, dass ethische Verstöße in der Wissenschaft weit größere Ausmaße hatten als gedacht. Dieser Vorfall veranlasste sie zu umfassenderen Untersuchungen.
2013 schloss sie sich der aus Wissenschaftlern und Journalisten bestehenden Gruppe Dissernet an. Diese untersuchte insbesondere Plagiate in russischen Dissertationen, erwirkte die Aberkennung Hunderter akademischer Grade und deckte die Beteiligung zahlreicher hochrangiger Politiker an diesem Betrugsnetz auf.
Engagement auf internationaler Ebene
Abalkina konzentrierte sich auf Plagiate und Betrug mit gefälschten Zeitschriften in Russland und früheren Sowjetstaaten. Zugleich untersuchte sie ähnliche Aktivitäten in Ländern wie Iran und Indien. Ihre Arbeit deckte „Papierfabriken“ auf, die gefälschte Fachartikel verkaufen, und zeigte, wie diese in renommierte Datenbanken wie Scopus gelangen. Ihre bis 2024 durchgeführten Untersuchungen führten zum Rückzug Hunderter gefälschter Artikel.
Zu Abalkinas größten Erfolgen zählt die Entwicklung eines Werkzeugs zum Erkennen gefälschter Zeitschriftenwebsites. Damit können Forschende prüfen, ob eine Zeitschrift echt ist. Der Beitrag fand große Anerkennung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und half, die Transparenz des Publikationswesens zu verbessern.
Der Kampf gegen gekaperte Zeitschriften und gefälschte Artikel
Abalkina lenkte die Aufmerksamkeit insbesondere auf das sogenannte „Journal Hijacking“. Dabei werden die Namen echter Zeitschriften nachgeahmt und gefälschte Websites erstellt. Ihre Untersuchungen zeigten, wie diese Seiten funktionieren und Forschende in die Falle locken, und schufen damit ein breites Bewusstsein in der Wissenschaft.
2024 deckte Abalkina einen dreisten Betrugsversuch auf, bei dem Websites von Zeitschriften großer Verlage geklont werden sollten. Während renommierte Verlage wie Elsevier ihre Regeln verschärften, um solche Fälle zu verhindern, gehörte ihr Einsatz zu den treibenden Kräften dieses Prozesses.
Persönliches Risiko und Mut
Abalkinas Arbeit erregte die Aufmerksamkeit der russischen Regierung. Sie wurde von der staatlichen russischen Behörde Roskomnadzor auf eine Beobachtungsliste gesetzt. Obwohl dies ein erhebliches persönliches Risiko bedeutete, setzt sie ihre Forschung in Berlin fort. Unterstützende Kollegen würdigen ihren Mut und ihre Entschlossenheit, ethische Standards zu verteidigen.
Ihr Beitrag zur Zukunft der Wissenschaft
Abalkina deckt nicht nur Missstände auf. Sie untersucht auch die Funktionsweise dieser Betrugsnetze und sucht nach Schwachstellen im System. Ihr Einsatz gilt als großer Schritt auf dem Weg zu einem vertrauenswürdigeren Publikationsumfeld für die wissenschaftliche Gemeinschaft.
Fazit: Eine Verfechterin von Ethik und Transparenz
Anna Abalkinas Kampf gegen Wissenschaftsbetrug ist ein Wendepunkt für die Stärkung der ethischen Grundlagen der Forschung. Ihre Arbeit erhöht Transparenz und Verlässlichkeit und bildet eine starke Verteidigung gegen gefälschte wissenschaftliche Aktivitäten. Abalkina schützt damit nicht nur die Wissenschaft, sondern auch das Vertrauen der Gesellschaft in wissenschaftliche Richtigkeit.
5. Huji Xu: Der Arzt, der die Behandlung von Autoimmunerkrankungen revolutioniert

„Ein mutiger Ansatz und eine bahnbrechende Behandlung“
Huji Xu prägte das Jahr 2024 mit der CAR-T-Zell-Therapie, die eine neue Ära bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen einleitete. Der Rheumatologe an der Marine-Medizinischen Universität in Shanghai gab vielen Patienten Hoffnung: Bei diesem Verfahren werden Immunzellen gentechnisch verändert, damit sie Autoimmunerkrankungen bekämpfen.
