Was sind Lymphknoten, wo befinden sie sich und warum schwellen sie an?

In diesem Artikel
Lymphknoten, auch Lymphdrüsen oder Lymphknoten genannt, sind kleine, bohnenförmige Drüsen und gehören zu den wichtigen Bestandteilen unseres Immunsystems. Sie sind über ein Netz von Lymphgefäßen im Körper verteilt und dienen der körpereigenen Abwehr als Filter. Lymphknoten enthalten weiße Blutkörperchen, die als Lymphozyten bezeichnet werden und Krankheitserreger sowie abnorme Zellen bekämpfen. Bei gesunden Menschen sind Lymphdrüsen meist linsen- bis erbsengroß, mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern. Werden sie durch eine Infektion oder eine andere Ursache aktiviert, können sie anschwellen und tastbar werden. Doch was genau ist das Lymphsystem, wo liegen die Lymphknoten, warum schwellen sie an und wann ist dies besorgniserregend? In diesem Artikel finden Sie Antworten auf Grundlage wissenschaftlicher Daten.
Was ist das Lymphsystem? Aufgaben und Bedeutung
Das lymphatische System ist die Gesamtheit von Organen und Geweben, die zu unserem Immunsystem gehören und im Körper ein weit verzweigtes Netz ähnlich den Blutgefäßen bilden. Zum Lymphsystem gehören Lymphgefäße, die die aus dem Gewebe gesammelte Lymphflüssigkeit transportieren, die diese Flüssigkeit filternden Lymphknoten und Organe, die Immunzellen enthalten. Zu den Hauptaufgaben des Lymphsystems zählen die Rückführung überschüssiger Flüssigkeit, die aus den Kapillaren des Blutkreislaufs austritt, und die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts. Ohne dieses System würde sich Flüssigkeit im Gewebe ansammeln und Schwellungen (Ödeme) verursachen. Lymphe ist eine farblose Flüssigkeit, die weiße Blutkörperchen (Lymphozyten), Proteine, Zellreste und einige Mikroorganismen enthält.

Das Lymphsystem spielt auch eine Rolle bei der Immunabwehr. Die von den Lymphgefäßen aus dem Gewebe aufgenommene Lymphflüssigkeit wird auf ihrem Weg durch Lymphknoten gefiltert. Dabei fangen die Immunzellen der Lymphknoten schädliche Mikroorganismen und abnorme Zellen ab und zerstören sie. So wird verhindert, dass diese schädlichen Bestandteile in den Blutkreislauf gelangen. Zu den wichtigsten Organen des Lymphsystems gehören Lymphknoten, Milz, Thymusdrüse, Mandeln und lymphatisches Gewebe im Knochenmark. Diese Organe sind für Bildung, Reifung und Speicherung von Lymphozyten verantwortlich und ermöglichen die schützende Reaktion des Körpers auf Infektionen und Erkrankungen.
Was ist ein Lymphknoten und wo befinden sich Lymphknoten?
Ein Lymphknoten ist eine kleine, bohnenförmige Drüse, in der sich Immunzellen sammeln. Außen liegt eine Kapsel, innen befinden sich Kompartimente (Läppchen) mit Lymphozyten sowie dazwischen Sinusräume, durch die die Lymphe fließt. Dünne zuführende Lymphgefäße (afferente Gefäße) bringen die Lymphflüssigkeit zum Knoten; nach der Filterung kehrt sie über abführende (efferente) Gefäße in den Kreislauf zurück. Normalerweise sind Lymphknoten etwa erbsengroß oder haben einen Durchmesser von <1 cm (bei Erwachsenen im Durchschnitt 12 mm). Insgesamt befinden sich in verschiedenen Körperregionen etwa 500-600 Lymphknoten. Die meisten liegen im Kopf-Hals-Bereich, in den Achselhöhlen, im Brustraum, im Bauch und in den Leisten. So filtern Halslymphknoten die Lymphe aus Kopf und Rachen; Achsellymphknoten die aus Armen und Brüsten und Leistenlymphknoten die aus Beinen und Genitalbereich. Lymphknoten finden sich nahezu überall im Körper, unter anderem am Hals, unter dem Kiefer, oberhalb des Schlüsselbeins, in der Achselhöhle (Axilla), im Brustraum, im Bauchraum (Abdomen) und in der Leiste (inguinal). Besonders häufig liegen sie an Stellen, an denen große Gefäße zusammenlaufen. Manche liegen so tief, etwa im Mediastinum zwischen den Lungen oder um den Darm herum, dass sie normalerweise nicht tastbar sind. Oberflächliche Lymphknoten, etwa an Hals, Achsel oder Leiste, können bei Vergrößerung als kleine Schwellung unter der Haut tastbar werden.
