Penicillin 1928 – Eine Revolution im Kampf gegen bakterielle Erkrankungen

Der schottische Biologe Alexander Fleming erinnerte sich später an seine Entdeckung und sagte:
„Als ich im Jahr 1928 am Morgen des 28. September vor Tagesanbruch aufwachte, hatte ich nicht geplant, durch die Entdeckung des ersten Antibiotikums oder Bakterienkillers der Welt die gesamte Medizin zu revolutionieren. Aber ich glaube, genau das habe ich getan.“
Als Fleming aus einem Urlaub zurückkehrte, bemerkte er Schimmel in einer mit Staphylococcus-Bakterien kontaminierten Petrischale. Außerdem stellte er fest, dass das Bakterienwachstum in der Nähe des Schimmels gehemmt war. Daraus schloss er, dass der Schimmel eine Substanz absonderte, die das Wachstum der Bakterien unterdrückte. Bald darauf züchtete er auf einem Nährmedium eine reine Schimmelkultur. Er stellte fest, dass der Schimmel zur Penicillium-Gattung gehörte, und bezeichnete die antibiotische Substanz im Nährmedium als Penicillin.
Interessanterweise hatten bereits viele frühere Gesellschaften darauf hingewiesen, dass Schimmel als Heilmittel eingesetzt werden könne. Der irische Physiker John Tyndall hatte die antibakterielle Wirkung des Pilzes Penicillium 1875 nachgewiesen. Fleming war jedoch der Erste, der annahm, dass dieser Schimmel eine antibakterielle Substanz absondert, und sie anschließend isolierte. Spätere Arbeiten zeigten, dass Penicillin wirkt, indem es die Zellwände von Bakterien schwächt.
1941 gelang es dem australischen Pharmakologen Howard Florey, dem deutschen Biochemiker Ernst Chain und dem britischen Biochemiker Norman Heatley bei ihrer gemeinsamen Arbeit in England, Penicillin zu einem einsetzbaren Arzneimittel zu machen. Sie zeigten, dass es Infektionen bei Mäusen und Menschen behandeln konnte.
Die US-amerikanische und die britische Regierung beschlossen, während des Zweiten Weltkriegs möglichst viel Penicillin herzustellen, um ihren Soldaten zu helfen. Bald wurde Penicillin zur Behandlung wichtiger bakterieller Erkrankungen eingesetzt:
- Blutvergiftung
- Lungenentzündung
- Diphtherie
- Scharlach
- Gonorrhoe
- Syphilis
Leider entwickelten sich antibiotikaresistente Bakterien, wodurch die Suche nach weiteren Antibiotika notwendig wurde. Schimmelpilze sind nicht die einzige natürliche Quelle für Antibiotika. Beispielsweise waren Streptomyces-Bakterien die Quelle für Streptomycin und Tetracycline. Penicillin und diese später entdeckten Antibiotika lösten eine Revolution im Kampf gegen bakterielle Erkrankungen aus.
Erläuterung zum Beitragsbild: Nahaufnahme des Pilzes Penicillium
Historische Persönlichkeiten in diesem Beitrag: John Tyndall (1820–1893), Alexander Fleming (1881–1955), Howard Walter Florey (1898–1968), Ernst Boris Chain (1906–1979), Norman George Heatley (1911–2004)
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