Triple-negativer Brustkrebs mit Hirnmetastasen: 77% Ansprechen mit Adebrelimab, Bevacizumab und Platin

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Die auf dem ASCO-Kongress 2025 vorgestellte Phase-2-Studie ABC bei triple-negativem Brustkrebs (TNBC) brachte eine neue systemische Behandlungsoption für Hirnmetastasen bei diesen Patienten ins Gespräch. Adebrelimab , eine neue Immuntherapie, zeigte in Kombination mit Bevacizumab und einer platinbasierten Chemotherapie mit Cisplatin oder Carboplatin in dieser schwierigen Patientengruppe eine beeindruckende intrakranielle Tumorkontrolle und ein sicheres Nebenwirkungsprofil.
Hinweis: Adebrelimab (SHR-1316) ist eine Anti-PD-L1-Immuntherapie der neuen Generation und derzeit nicht von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassen. Die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA erteilte jedoch 2023 die Zulassung für die Anwendung in Kombination mit Carboplatin und Etoposid beim kleinzelligen Lungenkrebs im ausgedehnten Stadium (ES-SCLC).
Adebrelimab wurde vom chinesischen Unternehmen Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals entwickelt. Es handelt sich um einen gegen PD-L1 gerichteten monoklonalen Antikörper, der es dem Immunsystem erleichtern soll, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören.
Adebrelimab wird derzeit in klinischen Studien bei verschiedenen Krebsarten untersucht, beispielsweise bei triple-negativem Brustkrebs, Speiseröhrenkrebs und Leberkrebs.
🎯 Zielgruppe: Eine bekanntermaßen schwer behandelbare Patientengruppe
Entwickeln Patienten mit TNBC Hirnmetastasen, sinkt die mediane Lebenserwartung häufig auf unter 6 Monate. Dies weist auf eine äußerst aggressive Erkrankung mit begrenztem Ansprechen auf systemische Behandlungen hin. Zwar stehen lokale Verfahren wie Strahlentherapie im Vordergrund, doch der Mangel an wirksamen systemischen Behandlungen hinterlässt für diese Patienten eine große Versorgungslücke.
Die ABC-Studie soll diese Lücke schließen.
Vor der in der ABC-Studie geprüften Dreifachkombination war die Wirksamkeit systemischer Therapien gegen Hirnmetastasen bei TNBC begrenzt. Da herkömmliche Chemotherapeutika die Blut-Hirn-Schranke nicht ausreichend überwinden, waren die objektiven Ansprechraten von Hirnmetastasen meist niedrig. Beispielsweise wurden in Studien mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten wie T-DM1 intrakranielle Ansprechraten von ungefähr 21% berichtet.
Die neue Untersuchung zur Kombination aus Adebrelimab, Bevacizumab und platinbasierter Chemotherapie berichtete dagegen bei TNBC-Patienten mit Hirnmetastasen eine intrakranielle objektive Ansprechrate von 77,1%. Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Behandlungen dar.
🔬 Design der ABC-Studie
- Phase: II
- Design: Einarmig, monozentrisch
- Teilnehmer: 35 Patienten mit TNBC und aktiven Hirnmetastasen
- Behandlungsprotokoll:
- Adebrelimab 20 mg/kg (Tag 1, Q3W)
- Bevacizumab 7,5 mg/kg (Tag 1, Q3W)
- Cisplatin 75 mg/m² oder Carboplatin AUC=5 (Tag 1, Q3W)
- Behandlungsdauer: Bis zur Progression oder bis zu nicht tolerierbaren Nebenwirkungen
📊 Klinische Ergebnisse
Spezifische Wirksamkeit bei Hirnmetastasen
- 🧠 Intrakranielle objektive Ansprechrate (CNS-ORR): 77,1% (vollständiges Ansprechen bei 5 Patienten, partielles Ansprechen bei 22 Patienten)
- ✅ Intrakranielle klinische Nutzenrate (CNS-CBR): 80% (Anteil der Patienten mit Ansprechen oder ohne Krankheitsprogression über mindestens 24 Wochen)
- ⏳ Medianes CNS-PFS (auf das Gehirn bezogenes progressionsfreies Überleben): 10 Monate (95% KI: 7,4–12,6)
- 🌡️ Medianes PFS (allgemeines progressionsfreies Überleben): 7,6 Monate (95% KI: 5,7–11,5)
- 🕊️ Medianes OS (Gesamtüberleben): 16 Monate (95% KI: 11,7 – noch nicht ausgereift)
Sicherheitsprofil
- Bei allen Patienten (100%) trat mindestens eine behandlungsbedingte Nebenwirkung auf.
- Nebenwirkungen vom Grad ≥3: 48,6%
- Neutropenie: 8,6%
- Thrombozytopenie: 8,6%
- Schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis: 1 Patient (Störung des Gesichtsnervs)
- Es traten keine behandlungsbedingten Todesfälle auf.
🧠 Klinische Bedeutung
Diese Studie zeigt das Potenzial der Dreifachkombination als systemischer Ansatz bei Hirnmetastasen von TNBC. Die intrakraniellen Ansprechraten und Überlebensdaten weisen auf einen Fortschritt hin, wie er in dieser Patientengruppe zuvor nicht in diesem Ausmaß erreicht wurde.
Außerdem wurde gezeigt, dass Biomarker wie die PD-L1-Positivität und die an der Fudan-Universität entwickelte molekulare Unterteilung des triple-negativen Brustkrebses (TNBC) das Ansprechen auf diese Behandlung vorhersagen könnten.
🔍 Fazit und Zukunftsperspektiven
Die ABC-Studie liefert starke Hinweise darauf, dass Hirnmetastasen bei TNBC systemisch kontrolliert werden können. Das Schema Adebrelimab + Bevacizumab + Platin könnte zu einer wirksamen systemischen Option für die klinische Praxis werden, sofern es in künftigen randomisierten Studien bestätigt wird.
Quellen
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