Da Lymphknoten schädliche Stoffe für die Körperabwehr abfangen und beseitigen, werden sie bei Infektionen oder Entzündungen aktiv und können größer werden. Geschwollene Halslymphknoten bei einer Racheninfektion sind beispielsweise Ausdruck dieses Abwehrmechanismus. Normalerweise kleine und bewegliche Lymphknoten zeigen sich bei Erkrankungen als geschwollene Lymphknoten (medizinisch als Lymphadenopathie bezeichnet). Die Schwellungen können schmerzhaft sein oder ohne Schmerzen lediglich als Knoten auffallen.
Abbildung: Schematische Darstellung des Lymphsystems und der wichtigsten Lymphknotenregionen. Entlang der Lymphgefäße (braune Linien) sind bohnenförmige Lymphknoten (kleine braune Strukturen) über den Körper verteilt.
Größe und Tastbarkeit von Lymphknoten unterscheiden sich je nach Region. Bei Gesunden sind die Halslymphknoten beispielsweise meist <1 cm groß, während in der Leiste bis zu ~1-1,5 cm als normal gelten können. Wird jedoch am Hals ein Lymphknoten von mehr als ~1,5 cm oder in der Leiste von mehr als ~2 cm festgestellt, gilt dies als abnorme Vergrößerung, deren Ursache untersucht werden muss. Besonders wichtig sind tastbare supraklavikuläre Lymphknoten oberhalb des Schlüsselbeins, weil sie auf eine ernstere Erkrankung hindeuten können.

Warum schwellen Lymphknoten an? Die häufigsten Ursachen
Geschwollene Lymphknoten sind wie ein Warnmechanismus, der darauf hinweist, dass im Körper etwas nicht stimmt. Infektionen sind die häufigste Ursache geschwollener Lymphknoten. Bekämpft der Körper eine Infektion, produzieren und sammeln die Lymphdrüsen der betreffenden Region mehr Immunzellen, werden größer und können druckempfindlich werden. Eine auf eine Region begrenzte (lokalisierte) Schwellung hängt meist mit einer örtlichen Infektion zusammen. Bei einer Racheninfektion können beispielsweise Halslymphknoten, bei einem Zahnabszess Lymphknoten unter dem Kiefer anschwellen. Sind mehrere Regionen gleichzeitig betroffen (generalisierte Lymphadenopathie), kann eine ausgedehntere, den ganzen Körper betreffende Infektion oder eine systemische Erkrankung dahinterstecken.
Die häufigsten Ursachen geschwollener Lymphknoten sind:
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Häufige Infektionen: Erkältung, Infektionen der oberen Atemwege, Schnupfen, Streptokokken-Racheninfektion (Beta-Streptokokken), Tonsillitis (Mandelentzündung) und Sinusitis sind häufige virale oder bakterielle Infektionen, die besonders die Halslymphknoten anschwellen lassen können. Ohreninfektionen, Zahninfektionen (etwa ein Zahnabszess) sowie Haut- und Wundinfektionen sind ebenfalls häufige Ursachen regional vergrößerter Lymphknoten. Bei einem Zahnabszess können beispielsweise die Lymphknoten unter dem Kiefer anschwellen, bei Hautinfektionen die benachbarten Knoten betroffen sein. Bei Kindern sind während viraler Infektionen kleine, linsenartige „shotty“-Lymphknoten am Hals häufig und in der Regel gutartig.
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Viruserkrankungen: Mononukleose (die vom Epstein-Barr-Virus verursachte „Kusskrankheit“), Masern, Windpocken und ähnliche Viruserkrankungen können eine generalisierte Lymphknotenschwellung verursachen. Bei Mononukleose vergrößern sich beispielsweise die Halslymphknoten deutlich, was ein wichtiger Krankheitsbefund ist. Auch eine HIV-Infektion kann vor allem im Frühstadium zu einer ausgedehnten Lymphknotenvergrößerung führen.
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Seltenere Infektionen: Tuberkulose kann durch eine Lymphknotenentzündung (Lymphadenitis) besonders am Hals große, schmerzlose Schwellungen hervorrufen. Syphilis (Lues) und einige andere sexuell übertragbare Erkrankungen können eine Schwellung der Leistenlymphknoten verursachen. Toxoplasmose ist eine parasitäre Infektion, die durch infizierten Katzenkot oder unzureichend gegartes Fleisch übertragen wird und vergrößerte Lymphknoten verursachen kann. Katzenkratzkrankheit (Bartonella-Bakterien) kann sich ebenfalls durch geschwollene Lymphknoten besonders in Achselhöhle oder Hals bemerkbar machen. Diese Infektionen kommen zwar seltener vor, sollten aber bei länger anhaltenden, unerklärlichen Lymphknotenvergrößerungen berücksichtigt werden.
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Störungen des Immunsystems: Auch bei Autoimmunerkrankungen, bei denen der Körper eigenes Gewebe angreift, können Lymphknoten anschwellen. Bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) oder rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis können besonders Hals-, Achsel- und Leistenlymphknoten leicht anschwellen. Während Krankheitsschüben kann die Schwellung deutlicher werden und ist meist schmerzlos. Neben Autoimmunerkrankungen können auch entzündliche Zustände wie Sarkoidose eine Vergrößerung der Lymphknoten auslösen.
