Lurbinectedin erhielt die FDA-Zulassung zur Behandlung des kleinzelligen Lungenkrebses

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Am 15. Juni 2020 genehmigte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) zur Behandlung von metastasiertem (fortgeschrittenem) kleinzelligem Lungenkrebs das Krebsmedikament lurbinectedin (Zepzelca) zur Anwendung nach einer platinbasierten Chemotherapie bei Patienten, deren Krebs fortgeschritten ist.
Der kleinzellige Lungenkrebs ist eine aggressive Krebsart. Er macht etwa 15% aller Lungenkrebsfälle aus und betrifft weltweit jedes Jahr fast 300 Tausend Menschen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind jedoch begrenzt; abgesehen von Immuntherapien war in den letzten 20 Jahren kein neues Krebsmedikament für diese Erkrankung zugelassen worden.
Die Wirksamkeit von Lurbinectedin beim kleinzelligen Lungenkrebs wurde in einer multizentrischen klinischen Studie mit mehreren Gruppen und 105 Patienten mit metastasiertem kleinzelligem Lungenkrebs untersucht. Während der Studie verabreichten die Forscher alle 21 Tage intravenös (über die Vene) Lurbinectedin, bis der Krebs fortschritt oder eine nicht vertretbare Nebenwirkung auftrat.
Als primärer Endpunkt der Studie wurde die Gesamtansprechrate festgelegt.
Ergebnisse

- Bei den 105 in die Studie aufgenommenen Patienten betrug die Gesamtansprechrate 35%.
- Die mediane Ansprechdauer betrug 5,3 Monate.
- Das unabhängige Überprüfungskomitee ermittelte eine Gesamtansprechrate von 30% und eine mediane Ansprechdauer von 5,1 Monaten.
- Ein bemerkenswertes Ergebnis war die deutlich höhere Gesamtansprechrate bei platinsensiblen Patienten: 45%. Bei platinresistenten Patienten war sie niedriger: 22%.
- Eine weitere Analyse der 37 Patienten mit einem objektiven Ansprechen auf Lurbinectedin ergab ein medianes Gesamtüberleben von etwas mehr als 1 Jahr (12,6 Monate). Bei platinsensibler Erkrankung war es länger (15,8 Monate), bei platinresistenter Erkrankung kürzer (10,9 Monate).
Die häufigsten (≥20%) beobachteten Nebenwirkungen einschließlich auffälliger Laborwerte waren Myelosuppression (Knochenmarkunterdrückung), Müdigkeit, erhöhte Kreatin-, Alaninaminotransferase- und Glukosewerte, Übelkeit, verminderter Appetit, Schmerzen des Bewegungsapparats, erniedrigtes Albumin, Verstopfung, Atemnot, erniedrigte Natrium- und Magnesiumwerte, erhöhte Aspartataminotransferase, Erbrechen, Husten und Durchfall.
Aufgrund der unerwartet positiven Ergebnisse bei Gesamtansprechrate und Ansprechdauer wurde Lurbinectedin im beschleunigten Zulassungsverfahren zugelassen. Die Studie erfolgte im Rahmen des „Orbit-Projekts“ der FDA. Dieses Projekt ermöglicht die gleichzeitige Vorlage und Bewertung von Studien mit internationalen Partnern. In Zusammenarbeit mit der australischen Therapeutic Goods Administration (TGA) erteilte die FDA die Zulassung 2 Monate vor dem vorgesehenen Termin.
Wie wirkt Lurbinectedin gegen Krebs?
Lurbinectedin richtet sich gegen die überaktivierte, für die sehr schnelle Vermehrung kleinzelliger Lungenkrebszellen verantwortliche DNA-Synthese und verursacht dadurch Brüche in den DNA-Doppelsträngen sowie Apoptose (programmierten Zelltod). So entfaltet es seine krebshemmende Wirkung.

Lurbinectedin ist ein synthetisches Analogon einer Meeresverbindung aus der Seescheide Ecteinacidia turbinata (siehe Foto oben), einem Meerestier, aus dem die Verbindung ET- 736 isoliert wird. Ein weiteres Krebsmedikament, das zur Behandlung von Sarkomen eingesetzt wird, trabectedin, wurde ebenfalls aus Ecteinacidia turbinata isoliert.
Quellen
fda.gov - 15. Juni 2020.
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