Kann eine HPV-Impfung therapeutisch bei krebsgefährdeten Läsionen des Gebärmutterhalses eingesetzt werden?

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Gebärmutterhalskrebs ist besonders in entwickelten Ländern eines der wichtigsten onkologischen Probleme. Neuere Studien zeigen, dass eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) seine wichtigste Ursache ist. Werden frühe Vorstufen wie In-situ-Karzinome oder zervikale Neoplasien erkannt, also die ersten Schritte der Krebsentwicklung, sind die heutigen Behandlungsmöglichkeiten sehr begrenzt. Meist versucht man, diese Veränderungen durch teilweise Entfernung oder Vereisung des Bereichs zu behandeln. Bei einem erheblichen Teil der nachbeobachteten Patienten tritt der Krebs jedoch erneut auf.
Bei medikamentösen Behandlungen, die bereits beginnende Entartung rückgängig machen, wurden bisher nur geringe Fortschritte erzielt. Nun wurde weltweit erstmals ein therapeutischer Impfstoff gegen HPV entwickelt. Eine in Lancet veröffentlichte Studie berichtete erfolgreiche Anwendungsergebnisse. Dies ist für die Onkologie und für Frauen äußerst erfreulich: Ein medizinischer Impfstoff könnte die Krebsentwicklung stoppen und zurückdrängen, was für die künftige Häufigkeit von Gebärmutterkrebs sehr wichtig ist.
HPV-Impfstoffe gegen Gebärmutterhalskrebs wurden in den letzten Jahren sehr populär und gehören in entwickelten Ländern nahezu zu den vorbeugenden Behandlungen
Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die 11. häufigste und die 9. häufigste tödliche Krebsart. Eine vermeidbare Krebsart ist von großer Bedeutung. Durch Impfungen im Kindesalter lässt sich Gebärmutterhalskrebs inzwischen zu nahezu % 70-80 verhindern. Wird bei Menschen nach diesem Impfprozess eine zervikale intraepitheliale Neoplasie (auch SİN oder CIN genannt) als erster Übergangsschritt zum Gebärmutterhalskrebs festgestellt, ist ihre Rückbildung durch einen therapeutischen Impfstoff äußerst wichtig.
In die Studie wurden 167 Personen aufgenommen. Davon erhielten 125 den Gebärmutterhalskrebsimpfstoff VGX-3100, während 42 ihn nicht erhielten. Gegenüber der Vergleichsgruppe zeigte sich ein deutliches, für die onkologische Gemeinschaft überzeugendes Ergebnis. Die Daten sind ein erster Vorbote der Entwicklung auf diesem Gebiet. Besonders der gegen die häufigsten krebsauslösenden Typen HPV 16 und 18 entwickelte therapeutische Impfstoff ist für die Zukunft äußerst vielversprechend.
Die Studie betont, dass zur künftigen Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs die vorbeugende Impfung wichtiger als die therapeutische ist. Insbesondere die Impfung nach dem Alter von 10 Jahren bei Kindern, jungen Mädchen und inzwischen auch Jungen kann eine später mögliche Krebsart verhindern.
Quellen
Safety, efficacy, and immunogenicity of VGX-3100, a therapeutic synthetic DNA vaccine targeting human papillomavirus 16 and 18 E6 and E7 proteins for cervical intraepithelial neoplasia 2/3: a randomised, double-blind, placebo-controlled phase 2b trial.
Lancet. 2015 Sep 16. pii: S0140-6736(15)00239-1. doi: 10.1016/S0140-6736(15)00239-1.
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