CAR-T-Zell-Therapie: Ein revolutionärer Ansatz
Bei der CAR-T-Zell-Therapie werden gentechnisch veränderte T-Zellen schon seit Längerem zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs eingesetzt. Xus Team betrat jedoch Neuland, indem es die Technik auf Autoimmunerkrankungen übertrug. Die Behandlung greift an deren grundlegenden Mechanismen an und stoppt die abnorme Aktivität der B-Zellen. Insbesondere für Patienten, die auf herkömmliche Therapien nicht ansprechen, gilt sie als revolutionärer Ansatz.
Xus Team entschied sich für T-Zellen eines Spenders. Dies bot das Potenzial, die Kosten zu senken und die Behandlung mehr Patienten zugänglich zu machen. Das Besondere war, die Verträglichkeit mit dem Immunsystem durch gentechnische Veränderungen zu verbessern.
Erste Erfahrungen und vielversprechende Ergebnisse
Xus erste klinische Versuche machten das Potenzial sichtbar. Eine Patientin mit ausgeprägter Muskelschwäche gewann innerhalb von zwei Wochen nach der Behandlung so viel Kraft zurück, dass sie ihre Arme heben und sich die Haare kämmen konnte. Auch zwei Männer mit systemischer Sklerose besserten sich rasch. Nach sechs Monaten befanden sich alle Patienten in Remission.
Mit CRISPR-Cas9 entfernte Xus Team fünf Gene aus den Spender-T-Zellen, damit diese im Körper der Empfänger länger überdauern konnten. Dadurch wurde das Risiko einer immunologischen Abstoßung minimiert und die Wirksamkeit erhöht.
Wissenschaftlicher Mut und Innovation
Xus Erfolg beruhte nicht nur auf wissenschaftlichem Wissen, sondern auch auf Mut. Er wollte den gentechnischen Einsatz von CRISPR-Cas9 bei Autoimmunerkrankungen erproben und entschied sich für diesen innovativen Ansatz, als viele Ärzte das Risiko zunächst noch scheuten. Seine Führungsstärke inspirierte andere Wissenschaftler und Kliniker.
Zukunftsperspektiven
Xu und sein Team wollen das Anwendungsspektrum bei Autoimmunerkrankungen erweitern. Bisher wurden mehr als 20 Patienten ähnlich behandelt, mit vielversprechenden Ergebnissen. Xu möchte den Ansatz nicht auf schwere Fälle beschränken, sondern auch bei leichteren Erkrankungen ermöglichen. „Wir haben einen Plan, um diese Methode mehr Menschen zugänglich zu machen“, sagt er und hofft, dass sie in den kommenden Jahren zum Standard wird.
Fazit: Eine Zukunft, geprägt von Mut und Innovation
Huji Xus Arbeit bewirkt einen Paradigmenwechsel bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Die neue Anwendung der CAR-T-Zell-Therapie verbessert nicht nur die Lebensqualität der Patienten, sondern verändert auch den wissenschaftlichen Blick auf diese Erkrankungen. Sein innovativer Ansatz zeigt erneut, wie wichtig mutige Schritte in Wissenschaft und Medizin sind.
6. Muhammad Yunus: Der Ökonom, der eine Nation neu aufbaut

„Revolutionär des Mikrokredits und Wegbereiter gesellschaftlichen Wandels“
Muhammad Yunus wurde 2024 nach dem politischen Umbruch in Bangladesch als Staatslenker berufen. Der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Ökonom ist weltweit für innovative Ansätze gegen Armut und seine Mikrokreditpraxis bekannt. Mit der Aufgabe, sein Land wirtschaftlich und gesellschaftlich neu aufzubauen, steht er nun vor seiner größten Bewährungsprobe.
Politischer Umbruch und der Ruf nach Führung
In Bangladesch lösten Studentenproteste 2024 eine landesweite Welle des Wandels aus und führten zum Sturz der autoritären Regierung. Danach baten die Studierenden Yunus, die Führung der Nation zu übernehmen. Sie erwarteten eine Regierung, die Korruption beendet, Menschenrechte schützt und gleiche Chancen in Bildung und Beschäftigung schafft.
Die Übergangsregierung unter Yunus richtete Expertengruppen ein, um öffentliche Institutionen von politischer Einflussnahme zu lösen. Diese Bemühungen legten den Grundstein für institutionelle Reformen und weckten Hoffnung für die Zukunft des Landes.