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Bestimmte Medikamente: Einige medikamentöse Behandlungen können in seltenen Fällen Lymphknotenschwellungen auslösen. Ein zur Behandlung der Epilepsie verwendetes Medikament wie Phenytoin kann beispielsweise durch eine Überempfindlichkeitsreaktion im Körper eine generalisierte Lymphadenopathie hervorrufen. Auch nach manchen Impfungen, etwa gegen COVID-19 oder mit BCG, können sich regionale Lymphknoten vorübergehend vergrößern. Medikamenten- oder impfbedingte Schwellungen verschwinden meist von selbst, nachdem das Medikament abgesetzt wurde oder einige Zeit vergangen ist.
Neben diesen Ursachen beunruhigt die Menschen bei geschwollenen Lymphknoten vor allem die Möglichkeit einer Krebserkrankung. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden: Die meisten geschwollenen Lymphknoten haben infektiöse oder benigne (gutartige) Ursachen und sind nur mit geringer Wahrscheinlichkeit krebsbedingt. Betrachten wir nun den Zusammenhang zwischen Lymphknotenschwellung und Krebs sowie andere Krankheitszeichen genauer.
Hängen geschwollene Lymphknoten mit Krebs zusammen?
Obwohl Lymphknotenschwellungen meist auf Ursachen wie Infektionen zurückgehen, können selten auch bestimmte Krebsarten Lymphknoten vergrößern. Krebsbedingte Lymphknotenvergrößerungen treten grundsätzlich auf zwei Arten auf:
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Als Hinweis auf ein Lymphom (Lymphdrüsenkrebs): Ein Lymphom ist ein Krebs der Lymphknoten, der durch unkontrollierte Vermehrung von Immunzellen, den Lymphozyten, entsteht. Der Krebs beginnt also direkt im Lymphknoten selbst. Lymphome werden hauptsächlich in die beiden Gruppen Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom unterteilt. Das Hodgkin-Lymphom ist in der pathologischen Untersuchung durch das Vorkommen riesiger abnormer Zellen, der Reed–Sternberg-Zellen, gekennzeichnet. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen fehlen diese besonderen Zellen; der Krebs entsteht meist aus B- oder T-Lymphozyten. Hodgkin-Lymphome betreffen meist junge Erwachsene und breiten sich geordnet auf bestimmte Lymphknotengruppen aus. Non-Hodgkin-Lymphome bilden eine vielfältigere Gruppe, können vom Kind bis zum älteren Menschen alle betreffen und auch Organe außerhalb des Lymphsystems befallen. Lymphome sind für schmerzlose, gummiartige Lymphknotenschwellungen bekannt. Häufig treten unerklärliches Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust hinzu. Deshalb kann bei länger anhaltenden Lymphknotenvergrößerungen ohne andere Erklärung eine Untersuchung auf ein Lymphom erforderlich sein.
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Durch Ausbreitung (Metastasen) eines anderen Krebses: Eine Krebszelle, die irgendwo im Körper entsteht, kann sich aus ihrem Ursprungsorgan lösen und über das Lymphsystem in die Lymphknoten gelangen. Wie ein Filter versuchen Lymphknoten diese zirkulierenden Krebszellen abzufangen. Viele entkommene Krebszellen werden im Knoten unschädlich gemacht, doch manche können sich dort ansiedeln, vermehren und einen neuen Tumorherd bilden. Die Ausbreitung des Krebses vom ursprünglichen Entstehungsort in die Lymphknoten wird als Lymphknotenmetastase bezeichnet. Brustkrebs kann beispielsweise zunächst in die gleichseitigen Achsellymphknoten metastasieren; Krebs der Mundhöhle oder der Schilddrüse kann sich auf Halslymphknoten ausbreiten. Eine Ausbreitung von Krebszellen in Lymphknoten erhöht das Krankheitsstadium und beeinflusst die Behandlungsplanung. Deshalb untersuchen Ärzte bei einer Krebsdiagnose die zugehörigen Lymphknoten, betrachten sie bildgebend und kontrollieren sie bei Bedarf durch eine Biopsie. Dabei ist zu bedenken, dass eine krebsbedingte Lymphknotenvergrößerung relativ selten ist und die meisten Fälle geschwollener Lymphknoten nicht durch Krebs verursacht werden.
Auch andere Krebsarten als Lymphome, etwa Blutkrebs wie Leukämie, können zu ausgedehnten Lymphknotenvergrößerungen führen. Leukämie ist Krebs der Blut- und Knochenmarkzellen; besonders bei einigen Formen (etwa ALL und CLL) sammeln sich jedoch auch Zellen in Lymphknoten an und können Schwellungen verursachen. Auch Krebs verschiedener Organe wie Brust, Lunge, Magen oder Haut (Melanom) kann in benachbarte Lymphknoten metastasieren und diese tastbar werden lassen. Der links oberhalb des Schlüsselbeins tastbare Virchow-Knoten kann beispielsweise das erste Zeichen eines Krebses im Magen oder in anderen Bauchorganen sein. Besonders bei unerklärlichen, harten und anhaltenden Lymphknotenvergrößerungen ist daher ärztlicher Rat wichtig.
