Ein Grund für die unterschiedliche Wirkung von Krebsmedikamenten: Chromosomenanomalien!

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Immuntherapien bieten eine wirksame Behandlungschance, indem sie verhindern, dass Krebszellen für das Immunsystem unsichtbar bleiben. Manche Patienten sprechen sehr gut an, bei anderen ist der Erfolg gering. Die Ursachen der unterschiedlichen Reaktionen auf Immuntherapienwurden untersucht. Science veröffentlichte im Januar 2017 eine Studie, nach der Chromosomenanomalien in Krebszellen ein wichtiger Marker dafür sein könnten, welche Patienten von Immuntherapie profitieren.
Die grundlegende Krebsursache ist die Anhäufung von Schäden in unserer DNA. Dadurch arbeiten Gene, die die Zellvermehrung und die Beziehungen der Zellen zueinander kontrollieren, so, dass sie die Krebsentstehung fördern. Unsere Gene liegen auf Chromosomen. Ein gesunder Mensch hat 46 Chromosomen, die paarweise vorkommen: 23 stammen von der Mutter und 23 vom Vater. Abweichende oder verringerte Chromosomenzahlen führen zu Entwicklungsstörungen und Todesfällen.

Krebszellen haben unterschiedliche Chromosomenzahlen!
Veränderungen von Genstruktur und Chromosomen gehören zu den 10 grundlegenden Krebsmerkmalen. In den meisten Krebszellen wurden fehlende oder zusätzliche Chromosomen gefunden. Während eine menschliche Zelle beispielsweise 46 Chromosomen besitzt, können es in einer Krebszelle 45 oder 47 sein. Fehlende oder zusätzliche Chromosomen in Krebszellen nennt man Aneuploidie (aneuploidy) . Zunehmend wird sie als möglicher wichtiger Marker zur Beobachtung des Behandlungsverlaufs angesehen. In dieser Studie wurden bei 12 Krebsarten 5000 Tumorproben untersucht, um die Folgen unterschiedlicher Chromosomenzahlen zu beobachten.
Forschungsergebnisse:
- Tumoren mit vielen Chromosomenanomalien halten die Gene inaktiv, die ihre Erkennung durch das Immunsystem ermöglichen.
- Bei Patienten mit solchen Tumoren ist der Krankheitsverlauf beziehungsweise Progress sehr ungünstig.
- Ein besonders wichtiges Ergebnis war, dass Patienten mit Melanomen und zahlreichen Chromosomenanomalien weniger von Immuncheckpoint-Inhibitoren profitierten.
Was bedeutet die Studie klinisch?
- Die Vorstellung, dass Chromosomenanomalien ein wichtiger Marker sein könnten, gewinnt an Bedeutung.
- Es wurde festgestellt, dass Chromosomenanomalien die Unsichtbarkeit der Krebszelle gegenüber dem Immunsystem erhöhen.
- Durch Untersuchung der Chromosomenanomalien einer Tumorprobe könnte festgestellt werden, ob der Patient auf Immuntherapie anspricht.
Quellen
Tumor aneuploidy correlates with markers of immune evasion and with reduced response to immunotherapy.
Science, 2017; 355 (6322): eaaf8399 DOI: 10.1126/science.aaf8399
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