Der Erfinder des Mikrokredits
Mit seinem in den 1970er Jahren entwickelten Mikrokreditmodell revolutionierte Yunus die Armutsbekämpfung. Während seiner Tätigkeit an der Universität Chittagong erprobte er, wie kleine Kredite das Leben wirtschaftlich benachteiligter Menschen verändern können. Er verlieh Frauen geringe Beträge, damit sie eigene Unternehmen gründen konnten. Als sich in den ersten Versuchen zeigte, dass sämtliche Kredite zurückgezahlt wurden, weitete er den Ansatz aus und gründete 1983 die Grameen Bank.
Die Grameen Bank hat bis heute Millionen Menschen Kredite gegeben und ihnen geholfen, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Das Modell wurde zu einer weltweit übernommenen Entwicklungsstrategie.
Der Wiederaufbau Bangladeschs
Als Staatslenker steht Yunus vor äußerst komplexen Herausforderungen. Korruption, repressive Herrschaftssysteme und ungerechte Wirtschaftsstrukturen gehören seit Jahren zu den Problemen Bangladeschs. Für seine Reformen arbeitet er mit jungen Führungspersönlichkeiten des Umbruchs zusammen und setzt vorrangig auf die Neugestaltung grundlegender Dienste wie Bildung und Gesundheit.
Das autoritäre Regime hatte öffentliche Einrichtungen als politisches Werkzeug genutzt und die Korruption vertieft. Yunus und sein Kabinett entwarfen einen Fahrplan, um ihre Unabhängigkeit zu sichern und sie in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Die Komplexität und Langsamkeit dieses Prozesses führen jedoch zu Kritik im In- und Ausland.
Kritik und Herausforderungen
Obwohl Yunus breite Unterstützung genießt, bestehen Spannungen zwischen jenen, die raschen Wandel verlangen, und jenen, die die Befugnis einer technokratischen Regierung zu solch umfassenden Reformen infrage stellen. Manche bezweifeln außerdem, dass seine politische Erfahrung ausreicht, um diese große Verantwortung zu tragen.
Andererseits bilden seine Vision und sein Führungsverständnis eine starke Grundlage für eine stabile Zukunft Bangladeschs. Besonders die Unterstützung der jungen Bevölkerung spielt bei diesem Übergang eine entscheidende Rolle.
Weltweiter Einfluss und Inspiration
Muhammad Yunus ist nicht nur für Bangladesch, sondern weltweit eine Inspirationsquelle. Sein Mikrokreditmodell revolutionierte das Verständnis der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen von Armut. Sein Führungsverständnis spiegelt den Glauben daran wider, dass Einzelne gesellschaftlichen Wandel bewirken können.
Fazit: Ein Symbol für Hoffnung und Wandel
Muhammad Yunus steht vor einer historischen Gelegenheit, die Zukunft Bangladeschs neu zu gestalten. Sein innovativer Ansatz gegen Armut dient nun als Modell politischer Führung. Sein Erfolg könnte nicht nur national, sondern weltweit ein Beispiel für gesellschaftlichen Wandel setzen.
7. Placide Mbala: Wissenschaftlicher Kampf gegen tödliche Epidemien

„Der Virologe, der ein weltweites Warnsystem gegen Epidemien wie Mpox und Ebola entwickelt“
Placide Mbala, Epidemiologe und Virologe am Nationalen Institut für biomedizinische Forschung (INRB) der Demokratischen Republik Kongo (DRC), trat 2024 mit seinem Einsatz zur Erkennung und Eindämmung tödlicher Mpox-Ausbrüche (Affenpocken) hervor. Seine Forschung hilft nicht nur bei der Bekämpfung laufender Epidemien, sondern liefert auch entscheidende Erkenntnisse zur Verhinderung künftiger Ausbrüche.
Der Mpox-Ausbruch: Eine verborgene Bedrohung erkennen
2024 brach in Zentralafrika eine neue Mpox-Epidemie aus und kostete Hunderte Menschen das Leben. Mbala untersuchte eine verdächtige Häufung von Fällen unter jungen Erwachsenen und Sexarbeitern und stellte fest, dass ein neuer Mpox-Stamm die Ursache war. Durch Genomanalysen zeigte das Team, dass dieser Stamm sich sowohl von den Viren des Ausbruchs 2022 als auch von früheren Fällen im Kongo unterschied.
