Das Blutdruckmessgerät 1881 – Systolischen und diastolischen Blutdruck messen

Die Blutdruckmessung ist ein gutes Beispiel dafür, wie Ärzte bei der Patientenversorgung von Technik abhängig sind. Heute wird der arterielle Blutdruck meist mit einem Blutdruckmessgerät gemessen. Traditionell verwendet das Gerät dafür eine Quecksilbersäule.
- Der systolische Blutdruck entspricht dem Druck während der Kontraktion der Herzkammern. Bei einem normalen Erwachsenen beträgt er 110-120 Millimeter Quecksilber.
- Der diastolische Blutdruck ist der niedrigste Druck in den Arterien und entsteht, wenn sich die Herzkammern mit Blut füllen. Bei einem normalen Erwachsenen beträgt er 80 Millimeter Quecksilber.
Die Entwicklung der Blutdruckmessgeräte hat eine interessante, von einfallsreichen Erfindungen geprägte Geschichte:
- 1733 verband der britische Physiologe Stephen Hales ein langes Glasrohr mit der Halsarterie eines Pferdes und beobachtete, dass das Blut darin 2,9 m hoch stieg. Damit dokumentierte Hales erstmals die Messung des Blutdrucks eines Tieres.
- 1881 untersuchte der österreichische Arzt Samuel von Basch die Messung des systolischen Drucks.
- 1896 verwendete der italienische Arzt Scipione Riva-Rocci zur gleichmäßigen Druckausübung auf die Arterie eine um den Arm gelegte aufblasbare Manschette.
- 1905 hörte der russische Arzt Nikolai Korotkov mit einem Stethoskop die Geräusche der Arterie ab, während der Manschettendruck gesenkt wurde. Dies ermöglichte die Messung des diastolischen Drucks.
Nach 1910 gaben Ärzte in den USA in ihren klinischen Berichten regelmäßig den systolischen und diastolischen Blutdruck ihrer Patienten an.
Systolischer und diastolischer Druck können auf ernsthafte Gesundheitsprobleme hinweisen. Bluthochdruck ist etwa ein Risikofaktor für Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenversagen. Blutdruckmessgeräte ermöglichen Ärzten die Diagnose zu niedriger und zu hoher Werte. Inzwischen sind auch elektronische Geräte verbreitet, die keine Quecksilbermessung erfordern.

Beschreibung des Artikelbildes: Darstellung des britischen Physiologen Stephen Hales bei der Blutdruckmessung an einem Pferd im Jahr 1733.
Im Artikel erwähnte historische Persönlichkeiten: Stephen Hales (1677–1761), Samuel Siegfried Karl Ritter von Basch (1837–1905), Scipione Riva-Rocci (1863–1937), Nikolai Sergeyevich Korotkov (oder Korotkoff) (1874–1920)
- Vorheriges Thema: Moderne Gehirnchirurgie 1879 – Kein Platz für Fehler!
- Nächstes Thema: Kaiserschnitt 1882 – Eine lebensrettende Operation für Mutter und Kind
Quellen
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.