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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie

Deutliches Ansprechen auf Olaparib und Durvalumab bei Pankreaskarzinom mit DDR-Mutationen

Deutliches Ansprechen auf Olaparib und Durvalumab bei Pankreaskarzinom mit DDR-Mutationen
In diesem Artikel

Olaparib und Durvalumab in Kombination nehmen therapieresistente Pankreastumoren ins Visier

Öffnet sich eine neue Tür in der Behandlung?

Das Pankreaskarzinom gehört zu den schwierigsten Herausforderungen der Onkologie. Besonders im metastasierten Stadium erleben wir leider häufig, dass sich selbst bei Patienten, die auf eine platinbasierte Standardchemotherapie ansprechen, nach einiger Zeit Resistenzen entwickeln und die Krankheit fortschreitet. In dieser Situation sind unsere Möglichkeiten sehr begrenzt.

Eine neue Phase-2-Studie, die auf dem ASCO Gastrointestinal Cancers Symposium 2026 vorgestellt wurde (Abstract 724), berichtet jedoch über eine ermutigende Entwicklung für Patienten mit einem bestimmten genetischen Merkmal: DDR-Mutationen.

Die Studie zeigt, dass die Kombination eines Medikaments, das die „genetische Reparatur“ des Tumors stört, eines PARP-Inhibitors, mit einem das Immunsystem stärkenden Medikament, einer Immuntherapie, die Krankheit selbst bei intensiv vorbehandelten Patienten lange kontrollieren kann. Hier die Einzelheiten ...

Klinisches Glossar: Die Begriffe verstehen
DDR-Gene (DNA-Schadensreparatur): Gene, die DNA-Schäden in der Zelle reparieren, etwa BRCA1, BRCA2 und PALB2. Sind sie durch Mutationen verändert, kann die Krebszelle DNA-Schäden nicht reparieren und wird gegenüber PARP-Inhibitoren angreifbar.
Olaparib (PARP-Inhibitor): Ein zielgerichteter Wirkstoff, der auch den alternativen DNA-Reparaturweg der Krebszelle blockiert und sie dadurch in den Tod treibt. Er wird als Tablette eingenommen.
Durvalumab (Immuntherapie): Ein intravenös verabreichter PD-L1-Inhibitor, der die Bremse des Immunsystems löst, damit es den Tumor angreifen kann.
Synergie: Zwei Medikamente entfalten gemeinsam eine wesentlich größere Wirkung als jeweils allein (1+1 > 2). In dieser Studie sollte der PARP-Inhibitor den Tumor für die Immuntherapie empfindlich machen und so eine Synergie bewirken.

Das Studiendesign: Wer wurde eingeschlossen?

In diese Phase-2-Studie unter der Leitung von Dr. Teresa Macarulla vom Vall d’Hebron-Institut in Spanien wurden 40 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom aufgenommen. Sie hatten folgende gemeinsame Merkmale:

  • Genetisches Profil: Alle trugen Mutationen in BRCA1, BRCA2 oder PALB2 (bei 80% der Patienten lag eine BRCA2-Mutation vor).
  • Bisherige Behandlung: Sie hatten eine platinbasierte Chemotherapie erhalten und darauf angesprochen; ihre Tumoren waren geschrumpft. Allerdings hatten 82.5% bereits mindestens 3 Therapielinien durchlaufen, ihre Behandlungsmöglichkeiten waren somit erschöpft.
  • Anwendung: Die Patienten erhielten Olaparib als Tablette zweimal täglich und Durvalumab intravenös alle 4 Wochen in Kombination.

Die Ergebnisse: Ein Erfolg über die Erwartungen hinaus

Die Forscher waren zurückhaltend, weil sie wussten, dass die Immuntherapie mit Durvalumab allein bei Pankreaskarzinom wenig wirksam ist. Die Ergebnisse fielen jedoch überraschend positiv aus.

Tumoransprechrate (ORR)

32.5%

Bei etwa einem Drittel der Patienten schrumpfte der Tumor deutlich. Die Krankheitskontrollrate einschließlich der Patienten ohne Tumorwachstum erreichte mit 77.5% ein sehr hohes Niveau.

Statistiken zur Überlebenszeit

15.4 Monate
Medianes Gesamtüberleben
14.5 Monate
Dauer des Ansprechens

*Für ein intensiv vorbehandeltes metastasiertes Pankreaskarzinom ist eine Überlebenszeit von 15 Monaten bemerkenswert.

Nebenwirkungen: Ist die Behandlung verträglich?

Die Kombination wurde insgesamt als sicher bewertet. Schwere behandlungsbedingte Nebenwirkungen ab Grad 3 traten bei nur 15% der Patienten auf.

  • Anämie (Blutarmut): Die häufigste schwere Nebenwirkung (10%).
  • Beherrschbarkeit: Die meisten Nebenwirkungen ließen sich behandeln und erforderten keinen Abbruch der Therapie.
Kommentar der DROZDOGAN Akademie

Den seit Jahren gesuchten Schlüssel zur „Empfindlichkeit für Immuntherapie“ beim Pankreaskarzinom könnten wir in den PARP-Inhibitoren gefunden haben. Die Studie zeigt, dass bei Patienten mit DDR-Mutationen wie BRCA eine chemotherapiefreie Phase als Erhaltungstherapie möglich sein könnte.

Wie auch Dr. Macarulla betont, sind die Ergebnisse besser als erwartet. Bevor diese Therapie zum Standard werden kann, sind jedoch größere Phase-3-Studien erforderlich. Dennoch könnte das Schema für Patienten mit positivem Gentest und ausgeschöpften Optionen bereits jetzt eine wertvolle Möglichkeit im Rahmen einer klinischen Studie oder einer Off-Label-Anwendung außerhalb der Zulassung sein.

Die Studie unterstreicht erneut, wie lebenswichtig ein „Gentest“ auf BRCA, PALB2 und weitere Veränderungen bei jedem Patienten mit der Diagnose Pankreaskarzinom ist.

Quelle:
  1. Macarulla T, et al. Durvalumab plus olaparib in patients with metastatic pancreatic cancer and DNA damage repair gene alterations: A phase 2 study. ASCO Gastrointestinal Cancers Symposium. 2026; Abstract 724.
DROZDOGAN KI

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