Pap-Abstrich 1928 – Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

Bis zur Erfindung des Pap-Abstrichs im Jahr 1928 war Gebärmutterhalskrebs in den Vereinigten Staaten die Krebsart, die bei Frauen die meisten Todesfälle verursachte. Als der Test in den 1950er-Jahren schließlich breite Anwendung fand, gingen die Sterberaten drastisch zurück. Der Pap-Abstrich wurde als die erfolgreichste und am weitesten verbreitete Krebsfrüherkennungsmethode der Geschichte bezeichnet.
In den 1800er-Jahren galt Gebärmutterhalskrebs (am unteren, schmalen Abschnitt, an dem Gebärmutter und Scheide zusammentreffen) als sexuell übertragbare Erkrankung. In den 1980er-Jahren wurden humane Papillomviren (HPV) im Gewebe von Gebärmutterhalskrebs nachgewiesen und seitdem mit nahezu allen diesen Krebsfällen in Verbindung gebracht.
Der nach dem griechischen Pathologen Georgios Papanikolaou benannte Pap-Test ermöglicht es Ärzten, Proben vom Gebärmutterhals zu entnehmen, um Krebszellen nachzuweisen.
- Proben können an der äußeren Öffnung des Gebärmutterhalses mit einem Spatel und im Gebärmutterhalskanal mit einer Bürste entnommen werden.
- Anschließend werden die Zellen gefärbt und unter dem Mikroskop untersucht.
- Werden verdächtige Zellen gefunden, kann der Facharzt eine Kolposkopie (eine direkte Untersuchung von Vulva, Vagina und Zervix, also des Gebärmutterhalses, mithilfe eines speziellen Geräts) durchführen.
- Für eine genauere Untersuchung kann er eine Biopsie entnehmen.
Heute können sich Frauen gegen HPV impfen lassen. Die Impfung schützt jedoch nicht gegen alle HPV-Formen oder gegen eine bereits vor der Impfung erworbene HPV-Infektion. Nur ein sehr kleiner Anteil der mit HPV infizierten Frauen entwickelt Krebs. Sehr weit fortgeschrittene Stadien von Gebärmutterhalskrebs können eine Behandlung durch Entfernung der Gebärmutter, Bestrahlung und Chemotherapie erforderlich machen.
Im Artikel erwähnte historische Persönlichkeiten: Georgios Nicholas Papanikolaou (1883–1962)
- Vorheriges Thema: Eiserne Lunge 1928 – Das erste Beatmungsgerät
- Nächstes Thema: Penicillin 1928 – Revolution im Kampf gegen bakterielle Erkrankungen
Quellen
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.