Kaiserschnitt 1882 – Eine lebensrettende Operation für Mutter und Kind

Die Medizinhistorikerin Jane Sewell:
„Frauen mögen sich vor Geburtsschmerzen fürchten, glauben aber nicht, dass sie selbst oder ihre Babys daran sterben werden.“
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt das für viele Frauen nicht. Früher führte ein Kaiserschnitt fast immer zum Tod des Fötus und der Mutter. Heute können wir damit fast immer ein glückliches Ende erreichen.
Bei einem Kaiserschnitt, englisch Cesarean Section (CS), wird das Kind durch einen meist waagerechten Schnitt durch Bauch- und Gebärmutterwand der Schwangeren geboren. Das Verfahren kommt häufig zum Einsatz, wenn das Leben der Mutter oder des Kindes gefährdet ist.
Der Name soll auf die Legende eines Vorfahren des römischen Kaisers Julius Caesar zurückgehen, der auf diese Weise geboren worden sei.
Früher wurden Notkaiserschnitte meist zur Rettung der Mutter durchgeführt, obwohl die Operationstechniken noch nicht weit genug entwickelt waren. Chirurgen besaßen nicht die Fähigkeiten, die Schnittwunde ohne eine Infektion zu versorgen.
- Der erste Bericht über eine Frau, die einen Kaiserschnitt überlebte, betrifft den Schweizer Schweinemetzger Jakob Nufer, der den Eingriff 1500 an seiner Frau vorgenommen haben soll.
- 1794 führte Dr. Jesse Bennett den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt in den Vereinigten Staaten durch, als er seine eigene Frau erfolgreich operierte.
Schließlich entwickelte der deutsche Geburtshelfer Max Sänger, der als Vater des modernen Kaiserschnitts gilt, ein besonderes Nahtverfahren mit Silberdraht, auf den die Haut nur gering reagierte und bei dem Infektionen selten waren. Das Vernähen der Gebärmutter revolutionierte den Kaiserschnitt und rettete unzähligen Frauen das Leben.
Heute wird ein Kaiserschnitt häufig zur Vermeidung von Schwangerschaftskomplikationen wie den folgenden empfohlen:
- Schwere Präeklampsie (einschließlich Bluthochdruck in der Schwangerschaft)
- Mehrlingsgeburten
- Diabetes
- HIV-Infektion der Mutter
- Placenta praevia (die Plazenta bedeckt einen Teil des Gebärmutterhalses)
- Ein sehr enger Geburtskanal
Im Artikel erwähnte historische Persönlichkeiten: Max Sänger (1853–1903)
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Quellen
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