Kann die Zahl der Muttermale am Arm das Risiko für malignen Melanom-Hautkrebs anzeigen?

Nach einer Studie im British Journal of Dermatology entspricht die Muttermalzahl am rechten Arm der Gesamtzahl am Körper und gibt einen Hinweis auf das Melanomrisiko.
Das Melanom entsteht in den pigmentbildenden Melanozyten. Obwohl es nur etwa %5 der Hautkrebsfälle ausmacht, verursacht es die meisten Hautkrebstodesfälle. Früh erkannt, lässt es sich durch operative Entfernung des betroffenen Hautbereichs zu über %90 behandeln. Bei fortgeschrittenem Melanom bleibt das Überleben nach 5 Jahren trotz operativer und medikamentöser Fortschritte unbefriedigend. Früherkennung ist deshalb sehr wichtig.
Etwa die Hälfte aller Melanome entsteht aus vorhandenen Nävi, den Muttermalen. Jedes zusätzliche soll das Risiko um %2-4 erhöhen. Ihre Überwachung ist deshalb wichtig. Veränderungen von Farbe, Form oder Größe können ein Melanom anzeigen, bleiben ohne ärztliche Beurteilung und eigene Kontrolle aber häufig unbemerkt. Alle Muttermale am ganzen Körper zu zählen ist wegen geringer Beachtung durch Betroffene und hohen Zeitaufwands für Ärzte wenig praktikabel. Eine Studie im British Journal of Dermatology zeigte, dass die Zahl am rechten Arm mit der Gesamtzahl zusammenhängt und das Risiko abschätzen hilft.
In einer Zwillingsstudie wurden insgesamt 3694 Frauen untersucht. Beim Vergleich der Gesamtzahl mit 17 Körperregionen zeigten die Muttermale am rechten Arm einen starken Zusammenhang. Mindestens 11 Muttermale dort deuteten auf ein 5-fach höheres Melanomrisiko hin.
Melanome beginnen bei Männern meist am Rumpf und bei Frauen an den Beinen; die Ergebnisse bedeuten also nicht, nur Arme anzusehen. Jeder mit Muttermalen, besonders vielen, sollte sie ohne Besessenheit gelegentlich kontrollieren und bei Änderungen von Größe, Form oder Farbe ärztlichen Rat suchen.
Quellen
Prediction of high naevus count in a healthy UK population to estimate melanoma risk.
Br J Dermatol. 2015; doi: 10.1111/bjd.14216.
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