Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe könnte weltweit JEDEN FÜNFTEN TODESFALL verursachen

Jährlich könnte weltweit schätzungsweise jeder fünfte Todesfall (18% – 21,5%) der Verschmutzung durch fossile Brennstoffe zugeschrieben werden, eine deutlich höhere Zahl als bisher angenommen. Darauf weist eine neue, im Vereinigten Königreich mitverfasste Studie hin.
Environmental Research veröffentlichte eine Studie, die auf die Exposition gegenüber luftgetragenen Feinpartikeln durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe (PM2.5) schätzungsweise jährlich 8,7 Millionen vorzeitige Todesfälle zurückführt (95% CI; −1,8 bis 14,0).
Zu den wichtigsten mit fossilen Brennstoffen verbundenen Erkrankungen gehören Atemwegserkrankungen wie Asthma, Lungenkrebs, koronare Herzkrankheit und Schlaganfall.
Bislang bezifferte die Global Burden of Disease Study die jährliche Gesamtzahl der Todesfälle durch PM 2.5 im Freien auf 4,2 Millionen Menschen. Frühere Forschung stützte sich auf Satelliten- und Bodenbeobachtungen, um die durchschnittlichen globalen jährlichen luftgetragenen PM 2.5-Konzentrationen zu schätzen. Diese Methoden können jedoch Partikel aus fossilen Brennstoffemissionen nicht von Staub, Waldbrandrauch oder anderen Quellen unterscheiden.
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Die hier behandelte aktuelle Analyse untersuchte ausschließlich die Sterblichkeit im Zusammenhang mit PM 2.5 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Sie nutzte eine aktuelle Metaanalyse neuerer Studien mit einem breiteren Expositionsbereich.
Die relativen Sterberisiken wurden anhand von Funktionen modelliert, die langfristige PM 2.5-Exposition mit der Sterblichkeit verknüpfen und Nichtlinearität in der Konzentrationsreaktion berücksichtigen. Auch die Sterblichkeit durch Infektionen der unteren Atemwege bei Kindern unter fünf Jahren in Amerika und Europa wurde angepasst, in Regionen, in denen für die durch PM 2.5-Exposition verursachte Gesundheitsfolge verlässliche Angaben zum relativen Risiko vorliegen.
Die größten Auswirkungen auf die Sterblichkeit wurden für Regionen mit erheblichen Mengen fossilbedingter PM 2.5 geschätzt, insbesondere China, Indien, Teile der östlichen USA, Europa und Südostasien.
Weltweit entfielen auf die PM 2.5-Exposition durch fossile Brennstoffemissionen schätzungsweise 21,5% aller Todesfälle im Jahr 2012. Dank Maßnahmen zur Luftqualität in China sank dieser Anteil 2018 auf 18%.
Die Autoren hoffen, dass ihre Ergebnisse bei politischen Entscheidungsträgern ein stärkeres Gefühl der Dringlichkeit für den Wechsel zu alternativen Energiequellen wecken.

Das obige Foto: Dieses Foto aus dem Jahr 2016 zeigt, wie schwer die Luftverschmutzung in Chinas Hauptstadt Peking geworden ist. Sonne und blauer Himmel sind fast nicht mehr zu sehen. Eine Folge ist, dass die Stadtbewohner wegen des trüben Himmels eher zu Depressionen neigen. Offenbar versucht man, diese bedrückende Umgebung mit riesigen, im Stadtzentrum aufgestellten Bildschirmen wenigstens etwas abzumildern.
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