Trastuzumab rezetecan: wirksames Ansprechen bei HER2-positivem Brustkrebs mit Hirnmetastasen

In diesem Artikel
Krebszellen, die ins Gehirn gestreut haben, sind häufig gegen herkömmliche Therapien resistent. Die auf der ASCO 2025 vorgestellte Phase-2-Studie REIN untersuchte bei Hirnmetastasen durch HER2-positiven Brustkrebs die Wirksamkeit und Sicherheit des neuartigen Antikörper-Wirkstoff-Konjugats (ADC) Trastuzumab rezetecan (SHR-A1811).
In der Studie mit 58 Patienten waren besonders die objektiven Ansprechraten der Hirnmetastasen bemerkenswert: 84,4% unter Monotherapie und 72,7% in Kombination mit Bevacizumab. Diese im Vergleich zu bisherigen Therapien hohen Ansprechraten eröffnen neue Behandlungshoffnungen für diese schwierige Patientengruppe.

Die REIN-Studie und ihre bemerkenswerten Ergebnisse
Diese klinische Phase-2-Studie sollte SHR-A1811 bei HER2+ Brustkrebs mit Hirnmetastasen hinsichtlich seiner Wirksamkeit und Sicherheit bewerten.
👥 Teilnehmer
- Insgesamt wurden 58 Patienten in die Studie aufgenommen.
- Von den Patienten hatten 96% zuvor eine HER2-gerichtete Therapie erhalten.
- Alle Patienten hatten mindestens 1 messbaren intrakraniellen Tumor, der nicht bestrahlt worden war.
💊 Behandlungsarme
Die Studie war in zwei Gruppen aufgeteilt:
| >ARM | Medikamentendosis | Beschreibung |
|---|---|---|
| Arm 1 | SHR-A1811 6,4 mg/kg (Q3W) | Als Monotherapie verabreicht |
| Arm 3 | SHR-A1811 4,8 mg/kg + Bevacizumab 15 mg/kg (Q3W) | Als Zweifachkombination verabreicht |
🔹 Hinweis: Im Kombinationsarm wurde SHR-A1811 niedriger dosiert, was das Nebenwirkungsprofil beeinflussen kann.
📊 Behandlungsergebnisse
| Merkmal | SHR-A1811 allein | SHR-A1811 + Bevacizumab |
|---|---|---|
| Intrakranielle Ansprechrate (ORR-IC) | 84,4% | 72,7% |
| Krankheitskontrollrate (DCR) | 100% | 100% |
| Medianes progressionsfreies Überleben (mPFS) | 13,2 Monate | Daten noch nicht ausgereift |
⚠️ Nebenwirkungen und Sicherheitsprofil
| Merkmal | Arm 1 | Arm 3 |
|---|---|---|
| Rate schwerer Nebenwirkungen (Grad 3-4) | 78,8% | 48,0% |
| Häufigste Nebenwirkungen | Neutropenie (69%), Leukopenie, Thrombozytopenie | Niedrigere Raten |
💡 Warum traten weniger Nebenwirkungen auf?
Im Kombinationsarm war die SHR-A1811-Dosis niedriger (4,8 mg/kg statt 6,4 mg/kg), was zur Verringerung der Nebenwirkungen beigetragen haben könnte.
🔍 Was ist SHR-A1811?
- Es handelt sich um ein neuartiges Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC).
- Das HER2-Protein wird gezielt angegriffen.
- Nach Eintritt in die Zelle wird seine Wirkstoffladung, ein Topoisomerase-I-Inhibitor, freigesetzt und tötet die Krebszelle.
- Die Technologie eines „spaltbaren Linkers“ ermöglicht zugleich eine selektive und wirksame Freisetzung des Medikaments.
👩⚕️ Was bedeutet das?
- SHR-A1811 zeichnet sich bei HER2-positiven Patienten mit Hirnmetastasen als neue Option ab, insbesondere wenn Alternativen zu T-DXd begrenzt sind.
- Die hohe Ansprechrate von 84,4% zeigt die starke Wirksamkeit des Medikaments.
- In Kombination mit Bevacizumab nimmt die Wirksamkeit zwar etwas ab, die Nebenwirkungen sinken jedoch deutlich.
- Dies könnte eine länger verträgliche Anwendung ermöglichen.
🧭 Fazit
Die REIN-Studie zeigt, dass bei HER2+ Brustkrebs mit Hirnmetastasen eine wirksame Kontrolle durch systemische Therapie möglich sein könnte.
Dieser neue Behandlungsansatz könnte ein aussichtsreicher Kandidat für die klinische Anwendung sein.
Quellen
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