Zusammenfassend gilt: Eine Lymphknotenschwellung allein ist kein Krebszeichen. Meist liegen gutartige Ursachen wie Infektionen vor; dann normalisieren sich die Knoten innerhalb weniger Wochen. Eine Vergrößerung kann jedoch auch weitere, je nach Ursache unterschiedliche Befunde mit sich bringen. Betrachten wir nun, auf welche Erkrankungen geschwollene Lymphknoten hinweisen können und wann sie als ernst zu bewerten sind.
Auf welche Krankheiten können vergrößerte Lymphknoten hinweisen?
Wie bereits erläutert, können Lymphknoten durch Infektionen, Immunerkrankungen, Krebs und andere Ursachen anschwellen. In diesem Abschnitt fassen wir mögliche Erkrankungen oder Zustände zusammen, an die bei einem geschwollenen Lymphknoten zu denken ist. Die folgende Tabelle führt Ursachen nach Kategorien zusammen mit beispielhaften Erkrankungen auf:
| Ursache / Kategorie | Beispielhafte Erkrankungen oder Zustände |
|---|---|
| Bakterielle Infektionen | Streptokokken-Racheninfektion (Beta-Streptokokken), Zahnabszess, Tuberkulose, Syphilis (Lues), Staphylokokken-Hautinfektion, Katzenkratzkrankheit (Bartonella) |
| Virusinfektionen | Erkältung, Grippe, Masern, Windpocken, Mononukleose (EBV), HIV-Infektion, Zytomegalievirus (CMV) |
| Parasiten- und Pilzinfektionen | Seltenere Infektionen wie Toxoplasmose (Parasit) oder Histoplasmose (Pilzinfektion) |
| Autoimmunerkrankungen | Systemischer Lupus erythematodes (SLE), rheumatoide Arthritis, Sjögren-Syndrom, Sarkoidose |
| Krebserkrankungen (Malignome) | Hodgkin-Lymphom, Non-Hodgkin-Lymphom, Leukämie (Blutkrebs), metastasierende solide Tumoren (Lymphknotenbefall durch Brust-, Lungen-, Magen-, Prostatakrebs usw.) |
| Arzneimittelreaktionen | Antikonvulsiva (Phenytoin, Carbamazepin), bestimmte Antibiotika (etwa Penicillin), andere seltene Arzneimittelnebenwirkungen |
| Sonstiges | Impfungen (vorübergehend, besonders nach Lebendimpfstoffen), örtliches Trauma oder Wunde, idiopathisch (vorübergehende Lymphadenopathie ohne feststellbare Ursache) |
Die Tabelle zeigt, dass die möglichen Ursachen einer Lymphknotenschwellung ein sehr breites Spektrum umfassen. Obwohl Infektionen am häufigsten sind, kann jede Kategorie der Tabelle auf eine andere Erkrankung hindeuten. Bei einer Infektion der oberen Atemwege können beispielsweise die Halslymphknoten anschwellen. Treten neben chronischen Gelenkschmerzen auch Schwellungen der Hals- und Achsellymphknoten auf, kommt eine Autoimmunerkrankung wie Lupus oder rheumatoide Arthritis in Betracht. Bei einer infizierten Hautwunde kann sich der Lymphknoten vergrößern, der dieses Gebiet drainiert.
Entscheidend ist die Beurteilung zusammen mit den weiteren Befunden, die die Lymphknotenschwellung begleiten. Eine isolierte Vergrößerung kann durch eine einfache Infektion oder eine schwere Erkrankung entstehen. Zur Unterscheidung werden Begleitsymptome und Merkmale der Schwellung herangezogen. Betrachten wir nun, wann geschwollene Lymphknoten als gefährlich gelten und ein Arzt aufgesucht werden sollte.
Wann gelten geschwollene Lymphknoten als gefährlich?
Wie erwähnt sind Lymphknotenschwellungen häufig harmlos und vorübergehend. Nach einer Virusinfektion normalisieren sie sich beispielsweise meist innerhalb weniger Wochen. Unter bestimmten Umständen kann eine Schwellung jedoch auf ein ernsteres Problem hinweisen. Liegen die folgenden Symptome oder bestimmte Umstände vor, gelten geschwollene Lymphknoten als gefährlich oder bedeutsam und es sollte eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden:
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Anhaltende Schwellung: Nach einer Infektion wird meist erwartet, dass sich die Lymphknoten innerhalb von 2-4 Wochen normalisieren. Hält eine Schwellung ohne erkennbare Infektion länger als zwei Wochen an oder wird sie mit der Zeit nicht kleiner, sondern wächst weiter, ist dies bedeutsam. Besonders wenn nach 4 Wochen keine Besserung eingetreten ist, muss sie untersucht werden. Nach Abklingen gewöhnlicher Infektionen werden Lymphknoten tendenziell kleiner; bleibt dies aus, kann ein anderes Problem zugrunde liegen.