Der neue Stamm konnte von Mensch zu Mensch übertragen werden und breitete sich rasch auch in Ländern aus, in denen Mpox zuvor nicht aufgetreten war. Dank Mbalas Forschung lagen frühzeitige Warnungen vor, selbst als die Krankheit zahlreiche Länder wie Schweden, Thailand, Indien, Deutschland, die Vereinigten Staaten und Großbritannien erreichte.
Wissenschaftliche und gesellschaftliche Maßnahmen
Mbala beschränkte sich nicht auf genetische Analysen. Er entwickelte auch eine umfassende Strategie zur Beteiligung der Bevölkerung an der Eindämmung. Er dokumentierte die Ausbreitung von Mpox in Vertriebenenlagern und Hochrisikogruppen. Insbesondere in stigmatisierten Gruppen wie Sexarbeitern und Männern, die Sex mit Männern haben, führte er Programme zur Stärkung des gesellschaftlichen Bewusstseins für die Krankheitsbekämpfung durch.
Die unter Mbalas Leitung durchgeführten Arbeiten waren wegweisend für neue Protokolle lokaler und internationaler Gesundheitsorganisationen. Dabei entwickelte sich die Reaktion des Kongo auf Epidemien zu einem internationalen Vorbild.
Eine persönliche Mission: Die Erinnerung an Epidemien wachhalten
Mbala engagiert sich persönlich gegen eine Entwicklung, die er „wissenschaftliche Amnesie“ nennt. Nach dem Ende von Epidemien vergisst die Welt diese Krankheiten häufig und vernachlässigt vorbeugende Maßnahmen. Seiner Ansicht nach müssen Krankheiten wie Mpox dauerhaft im Blick bleiben und langfristige Lösungen entwickelt werden.
Mbala spielte auch beim Ebola-Ausbruch eine wichtige Rolle. 2014 wies er als Erster das Ebola-Virus im Kongo durch genetische Sequenzierung nach. In den Fußstapfen seines Mentors Jean-Jacques Muyembe-Tamfum wurde er nicht nur Forscher, sondern auch eine aktive Führungspersönlichkeit in der Feldarbeit.
Weltweite Zusammenarbeit gegen Mpox
Mbala trieb 2024 internationale Kooperationen voran. Zur Eindämmung von Mpox förderte er die Zusammenarbeit lokaler Gemeinschaften mit Gesundheitsbehörden. Seine Untersuchungen zeigten, dass Mpox nicht nur von Tieren auf Menschen übergeht, sondern sich auch rasch innerhalb menschlicher Bevölkerungen ausbreitet.
Neben gemeindebasierten Maßnahmen entwickelten Mbala und sein Team Strategien, um die Ausbreitung zu verhindern. Die Arbeiten beeinflussten die praktische Gesundheitspolitik sowohl in der Demokratischen Republik Kongo als auch in anderen Ländern tiefgreifend.
Fazit: Die Kraft der Wissenschaft gegen Epidemien
Placide Mbalas Arbeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung von Infektionskrankheiten weltweit. Seine Führungsrolle im Kampf gegen Mpox und Ebola weist einen Weg zur Vorbereitung auf künftige Ausbrüche. Seine wissenschaftliche Ausdauer und sein Einsatz für gesellschaftliches Bewusstsein hinterlassen nicht nur in der Forschung, sondern auch im öffentlichen Gesundheitswesen ein dauerhaftes Vermächtnis.
8. Cordelia Bähr: Die stille Heldin der Klimagerechtigkeit

„Die Anwältin, die mit einem historischen Klimasieg in der Schweiz den Kampf gegen den Klimawandel prägt“
Cordelia Bähr nahm 2024 mit ihrem juristischen Einsatz gegen den Klimawandel einen wichtigen Platz in Wissenschaft und Justiz ein. Mit ihrer Klage gegen die Schweizer Regierung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zeigte sie die Auswirkungen des Klimawandels auf Menschenrechte erstmals mit solcher Deutlichkeit auf. Bähr und die von ihr vertretene Gruppe KlimaSeniorinnen Schweiz (Schweizer Seniorinnen für Klimaschutz) errangen einen großen Sieg, indem sie argumentierten, dass die Klimapolitik der Regierung Menschenrechte verletze.
