Die Genetik von Brustkrebs bei Männern wird entschlüsselt

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In jüngster Zeit wurden bei zielgerichteten Krebsbehandlungen große Fortschritte erzielt und die Behandlungsergebnisse verbessert. Dennoch ist die Genetik vieler Krebsarten weiterhin nicht vollständig geklärt, und geeignete Behandlungsziele wurden noch nicht gefunden. Eine davon ist Brustkrebs bei Männern.
Brustkrebs bei Männern macht 1% aller Brustkrebserkrankungen aus
Außerdem ist ein großer Teil dieser Tumoren Östrogenrezeptor (ER)-positiv. Dies legt nahe, dass Brustkrebs bei Männern einheitlicher beschaffen ist als bei Frauen und die Wahl der Behandlung dadurch erleichtert werden könnte. Obwohl das Wissen noch begrenzt ist, sind die Familiengeschichte und die erbliche Veranlagung als äußerst wichtige Risikofaktoren bekannt.
Untersuchungen zeigten, dass 10% der Brustkrebserkrankungen bei Männern eine erbliche BRCA2-Mutation aufweisen. Da nur ein sehr kleiner Anteil eine BRCA1-Mutation besitzt, unterscheidet sich Brustkrebs bei Männern auch hierin von dem bei Frauen.
Was haben wir aus neuen Untersuchungen gelernt?
Ein Team, das die Krebsgenetik im Rahmen genomweiter Assoziationsstudien (GWAS) untersucht, berichtete, 2 Genregionen mit erhöhter Anfälligkeit für Brustkrebs bei Männern identifiziert zu haben. Einzelnukleotidveränderungen in diesen Regionen verursachen in DNA-Reparaturgenen oder Genen, die die Tumorentstehung unterdrücken, Mutationen und führen dadurch zur Entstehung von Brustkrebs.
Dieselben Genregionen erhöhen auch bei Frauen die Anfälligkeit für Brustkrebs, stellen bei Männern jedoch stärkere Risikofaktoren dar. Um in größerem Maßstab und mit mehr Daten weitere Genregionen zu finden, wiederholte das Team die Untersuchung. Zusätzlich zu den zuvor gefundenen Regionen berichtete es über 3 neue Bereiche. Mutationen dort standen mit dem ER-Gen und der Gefäßneubildung, die die Tumorentstehung fördert, in Verbindung. Wie bereits in der vorherigen Studie beschrieben, sind diese Regionen auch mit Brustkrebs bei Frauen verbunden, bergen aber für Männer größere Risiken.
Fazit
Diese Arbeiten sind die bislang umfangreichsten genetischen Untersuchungen zu Brustkrebs bei Männern. Die Erkenntnisse klären nur einen kleinen Teil der vielen offenen Fragen zu seiner Genetik, sind aber von großer Bedeutung für die Bestimmung geeigneter zielgerichteter Behandlungen.
Quellen
Common susceptibility loci for male breast cancer.
JNCI J Natl Cancer Inst [Internet]. 2020 Aug 12
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