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Harte und unbewegliche Lymphknoten: Infektionsbedingt geschwollene Lymphknoten sind normalerweise elastisch und gegenüber dem umgebenden Gewebe beweglich, lassen sich also unter der Haut verschieben. Fühlen sie sich dagegen hart oder steinartig an und sind im umgebenden Gewebe fixiert, also unbeweglich, kann dies auf tumorbedingtes Wachstum hindeuten. Krebsmetastasen oder manche Lymphome verhärten die Struktur des Lymphknotens. Verdächtig ist auch, wenn mehrere Knoten miteinander verbacken als Paket (konglomeriert) tastbar sind, wie dies besonders bei tuberkulöser Lymphadenitis vorkommt.
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Sehr große Lymphknoten: Wie oben erwähnt liegen Lymphknoten von >1,5-2 cm über den als normal geltenden Grenzen. Ein Knoten, der Erbsen- oder Bohnengröße überschreitet und beispielsweise walnussgroß wird, muss besonders ohne Infektion ernst genommen werden. Selbst eine sehr kleine supraklavikuläre Schwellung kann zu 25-90% bösartig sein; in Regionen wie der Leiste sind Schwellungen über 2 cm bemerkenswert.
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Begleitende systemische Symptome: Weitere Alarmzeichen im Körper zusammen mit vergrößerten Lymphknoten sind ebenfalls ein Warnsignal. Unerklärliches Fieber (besonders hartnäckiges Fieber mit Nachtschweiß), Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Appetitverlust können auf ernsthafte Erkrankungen einschließlich Lymphomen hinweisen. Ein unbeabsichtigter Verlust von mehr als 10% des Körpergewichts innerhalb von 6 Monaten ist beispielsweise bei Lymphompatienten ein typischer Befund. Auch starke Abgeschlagenheit, anhaltende Müdigkeit und Hautausschläge unklarer Ursache, eine vergrößerte Milz oder Leber und anhaltender Husten sind zusammen mit Lymphknotenvergrößerungen bedeutsam. Treten mehrere dieser Zeichen gleichzeitig auf, sollte die Schwellung eingehend untersucht werden, statt sie als einfache Infektion anzusehen.
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Schmerzlose Lymphknotenschwellung: Infektionsbedingte Lymphadenopathien sind in der Regel druckempfindlich und schmerzhaft, weil die Entzündung Schmerzen verursacht. Dagegen fallen völlig schmerzlose, schleichend wachsende Lymphknoten stärker auf. Besonders Schwellungen, die über Wochen oder Monate langsam und schmerzlos wachsen, können bei tuberkulöser Lymphadenitis oder Lymphomen auftreten. Schmerzlosigkeit bedeutet nicht zwangsläufig etwas Bösartiges, sollte aber an eine nicht infektiöse Ursache denken lassen.
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Hautveränderungen: Bestehen an der Haut über dem geschwollenen Lymphknoten Rötung und Überwärmung, weist dies meist auf eine Entzündung des Knotens (Lymphadenitis) hin. Es kann eine bakterielle Infektion vorliegen, die manchmal Antibiotika oder eine Drainage erfordert. Aufmerksamkeit verdienen aber auch tiefe, harte Knoten, die ohne Hautverfärbung wachsen.
Zusammengefasst überschreiten Lymphknotenschwellungen in den genannten Situationen die üblichen Grenzen und müssen ärztlich beurteilt werden. Der Arzt wird dann durch ausführliche Anamnese und Untersuchung sowie gegebenenfalls weitere Tests nach der Ursache suchen.

Welche Symptome verursachen geschwollene Lymphknoten?
Wenn Ihre Lymphknoten anschwellen, können verschiedene Zeichen darauf aufmerksam machen. Eigentlich ist die Lymphknotenschwellung selbst ein Symptom, zu dem je nach zugrunde liegender Ursache meist weitere Befunde hinzukommen. Häufige Zeichen geschwollener Lymphknoten und mögliche Begleitsymptome lassen sich wie folgt zusammenfassen:
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Tastbare Schwellung: Ein geschwollener Lymphknoten fällt unter der Haut als Schwellung oder Knoten auf. Er kann erbsen-, bohnen- oder sogar walnussgroß sein. Ein plötzlich ertasteter Knoten seitlich am Hals oder unter dem Kiefer ist beispielsweise ein solches Zeichen. Die Schwellung kann an einer einzelnen Stelle oder gleichzeitig in mehreren Regionen, etwa Hals und Leiste, tastbar sein.
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Druckempfindlichkeit und Schmerzen: Bei infektionsbedingten Lymphknotenvergrößerungen bestehen häufig Berührungsempfindlichkeit oder Schmerzen in der betroffenen Region. Bei einer Rachenentzündung kann etwa Druck auf die geschwollenen Halslymphknoten wehtun. Nicht jede Lymphknotenschwellung muss jedoch schmerzhaft sein; manche wachsen ohne Schmerzen, besonders bei langsamem Wachstum.