Hintergrund eines historischen Verfahrens
Cordelia Bährs Engagement begann 2015 mit der Untersuchung einer tödlichen Hitzewelle in Europa. Dabei stellte sie fest, dass ältere Frauen deutlich häufiger starben als andere Gruppen. Dies eröffnete die Möglichkeit, unzureichende Maßnahmen der Schweizer Regierung gegen den Klimawandel als Menschenrechtsverletzung zu bewerten.
Auf dieser Grundlage begann Bähr das Verfahren 2016 vor Schweizer Gerichten. Das Schweizer Bundesgericht wies die Klage jedoch 2020 ab. Daraufhin wandte sie sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Die Geschichte des Erfolgs
Am 9. April 2024 entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zugunsten von Bähr und den KlimaSeniorinnen. Er befand, dass die Schweizer Regierung ihren Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen und der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen nicht nachgekommen sei. Außerdem habe sie die Menschenrechte älterer Frauen nicht ausreichend geschützt.
Die Entscheidung galt nicht nur für die Schweiz, sondern weltweit als historischer Wendepunkt. Sie zeigte, dass der juristische Kampf gegen den Klimawandel nicht allein eine Umweltfrage, sondern auch eine Menschenrechtsfrage ist.
Cordelia Bährs Führungsrolle
Bähr wurde als „Kopf“ dieses Verfahrens bezeichnet. Gemeinsam mit Greenpeace Schweiz stellte sie ein starkes juristisches Team zusammen. Die Klage stützte sich nicht nur auf wissenschaftliche Belege, sondern auch auf sorgfältig ausgearbeitete rechtliche Argumente. Ihre Ausdauer und ihr strategisches Denken waren entscheidend für den internationalen Erfolg.
Obwohl sie als Führungspersönlichkeit gilt, die lieber im Hintergrund bleibt, betonten ihr Team und die vertretenen älteren Frauen, dass ihre Entschlossenheit den Erfolg maßgeblich ermöglicht habe.
Die Zeit nach dem Urteil
Obwohl das Verfahren abgeschlossen ist, setzt die Schweizer Regierung die EGMR-Entscheidung nur langsam vollständig um. Bähr und ihr Team planen weitere Schritte, damit die Regierung ihre Klimaziele erfüllt und die nötigen Mittel bereitstellt. Die Klage inspirierte ähnliche Verfahren in anderen europäischen Ländern und stärkte die Bewegung für Klimagerechtigkeit.
Menschenrechte und Klimawandel: Eine neue Perspektive
Bähr zeigte die menschenrechtlichen Auswirkungen des Klimawandels erstmals so konkret auf. Ihr Einsatz machte erneut deutlich, dass der Umgang mit der Klimakrise nicht nur eine ökologische, sondern auch eine gesellschaftliche und ethische Frage ist. Ihre Arbeit ist ein starkes Beispiel dafür, wie das Recht als Instrument für Umweltgerechtigkeit dienen kann.
Fazit: Eine Wegbereiterin der Klimagerechtigkeit
Mit Entschlossenheit und Führungsstärke eröffnete Cordelia Bähr eine neue Phase des Kampfes gegen den Klimawandel. Ihr Erfolg zeigt, wie Recht und Wissenschaft gemeinsam eine gerechtere und nachhaltigere Welt ermöglichen können. Ihr Beitrag zur Klimagerechtigkeit wird kommenden Generationen als wichtiges Vermächtnis bleiben.
9. Rémi Lam: Revolution der Wettervorhersage durch künstliche Intelligenz

„Ein KI-Pionier, der der Wettervorhersage eine neue Perspektive eröffnet“
Rémi Lam gehörte 2024 mit seinen Arbeiten zum Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in der Wettervorhersage zu den herausragenden Forschenden. Bei Google DeepMind leitete er ein Team, das Wettermodelle durch maschinelles Lernen verbessert. Damit erzielte er revolutionäre Fortschritte bei Geschwindigkeit und Genauigkeit der Vorhersagen.
GraphCast: Über herkömmliche Modelle hinaus
Das von Lam geleitete Team entwickelte 2023 ein KI-basiertes Wettervorhersagemodell namens GraphCast. Anders als herkömmliche physikbasierte Systeme verwendet es ein neuronales Netz, das aus atmosphärischen Messungen künftige Wetterlagen vorhersagt. GraphCast liefert in wenigen Minuten sehr genaue Prognosen und übertrifft damit herkömmliche Supercomputer, deren Berechnungen Stunden dauern.
