CAR-ähnliche T-Zell-Therapie der nächsten Generation bei Magenkrebs

In diesem Artikel
Bemerkenswerter Anstieg der Ansprechraten
Die Grenzen der Immuntherapie erweitern
Magenkarzinome und Karzinome des gastroösophagealen Übergangs (Verbindung zwischen Speiseröhre und Magen) gehören zu den am schwierigsten behandelbaren Tumoren. Zusätzliche Immuntherapien (PD-1-Hemmer) zur Standardchemotherapie brachten in den letzten Jahren zwar Fortschritte, die langfristigen Überlebensraten sind jedoch weiterhin unbefriedigend. Der wichtigste Grund ist, dass Immunzellen nur schwer in die dichte und feste „Mikroumgebung“ des Tumors eindringen.
Eine neue Studie, vorgestellt beim ASCO Gastrointestinal Cancers Symposium 2026(Abstract 291), bietet jedoch eine „intelligente“ Lösung. Chinesische Forscher statteten die eigenen T-Zellen der Patienten im Labor mit einem besonderen „durchdringenden“ Molekül (iRGD) aus. Dadurch wurden sie zu besonders wirksamen Kämpfern, die bis ins Tumorinnere gelangen.
Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Durch die zusätzliche Zelltherapie verdoppeln sich die Rate der Tumorverkleinerung und die Dauer der Krankheitskontrolle nahezu. Hier die Einzelheiten einer möglichen Revolution in der Magenkrebsbehandlung.
Studiendesign: Wer wurde wie behandelt?
In diese von Dr. Qin Liu und seinem Team geleitete Phase-2-Studie wurden zuvor unbehandelte Patienten mit metastasiertem oder nicht operablem Magen-/Speiseröhrenkrebs (GC/GEJC) aufgenommen: 131 Patienten wurden auf zwei Arme verteilt:
Experimenteller Arm (66 Patienten)
- SOX-Chemotherapie
- Anti-PD-1 (Immuntherapie)
- CAR-ähnliche T-Zellen
Kontrollarm (65 Patienten)
- SOX-Chemotherapie
- Anti-PD-1 (Immuntherapie)
Ergebnisse: Statistisch signifikanter Unterschied
Der primäre Studienendpunkt, die „objektive Ansprechrate“ (Tumorverkleinerung), war im Arm mit der neuen Therapie deutlich höher.
Rate der Tumorverkleinerung (ORR)
(P = .004, statistisch signifikant)
Zeit ohne Fortschreiten der Erkrankung (PFS)
Hazard Ratio: 0.57 (43 % geringeres Progressionsrisiko)
Sicherheitsprofil
Die Nebenwirkungen einer so wirksamen Kombination waren von besonderem Interesse. In der Studie zeigten sich keine neuen oder unerwarteten Sicherheitssignale.
- Hämatologische Nebenwirkungen: Die häufigsten schweren Nebenwirkungen waren Lymphopenie (34.8 %) und Thrombozytopenie (25.8 %).
- Verträglichkeit: Insgesamt war die Therapietreue hoch und die Nebenwirkungen waren beherrschbar.
- Liu Q, et al. Novel CAR-Like T-Cell Therapy Added to First-Line Chemotherapy and Immunotherapy Improves Outcomes in Metastatic GC/GEJC. ASCO Gastrointestinal Cancers Symposium. 2026; Abstract 291.
- Ding N, et al. iRGD synergizes with PD-1 knockout immunotherapy by enhancing lymphocyte infiltration in gastric cancer. Nat Commun. 2019;10(1):1336.
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