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Rötung und Erwärmung der Haut: Die Haut über einem geschwollenen Lymphknoten kann rot und warm sein. Dies weist auf eine aktive Entzündung des Knotens hin und wird Lymphadenitis genannt. Bei einer furunkelartigen Infektion in der Achselhöhle kann beispielsweise der dortige Lymphknoten anschwellen und sich röten. Tiefer liegende Knoten ohne Hautveränderung fallen von außen dagegen nur als Schwellung auf.
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Allgemeine Infektionszeichen: Ist eine Infektion für die Lymphknotenschwellung verantwortlich, treten auch Symptome dieser Infektion auf. Fieber, Frösteln, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und ähnliche allgemeine Infektionszeichen können hinzukommen. Besonders bei Infektionen der oberen Atemwege treten Schnupfen, Halsschmerzen und Husten auf. Geschwollene Halslymphknoten zusammen mit Schnupfen und Fieber gehen beispielsweise wahrscheinlich auf eine Erkältung zurück.
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Zeichen einer generalisierten Lymphadenopathie: Schwellen Lymphknoten in mehreren Regionen an (generalisierte Lymphadenopathie), kann eine systemische Ursache vorliegen. Dann können geschwollene Lymphknoten am ganzen Körper auffallen. Sind etwa Hals-, Achsel- und Leistenlymphknoten gleichzeitig tastbar, kann dies auf ausgedehnte Infektionen wie Mononukleose oder HIV oder auf eine umfassende Immunerkrankung wie Lupus hinweisen. Eine generalisierte Lymphadenopathie geht meist mit systemischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Nachtschweiß und Gewichtsverlust einher.
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Härte oder eingeschränkte Beweglichkeit: Auch die Beschaffenheit des geschwollenen Knotens liefert Hinweise. Eine weiche, gummiartige und bewegliche Schwellung ist meist gutartig, etwa infektionsbedingt. Eine sehr harte, kautschukartige oder mit der Umgebung verwachsene (immobile) Raumforderung kann dagegen ernster, etwa tumorbedingt, sein. Zur Beurteilung prüfen Ärzte beim Abtasten Konsistenz und Beweglichkeit des Knotens.
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Weitere Begleitsymptome: Je nach Ursache können zahlreiche weitere Befunde hinzukommen, zum Beispiel: Nachtschweiß und länger anhaltendes Fieber (können Zeichen eines Lymphoms sein), Hautausschläge oder Wunden (etwa Hautausschlag bei Toxoplasmose oder eine Hautfistel bei tuberkulöser Lymphadenitis), Gelenkschmerzen (bei rheumatoider Arthritis), Bauchschmerzen oder ein aufgeblähter Bauch (infolge einer vergrößerten Milz oder Leber). In einem besonderen Fall sind Schmerzen im geschwollenen Lymphknoten nach Alkoholkonsum ein seltenes, aber spezifisches Zeichen des Hodgkin-Lymphoms. Die Symptome einer Lymphknotenschwellung können also als Ausdruck der Grunderkrankung sehr vielfältig sein.
Kurz gesagt sind eine tastbare Schwellung und Druckempfindlichkeit in der betreffenden Region die häufigsten Zeichen eines geschwollenen Lymphknotens. Weitere Hinweise müssen zeigen, wodurch die Schwellung verursacht wird. Hier kommen medizinische Fachkräfte ins Spiel und versuchen, die Ursache mit diagnostischen Methoden zu klären.
Ärztliche Beurteilung und Diagnostik geschwollener Lymphknoten
Wenn Sie wegen geschwollener Lymphknoten zum Arzt gehen, erhebt dieser zunächst eine ausführliche Krankengeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch. Angaben dazu, wann die Schwellungen begonnen haben, ob sie rasch wachsen, schmerzhaft sind und welche weiteren Beschwerden bestehen (Fieber, Gewichtsverlust usw.), sind diagnostisch sehr wertvoll. Anschließend tastet der Arzt Kopf-Hals-Bereich, Achselhöhlen und Leisten ab, um Größe, Konsistenz, Druckempfindlichkeit und Beweglichkeit der Lymphknoten zu beurteilen. Es erfolgt eine umfassende Lymphknotenuntersuchung am ganzen Körper. Bei der Bauchuntersuchung kann außerdem geprüft werden, ob Milz oder Leber vergrößert sind (Organomegalie).
Blutuntersuchungen: Nach der ersten Beurteilung werden zur Abklärung möglicher Ursachen einige Laboruntersuchungen veranlasst. Zu den grundlegenden Tests gehört ein vollständiges Blutbild (Hämogramm), das auf Infektionszeichen wie erhöhte weiße Blutkörperchen oder Blutkrebszeichen wie abnorme Zellen untersucht wird. Je nach Verdacht kommen biochemische Untersuchungen (Entzündungsmarker, Leber- und Nierenfunktion usw.) und gezielte Infektionstests hinzu, etwa ein EBV-Test bei Mononukleose, Toxoplasma-Antikörper, ein HIV-Test oder bei Tuberkulose ein PPD-Hauttest beziehungsweise Quantiferon-Bluttest. Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung können außerdem rheumatologische Tests wie ANA und RF angefordert werden. Diese Bluttests helfen, mögliche Ursachen der Lymphknotenschwellung einzugrenzen.