GraphCast lieferte genauere Ergebnisse als Prognosen auf Grundlage bestehender physikalischer Modelle. Lam betonte die Bedeutung des Fortschritts: „Dass wir physikbasierte Vorhersagen so schnell überholen würden, hat sogar mich überrascht.“
Die Vorteile künstlicher Intelligenz für Vorhersagen
Zu den Neuerungen von GraphCast gehören:
- Schnelle Berechnung: Auf einem leistungsfähigen Desktopcomputer lassen sich innerhalb weniger Minuten Vorhersagen erstellen.
- Lokale und detaillierte Prognosen: Insbesondere in Mikroklimaregionen werden genauere und detailliertere Vorhersagen ermöglicht.
- Geringe Kosten: Der deutlich geringere Einsatz von Supercomputern senkt die Kosten der Wettervorhersage.
Lams Modell ergänzt bisherige physikalische Vorhersagemethoden. Es besitzt jedoch das Potenzial, künftig als vollständig eigenständiges System zu funktionieren.
Eine vertiefte Laufbahn im maschinellen Lernen
Rémi Lam wurde in der Nähe von Paris geboren und studierte Luft- und Raumfahrttechnik. Während seiner Arbeit zur Strömungsmechanik erkannte er, wie dieses Wissen bei der Entwicklung KI-basierter Modelle helfen könnte. Nach seinem Wechsel zu DeepMind konzentrierte er sich auf die Verbindung von Atmosphärenwissenschaft und künstlicher Intelligenz.
2024 stellten Lam und sein Team ein neues Modell für längerfristige Vorhersagen vor: GenCast. Es kann Prognosen für 15 Tage liefern und ist ebenfalls schneller und genauer als herkömmliche Verfahren.
Auswirkungen auf Gesellschaft und Wissenschaft
Lams Arbeiten sind nicht nur wissenschaftliche Erfolge, sondern haben auch gesellschaftliche Auswirkungen:
- Naturkatastrophen: Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen, Hurrikane und Waldbrände lassen sich früher erkennen.
- Klimawandel: Die örtlichen Auswirkungen des Klimawandels können besser verstanden werden.
- Zugänglichkeit: Die entwickelten Modelle sind quelloffen. Dadurch können Forschende und Regierungen die Technik leichter nutzen.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Lam weist darauf hin, dass KI-Systeme weiterhin von physikbasierten Daten abhängen. Künftig möchte er vollständig KI-basierte Vorhersagesysteme entwickeln und den Prognosehorizont über 10 Tage hinaus erweitern. Außerdem hofft er auf präzisere lokale Vorhersagen, die selbst in Mikroklimaregionen wie San Francisco verlässlich wären.
Fazit: Ein Wegbereiter an der Schnittstelle von Wissenschaft und Technik
Rémi Lams Arbeiten gelten als Wendepunkt für die Wettervorhersage. Die neuen KI-basierten Verfahren revolutionieren nicht nur die Meteorologie, sondern helfen der Gesellschaft auch, sich besser auf extreme Wetterereignisse vorzubereiten. Seine Führungsrolle zeigt eindrücklich, welche Wirkung es haben kann, wissenschaftliche und technologische Grenzen zu verschieben.
10. Wendy Freedman: Die Astrophysikerin, die den Streit um die Expansionsrate des Universums lösen möchte

„Eine Pionierin, die Licht in die kosmologischen Rätsel um die Hubble-Konstante bringt“
Wendy Freedman ist in der Astrophysik für ihre Arbeit zur Klärung der Unsicherheiten über die Expansionsrate des Universums, die Hubble-Konstante, bekannt. Ihre langjährigen Messungen fanden auch 2024 große Beachtung. Auf der Suche nach einer Antwort auf diese komplexe Frage der modernen Kosmologie entwickelte sie neue Messverfahren und stellte bestehende Theorien infrage.
