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1 von 4 wissenschaftlichen Arbeiten stammt aus China – Was geschieht hinter verschlossenen Türen?

1 von 4 wissenschaftlichen Arbeiten stammt aus China – Was geschieht hinter verschlossenen Türen?
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Internationale Kooperationen in Wissenschaft und Technologie werden derzeit aus Sicherheitsbedenken neu ausgerichtet. Besonders Chinas wachsender Einfluss auf wissenschaftliche Veröffentlichungen und die angespannten Beziehungen zu den USA führen weltweit zu neuen Diskussionen über Forschungssicherheit.

Ein Blick auf die Zahlen

1980 stammten von chinesischen Autoren weniger als 2% der in Web of Science erfassten Forschungsartikel. Bis 2023 war dieser Anteil auf 25% gestiegen. Damit liegt China bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen weltweit vor den USA, deren Anteil etwa 14% beträgt.

Im Jahr 2022 erhielten chinesische Unternehmen zudem insgesamt 40,000 US-Patente, die ausländischen Anmeldern zugerechnet wurden, und lagen damit deutlich über den 2,000 Patenten britischer Unternehmen. Dies verdeutlicht die hohe Patentaktivität chinesischer Unternehmen und ihren erheblichen Vorsprung gegenüber Großbritannien in diesem Bereich.

Der Anteil der Türkei liegt bei etwa 1,5%

Nach Angaben von TÜBİTAK entstanden 2023 in der Türkei etwa  50 Tausend  in Web of Science erfasste wissenschaftliche Veröffentlichungen. China veröffentlichte im selben Jahr etwa  898 Tausend  wissenschaftliche Artikel. Die 50 Tausend Veröffentlichungen aus der Türkei entsprechen ungefähr  1,5%  des weltweiten Aufkommens.

Chinas Wissenschafts- und Technologiestrategie: Geheimhaltung und hohe Produktion

China baut seine wissenschaftlichen und technologischen Aktivitäten intensiv aus, um im technologischen Wettbewerb voranzukommen, und hält diese Arbeiten häufig geheim. Zu den Methoden zur Aneignung westlicher Technologien gehören erzwungener Technologietransfer, Industriespionage und Cyberdiebstahl. So haben amerikanische Nachrichtendienste und Technologieunternehmen dokumentiert, dass chinesische Akteure über Jahre westliche Innovationen illegal an sich gebracht hätten. Diese Strategie hat Chinas schnellen Aufstieg in globalen Innovationsrankings und eine führende Rolle insbesondere bei künstlicher Intelligenz und 5G ermöglicht. Zugleich entstehen Bedenken hinsichtlich internationaler Normen und geistiger Eigentumsrechte.

Mehr Sicherheitsmaßnahmen, weniger Zusammenarbeit?

Das erneuerte bilaterale Wissenschafts- und Technologieabkommen zwischen den USA und China veranschaulicht diese Sorgen: Es begrenzt die Zusammenarbeit und ergänzt Mechanismen zur Beilegung von Streitigkeiten. Auch die Europäische Union, Kanada und Japan haben ähnliche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Könnten diese Vorkehrungen den wissenschaftlichen Fortschritt gefährden, der durch internationale Kooperationen entsteht?

Wissenschaft und Technologie: Fortschritt hinter verschlossenen Türen?

Wissenschaft beruht auf dem freien grenzüberschreitenden Austausch von Ideen und Talenten. Internationale Kooperationen machen etwa 25% der wissenschaftlichen Artikel aus und erzielen häufig größere Wirkung. Wenn Sicherheitsbedenken diesen Austausch beschränken, kann auch wissenschaftliche Innovation gefährdet sein.

Welche Lösungen sind denkbar?

Verschiedene Strategien können internationale Kooperationen erhalten und Sicherheitsbedenken ausbalancieren. Beispielsweise könnten Ethikgremien und Ausschüsse zur Sicherheitsbewertung wirksamer für Forschungssicherheit eingesetzt werden. Sichere Plattformen für Informationsaustausch und Zusammenarbeit könnten außerdem die Transparenz wissenschaftlicher Arbeit verbessern.

Fazit: Eine Brücke zwischen Offenheit und Sicherheit in der Wissenschaft

Internationale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie ist sowohl für den wissenschaftlichen Fortschritt als auch für die globale Sicherheit entscheidend. Auch wenn stärkere Schutzmaßnahmen erforderlich sind, dürfen sie wissenschaftliche Offenheit nicht ersticken. Forschungseinrichtungen weltweit sollten bei der Umsetzung neuer Anforderungen Kooperation und Offenheit fördern, statt Misstrauen und Abschottung. Wissenschaft entwickelt sich durch offenen Dialog und gemeinsame Arbeit weiter, nicht hinter verschlossenen Türen.

Quellen

1. Can Science Be Both Open and Secure? Nations Grapple With Tightening Research Security as China’s Dominance Grows. Caroline Wagner, The Conversation | Publish DateJanuary 17, 2025. https://www.cancertherapyadvisor.com/features/can-science-be-both-open-and-secure-nations-grapple-with-tightening-research-security-as-chinas-dominance-grows/

2. Clarivate Report Reveals China Challenging U.S. Research Dominance, Signaling Future Research Ambitions. Company Release - 10/31/2023 3:00 AM ET. https://ir.clarivate.com/news-events/press-releases/news-details/2023/Clarivate-Report-Reveals-China-Challenging-U.S.-Research-Dominance-Signaling-Future-Research-Ambitions/default.aspx
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