Erstes zielgerichtetes Medikament gegen Gallengangskrebs erhält die FDA-Zulassung

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Für bereits vorbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem intrahepatischem Gallengangskrebs (Cholangiokarzinom) und einer FGFR-Veränderung erhielt Pemigatinib (Pemazyre) am 17. April 2020 von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) eine beschleunigte Zulassung.
Eine wichtige Nachricht für die Onkologie
Damit steht uns bei einer Krebsart, die uns vor große Schwierigkeiten stellt, nun eine verlässliche FDA-zugelassene Option zur Verfügung.
Das Cholangiokarzinom ist eine seltene Krebsart der Gallengänge, der dünnen Röhren, die die verdauungsfördernde Gallenflüssigkeit von der Leber zur Gallenblase und zum Dünndarm transportieren.
Die heutige Zulassung gilt für Tumoren, die lokal fortgeschritten sind, also über das Ursprungsorgan hinausgewachsen, aber noch nicht in entfernte Körperregionen gestreut haben, oder metastatisch sind, also in andere Körperregionen gestreut haben, und bei denen im als Fibroblasten-Wachstumsfaktorrezeptor 2 (FGFR2) bezeichneten Gen eine Genfusion oder eine andere Umlagerung vorliegt.

Bei der Diagnose haben die meisten Patienten mit Cholangiokarzinom bereits fortgeschrittenen Krebs, der sich nicht mehr operativ behandeln lässt. Für diese Patienten gab es bisher keine FDA-zugelassenen Therapien; eine Kombination von Chemotherapeutika war die standardmäßige Erstlinienbehandlung. In den Tumoren von etwa 9% bis 14% der Patienten mit Cholangiokarzinom wurden FGFR2-Fusionen gefunden. Das neue Medikament mit dem Wirkstoff Pemigatinib ist eine Tablette, die FGFR2 blockiert, um Wachstum und Ausbreitung der Tumorzellen zu verhindern.
Zulassung durch die Phase-II-Studie FIGHT-202
Die Zulassung von Pemazyre beruhte auf Ergebnissen von FIGHT-202, in die 107 bereits vorbehandelte Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastatischem Cholangiokarzinom und einer FGFR2-Fusion oder Umlagerung aufgenommen wurden. Diese klinische Phase-II-Studie lieferte die Zulassungsgrundlage. Während der Studie nahmen die Patienten Pemazyre an 14 aufeinanderfolgenden Tagen einmal täglich ein, gefolgt von 7 behandlungsfreien Tagen. Diese 21-tägigen Zyklen wurden bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu einer nicht verträglichen Nebenwirkung fortgesetzt. Zur Beurteilung der Wirkung wurden die Patienten alle acht Wochen untersucht. Die Studie verwendete die Gesamtansprechrate, um zu messen, bei wie vielen Patienten die Tumoren während der Behandlung vollständig oder teilweise ansprachen.
Ergebnisse der Studie
- Die Gesamtansprechrate betrug 36%; es gab 3 vollständige Remissionen (2,8%) und 33% partielle Remissionen.
- Die Krankheitskontrollrate betrug 82%.
- Das mediane progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben lagen bei 6,9 beziehungsweise 21,1 Monaten.
- Die häufigste Nebenwirkung war eine leichte Hyperphosphatämie (Grad 1-2), also erhöhter Phosphatgehalt im Blut, mit einer Häufigkeit von 60%. Sie ließ sich vor allem durch Ernährungsanpassung und Phosphatbinder kontrollieren. Die häufigsten Nebenwirkungen bei mindestens 20% der mit Pemazyre behandelten Patienten waren Hyperphosphatämie und Hypophosphatämie (Elektrolytstörungen), Alopezie (Haarausfall), Durchfall, Nagelveränderungen, Müdigkeit, Dysgeusie (Geschmacksstörung), Übelkeit, Verstopfung, Stomatitis (Schmerzen oder Entzündung im Mund), trockene Augen, Mundtrockenheit, verminderter Appetit, Erbrechen, Gelenkschmerzen, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, trockene Haut und okuläre (Augen-)Toxizität.
Mit dieser Zulassung ist die genetische Tumoranalyse für Patienten mit fortgeschrittenem Cholangiokarzinom zu einem neuen Standard geworden
Als Bedingung dieser beschleunigten Zulassung wird der Sponsor eine randomisierte Phase-III-Studie abschließen und deren Ergebnisse vorlegen, die eine Verbesserung des progressionsfreien oder des Gesamtüberlebens zeigen.
Quellen
fda.gov - 17. April 2020.
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