Bildgebende Verfahren: Bildgebung dient dazu, die innere Struktur der Lymphknoten und den Zustand tiefer gelegener Knoten zu untersuchen. Die Sonografie ist ein strahlungsfreies Verfahren, das häufig zur Beurteilung oberflächlicher Lymphknoten an Hals, Achselhöhle und Leiste eingesetzt wird. Im Ultraschall lassen sich Größe, Gleichmäßigkeit der inneren Struktur und Durchblutung darstellen. Bei Bedarf kommen Röntgenaufnahmen und insbesondere Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) hinzu, um Lymphknoten etwa im Brust- oder Bauchraum abzubilden. Bei länger anhaltender Halslymphadenopathie kann beispielsweise ein Röntgenbild der Lunge zur Tuberkuloseabklärung angefertigt werden. Eine Ganzkörper-PET-CT kann die Ausbreitung eines Lymphoms erfassen. Die Bildgebung hilft zu entscheiden, welche Knoten abnorm sind und ob eine Biopsie erforderlich ist.
Lymphknotenbiopsie: Lässt sich trotz dieser Untersuchungen keine sichere Diagnose stellen oder hat der Arzt einen ernsthaften Verdacht, ist die Biopsie die verlässlichste Diagnosemethode. Dabei wird eine Probe des geschwollenen Lymphknotens unter dem Mikroskop untersucht. Meist wird der Knoten ganz oder teilweise operativ entfernt; manchmal erfolgt eine Nadelbiopsie, etwa eine Feinnadelaspiration oder Stanzbiopsie (Tru-Cut). Der Pathologe untersucht das Gewebe auf Krebszellen und bei einer Infektion auf deren Art, etwa Tuberkulose. Besonders für die Lymphomdiagnose ist eine Biopsie unverzichtbar, denn Typ und Eigenschaften eines Lymphoms lassen sich nur pathologisch feststellen. Bei Verdacht auf metastasierenden Krebs kann eine Lymphknotenbiopsie auch den Zelltyp des Primärtumors bestimmen. Die Ergebnisse sind ebenfalls richtungsweisend für die Behandlungsplanung.
Weitere Untersuchungen: Selten sind zusätzliche Tests erforderlich, um die Ursache eines vergrößerten Lymphknotens zu klären. Beispiele sind Kulturen aus Lymphknotenflüssigkeit, besonders bei suppurativen, also eitergefüllten Knoten, oder molekulare Tests wie PCR zum Nachweis von Tuberkulose oder Toxoplasmen. In den meisten Fällen reichen jedoch körperliche Untersuchung, Bluttests, Bildgebung und Biopsie zur Diagnose aus.
Nach der Abklärung wird der Arzt die Ursache Ihrer Lymphknotenschwellung feststellen und einen darauf abgestimmten Behandlungsplan empfehlen. Wie werden geschwollene Lymphknoten behandelt? Darum geht es im letzten Abschnitt.
Wie werden geschwollene Lymphknoten behandelt? Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung geschwollener Lymphknoten muss sich vollständig nach der zugrunde liegenden Ursache richten. Es gibt kein Medikament, das allein den Lymphknoten abschwellen lässt; wird die Ursache beseitigt, geht die Schwellung meist von selbst zurück. Je nach diagnostisch festgestellter Ursache kommen daher unterschiedliche Behandlungsansätze zum Einsatz:
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Infektionsbedingte Lymphknotenschwellung: Da Infektionen die häufigste Ursache sind, richtet sich die Behandlung meist auf deren Beseitigung. Bei bakteriellen Infektionen ist die Antibiotikabehandlung der grundlegende Ansatz. Hat beispielsweise ein bakterieller Zahnabszess einen Lymphknoten anschwellen lassen, werden geeignete Antibiotika und eine Drainage eingesetzt. Bei einer Streptokokken-Racheninfektion werden die Halslymphknoten unter Antibiotika ebenfalls kleiner. Bei Virusinfektionen helfen Antibiotika dagegen nicht. Hier sind unterstützende Behandlung und Zeit die beste Lösung. Hat der Körper das Virus überwunden, normalisieren sich auch die Lymphknoten. Bei einer Erkältung werden etwa Ruhe, reichlich Flüssigkeit und gegebenenfalls fiebersenkende Mittel eingesetzt; die Knoten schwellen innerhalb einiger Wochen ab. Hat sich ein infizierter Lymphknotenabszess gebildet, ist der Knoten also mit Eiter gefüllt, können eine kleine operative Entleerung (Drainage) und anschließend Antibiotika erforderlich sein. Bei Pilz- oder Parasiteninfektionen werden Antimykotika beziehungsweise antiparasitäre Medikamente eingesetzt. Bei besonderen Situationen wie einer HIV-Infektion kann eine gegen HIV gerichtete antivirale Behandlung (ART) auch die Lymphknotenschwellung unter Kontrolle bringen.
