Roboterchirurgie 2000 – Die neue Generation im Operationssaal

Der Journalist David Von Drehle schildert seine Beobachtungen zur Roboterchirurgie eindrucksvoll:
„Eine große Operation ist im Gange … aber weder Patient noch Chirurg sind zu sehen. Irgendwo muss hier jemand ein Skalpell führen, doch sichtbar sind nur Menschen, die fast im Dunkeln an Maschinen sitzen. Die größte steht mitten im Raum: ein seltsamer, spinnenartiger Riese unter Kunststoffhüllen.“
Eine der verbreitetsten Formen der Roboterchirurgie ähnelt der durch kleine Schnitte vorgenommenen, auch Schlüssellochoperation oder minimalinvasive Chirurgie genannten laparoskopischen Chirurgie. Statt sich über den Patienten zu beugen und röhrenartige Instrumente direkt in dessen Bauchhöhle zu bewegen, kann der Chirurg bequem an einer Konsole sitzen. Während er dreidimensionale Bilder aus dem Körperinneren betrachtet, steuert er Instrumente an mehreren Roboterarmen.
Die Roboterchirurgie bietet zusätzliche Vorteile gegenüber der Laparoskopie, die bereits Blutverlust und Schmerzen vermindert und die Erholung beschleunigt. So kann sie das Zittern der Hände ausgleichen. Große Handbewegungen lassen sich verkleinern, um kleine Bewegungen und Manipulationen präziser auszuführen. „Telechirurgie“ beschreibt außerdem, wie ein Chirurg mithilfe schneller Kommunikationsnetze einen Patienten an einem anderen Ort operieren kann.
Im Jahr 2000 wurde der amerikanische Chirurg Mani Menon in den Vereinigten Staaten zum ersten Chirurgen, der eine krebsbefallene Prostata mithilfe eines Roboters entfernte und im selben Jahr das erste robotergestützte Prostatektomie- Zentrum des Landes gründete. Heute wird die robotergestützte Laparoskopie unter anderem für Gebärmutterentfernungen, Mitralklappenrekonstruktionen, Hernienoperationen und Gallenblasenentfernungen eingesetzt. Von Drehle betont, wie leicht sich mit diesen Verfahren das Operationsfeld darstellen lässt:
„Der Bauchraum ist ein wunderbarer Ort: Chirurgen können ihn mit Kohlendioxid wie einen Ballon aufblasen und anschließend wie ein Filmstudio ausleuchten.“
Im Text erwähnte historische Persönlichkeit: Mani Menon (geb. 1948)
- Vorheriges Thema: RNA-Interferenz 1998 – Gezielte Stilllegung der Genexpression
- Nächstes Thema: Telechirurgie 2001 – Globale chirurgische Verbindungen
Quellen
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