Die Hubble-Konstante: Die Expansion des Universums verstehen
Die Hubble-Konstante beschreibt die Expansionsrate des Universums und zählt zu den grundlegenden Begriffen der Astrophysik. Messungen mit unterschiedlichen Verfahren liefern jedoch widersprüchliche Werte. Ein Ansatz beruht auf der Bewegung naher Galaxien, ein anderer auf der kurz nach dem Urknall entstandenen kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung. Zwischen beiden Messmethoden besteht im Jahr 2024 eine Abweichung von 8%.
Wendy Freedman entwickelte zur Lösung dieses Problems einen dritten Ansatz: eine Technik auf Grundlage der Helligkeit roter Riesensterne. Diese Sterne bleiben auf einem bestimmten Helligkeitsniveau und bieten dadurch ein verlässliches Mittel, kosmische Entfernungen genauer zu messen.
Messungen mit roten Riesen: Eine neue Perspektive
Das unter Freedmans Leitung entwickelte Verfahren bestimmte die Hubble-Konstante zu 69,8 km/s/megaparsek. Dieser Wert lag näher an der aus der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung abgeleiteten Messung und unter dem anhand der Galaxienbewegungen bestimmten Wert von 73 km/s/megaparsek. Ihre Arbeit gilt als wichtiger Schritt, um die Unstimmigkeit zwischen beiden Messungen zu verringern.
Die neue, auf roten Riesen beruhende Technik vertiefte die Diskussion darüber, wie die Expansion des Universums gemessen wird. Zugleich betonte sie erneut die Bedeutung methodischer Vielfalt in der Astrophysik.
Wissenschaftliche Beiträge zur Kosmologie
Freedmans Laufbahn konzentrierte sich auf grundlegende Entdeckungen in der Kosmologie:
- In den 1990er Jahren leitete sie das Schlüsselprojekt des Hubble-Weltraumteleskops und nutzte Cepheiden-Veränderliche zur Messung der Expansionsrate des Universums.
- Die auf roten Riesen beruhende Methode war ihre zweite große Innovation zur Messung kosmischer Entfernungen.
- 2024 gründete sie ein neues Forschungsteam, das theoretische und Beobachtungsdaten zusammenführt, um die Unterschiede bei der gemessenen Expansionsrate aufzuklären.
Freedmans Arbeit beschränkt sich nicht auf die Hubble-Konstante, sondern trägt auch zum Verständnis von Alter und Aufbau des Universums bei.
Diskussionen und Herausforderungen
Freedmans Arbeiten erhielten von einigen Astrophysikern Unterstützung, wurden von anderen aber kritisiert. Obwohl die Methode der roten Riesen weniger verbreitet ist als Messungen mit Cepheiden-Veränderlichen, bietet sie eine starke Alternative zur unabhängigen Überprüfung. Freedman sieht solche Diskussionen als Motor der Wissenschaft: „Fragen zu stellen, ist die Grundlage der größten wissenschaftlichen Fortschritte.“
Eine Reise zu den Rätseln des Universums
Wendy Freedmans Führungsrolle trägt nicht nur zum Verständnis der Expansion des Universums bei, sondern inspiriert auch junge Forschende auf diesem Gebiet. Im Jahr 2024 war geplant, die Messung mit roten Riesen auf einen größeren Datensatz anzuwenden. Sie erklärte, diese Arbeiten würden eine wichtige Rolle bei der Beantwortung grundlegender Fragen nach dem Wesen und der Zukunft des Universums spielen.
Fazit: Eine Wegbereiterin zur Aufklärung kosmologischer Rätsel
Wendy Freedman widmet sich den Fragen zur Expansionsrate des Universums und nimmt damit eine führende Rolle in der komplexen und tiefgründigen Welt der Astrophysik ein. Ihre Arbeit beleuchtet nicht nur zentrale Fragen der Kosmologie, sondern zeigt auch die Kraft wissenschaftlicher Neugier und fachübergreifender Zusammenarbeit. Ihre Beiträge bringen uns der Entschlüsselung der Geheimnisse des Universums einen Schritt näher.
Fazit
2024 zeigte den Erfolg von Wissenschaft und Ausdauer. Mit Wissen und Innovation eröffneten diese Forschenden Wege, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Nature’s 10 zeigt erneut, dass Wissenschaft nicht nur in Laboren, sondern in allen Bereichen der Gesellschaft Wirkung entfalten kann. Diese inspirierenden Geschichten lassen die Hoffnung auf die Zukunft heller erscheinen.
Quellen
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