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Schwellung durch Erkrankungen des Immunsystems: Ist eine Autoimmunerkrankung wie Lupus oder rheumatoide Arthritis für die Lymphknotenvergrößerung verantwortlich, hat deren Behandlung Vorrang. Wird die Erkrankung durch fachärztlich verordnete Kortikosteroide, Immunsuppressiva oder Biologika unterdrückt, gehen auch reaktive Lymphknotenschwellungen zurück. Nimmt etwa bei rheumatoider Arthritis die Gelenkentzündung unter Behandlung ab, wird auch der Achsellymphknoten kleiner. Bei Erkrankungen wie Sarkoidose können das Immunsystem regulierende Behandlungen, etwa Kortison, die Lymphknoten ebenfalls verkleinern.
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Bei Krebs (Malignität): Ergibt die Untersuchung, dass die Lymphknotenschwellung durch Krebs verursacht wird, richtet sich die Behandlung nach dessen Art und Stadium. Wird ein Lymphom festgestellt, können je nach Unterform (Hodgkin oder Non-Hodgkin) und Ausbreitung Chemotherapie, Immuntherapie und/oder Strahlentherapie erforderlich sein. Bei manchen Lymphomen gehören auch eine Hochdosis-Chemotherapie und anschließende Knochenmark- beziehungsweise Stammzelltransplantation zu den Möglichkeiten. Bei Leukämie ist Chemotherapie die Hauptbehandlung; bei Bedarf kommt eine Knochenmarktransplantation infrage. Bei Lymphknotenmetastasen solider Organtumoren werden meist durch eine Operation sowohl der Primärtumor als auch die betroffenen Lymphknoten entfernt, etwa durch eine axilläre Lymphknotendissektion bei Brustkrebs. Anschließend wird mit Strahlentherapie oder Chemotherapie versucht, verbliebene Zellen zu zerstören. Die Behandlung krebsbedingter Lymphknotenvergrößerungen besteht also aus operativen und onkologischen Therapien, die sich gegen den Krebs selbst richten. Da Lymphknoten Hinweise auf den Krebsverlauf liefern können, verfolgen Onkologen sie auch nach der Behandlung weiter.
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Behandlung anderer Ursachen: Ist eine Arzneimittelnebenwirkung für die Schwellung verantwortlich, lässt sich das Problem durch Absetzen des Medikaments und gegebenenfalls einen Wechsel lösen, etwa auf ein anderes Antiepileptikum statt Phenytoin. Nach einer Impfung auftretende Lymphadenopathien bilden sich meist innerhalb weniger Wochen von selbst zurück. Bei starken Beschwerden können Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Bei idiopathischen Lymphadenopathien, deren Ursache nicht feststellbar ist, wird der Patient zunächst beobachtet. Bleiben Beschwerden aus und verschwindet die Schwellung mit der Zeit, ist kein Eingriff nötig.
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Unterstützende und symptomatische Behandlung: Neben der ursächlichen Behandlung können unterstützende Maßnahmen die unangenehmen Auswirkungen geschwollener Lymphknoten lindern. Wärmeanwendungen (warme Kompresse), etwa ein warmes, feuchtes Tuch auf der Stelle, können durch verbesserte Durchblutung Schmerzen und Schwellung etwas lindern. Empfohlen werden warme Kompressen mehrmals täglich für 10-15 Minuten. Bei Schmerzen oder Druckempfindlichkeit können rezeptfreie Schmerz- und Fiebermittel wie Paracetamol (Acetaminophen) oder Ibuprofen eingenommen werden. Viel Flüssigkeit und Ruhe können die Genesung beschleunigen, indem sie die Widerstandskraft unterstützen. Diese Maßnahmen beseitigen natürlich nicht die zugrunde liegende Ursache, entlasten aber besonders bei infektionsbedingten Schwellungen und unterstützen die Heilung.
Zusammenfassend gilt: Die Behandlung geschwollener Lymphknoten beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Medikament oder Verfahren, sondern richtet sich vollständig nach der Ursache. Wichtig ist die Unterscheidung, wann eine Schwellung eine normale Körperreaktion und wann sie ein Krankheitszeichen ist. Infektionsbedingte Lymphknotenschwellungen sind meist vorübergehend und bilden sich nach Abklingen der Infektion zurück. Bei unklaren Fällen und besonders bei den oben als „gefährlich“ bezeichneten Merkmalen sollte jedoch unbedingt eine medizinische Einrichtung aufgesucht werden. Bei früher Diagnose lassen sich mit der Behandlung meist gute Ergebnisse erzielen, ob eine Infektion oder eine andere Erkrankung vorliegt. Unsere Lymphknoten, die tapferen Wächter des Immunsystems, geben wichtige Signale über die Vorgänge in unserem Körper; sie richtig einzuschätzen, ist für unsere Gesundheit entscheidend.
Quellen
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