Olaparib plus Bevacizumab erhält FDA-Zulassung als Erhaltungstherapie bei Eierstock-, Eileiter- oder primärem Peritonealkrebs

In diesem Artikel
Am 8. Mai 2020 erteilte die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) Olaparib (Lynparza), einem oral als Tablette eingenommenen genetisch zielgerichteten Medikament, in Kombination mit Bevacizumab die Zulassung zur Erstlinien-Erhaltungstherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Eierstock-, Eileiter- oder primärem Peritonealkrebs.
Diese Zweifachkombination wurde für Patienten zugelassen, die
- vollständig oder teilweise auf eine platinbasierte Chemotherapie angesprochen haben und
- an Krebs leiden, der mit einem durch eine schädliche oder vermutlich schädliche BRCA-Mutation und / oder genomische Instabilität definierten positiven Status einer homologen Rekombinationsdefizienz (HDR) verbunden ist.
Die Zulassung gilt für die Erhaltung nach der Erstlinientherapie dieser Patienten. Die FDA genehmigte außerdem Myriad myChoice® CDx (Myriad Genetic Laboratories, Inc.) als diagnostischen Test für den HDR-Status beim Einsatz von Olaparib.
Die PAOLA-1-Studie
Die Wirksamkeit dieser neuen Kombinationstherapie wurde bei Patienten mit fortgeschrittenem hochgradigem epithelialem Eierstock-, Eileiter- und Peritonealkrebs nach platinbasierter Erstlinienchemotherapie plus Bevacizumab durch den Vergleich von Olaparib plus Bevacizumab und Placebo plus Bevacizumab in PAOLA-1 untersucht, einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrischen Studie.
Die Randomisierung wurde nach dem Ergebnis der Erstlinientherapie und dem im Test bestimmten Tumor-BRCA-Mutationsstatus ( tBRCAm) stratifiziert. Alle verfügbaren klinischen Proben wurden rückblickend mit dem Myriad myChoice® CDX-Test untersucht. Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert:
- 537 Patienten Olaparib-Tabletten 2-mal täglich 300 mg plus Bevacizumab 15 mg/kg alle drei Wochen,
- 269 Patienten Placebo plus Bevacizumab.
Die Patienten begannen frühestens 3 und spätestens 9 Wochen nach der letzten Chemotherapiedosis mit Olaparib. Olaparib wurde bis zu 2 Jahre, bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu nicht akzeptablen Nebenwirkungen fortgesetzt.
Ergebnisse
Der wichtigste Wirksamkeitsendpunkt war das vom Prüfarzt beurteilte progressionsfreie (ohne Fortschreiten der Erkrankung) Überleben (PFS). Ein weiterer Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben.
In der Untergruppe von 387 Patienten mit HRD-positiven Tumoren betrug das mediane PFS unter Bevacizumab plus Olaparib 37,2 Monate und im Placebo-plus-Bevacizumab-Arm 17,7 Monate (HR 0,33;95% GA: 0,25-0,45).
Die unter Olaparib mit Bevacizumab am häufigsten (bei ≥10% der Patienten) beobachteten Nebenwirkungen sind Übelkeit, Müdigkeit (einschließlich Asthenie), Anämie, Lymphopenie, Erbrechen, Durchfall, Neutropenie, Leukopenie, Harnwegsinfektionen und Kopfschmerzen.
Die empfohlene Olaparib-Dosis beträgt 300 mg zweimal täglich mit oder ohne Nahrung. Bei Anwendung mit Olaparib beträgt die empfohlene Bevacizumab-Dosis 15 mg/kg intravenös alle drei Wochen. * - Aktueller Stand der Behandlung von Ovarialkrebs (Eierstockkrebs bei Frauen) *
Quellen
fda.gov - 8. Mai 2020
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.