Dysphagie (Schluckbeschwerden)

In diesem Artikel
Beim Schlucken gelangt gekaute Nahrung aus dem Mund in die Speiseröhre und weiter in den Magen. Bleibt sie in der Speiseröhre, kann eine Störung ihrer Muskeln vorliegen. Schwierigkeiten, Speisen oder Flüssigkeiten vom Mund in den Magen zu bewegen, heißen Dysphagie. Sie kann durch bestimmte Gehirn- oder rheumatische Erkrankungen entstehen. Die schwerwiegendste Ursache ist jedoch Krebs der Speiseröhre oder im Kopf-Hals-Bereich. Krebs- oder therapiebedingte Schluckbeschwerden hängen von Behandlungsart, Vorgehen sowie Tumorgröße und -lage ab.
Was verursacht krankheits- und therapiebedingte Schluckbeschwerden?
Manche Krebsarten und Therapien können sie auslösen: Kopf-Hals- oder Speiseröhrenkrebs, Chemo- oder Strahlentherapie und Operationen.
- Chirurgischer Eingriff: Operationen im Mund vermindern die Kontrolle über Speisen und Getränke und erschweren dadurch das Schlucken.
- Strahlentherapie & Chemotherapie: Strahlentherapie kann Mundwunden, Trockenheit und eingeschränkte Mundbewegung verursachen. Das erschwert Essen und Flüssigkeitsschlucken.
- Nach Behandlungen kann Soor (Pilzbefall) in Mund und Rachen auftreten. Das ist häufig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und lassen Sie nachgewiesenen Pilzbefall behandeln. Gute Mundhygiene beugt ihm vor.
Dysphagiesymptome
Mögliche Anzeichen sind:
- Schmerzen beim Schlucken
- Vermehrter Speichel im Mund
- Unfähigkeit zu schlucken
- Fremdkörper- oder Kloßgefühl im Hals
- Husten, wenn schwer passierbare Nahrungsstücke beim Schlucken mit Flüssigkeit und Speichel über die Atemwege in die Lunge gelangen
- Gefühl feststeckender Nahrung im Hals oder Brustkorb
- Druck und Schmerzen im Brustkorb
- Häufiges Sodbrennen
- Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
Folgende Maßnahmen können die Beschwerden lindern.
- Körperhaltung anpassen
- Beim Essen und Trinken möglichst aufrecht sitzen.
- Niemals dabei liegen.
- Bei Unwohlsein aufstehen, den Körper strecken und sich ohne Überanstrengung durch Gehen bewegen.
- Essen Sie in den letzten 3 Stunden vor dem Schlafen nicht. Verbliebene Nahrung in der Speiseröhre kann sonst Schmerzen und nächtliches Unwohlsein verursachen.
- Achten Sie gegebenenfalls auf gut sitzenden Zahnersatz.
Schluckverhalten anpassen
- Speisen in kleine Stücke teilen.
- Auf appetitlichen Geruch und ansprechendes Aussehen achten.
- Ein angenehmer Geschmack fördert die Speichelproduktion.
- Nahrung mit reichlich Flüssigkeit schlucken.
Beim Essen nicht hetzen. - In ruhiger und stiller Umgebung essen.
- Speisen bei Bedarf andicken.
Suchen Sie Ihren Arzt auf
Bei Beeinträchtigung des Alltags sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Befolgen Sie nie ohne sein Wissen eigenständig Ratschläge vom Hörensagen. Nach den nötigen Untersuchungen wird er erforderliche Ergänzungen und/oder Änderungen vornehmen.
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