Was ist zervikale Kryotherapie, die Vereisung des Gebärmutterhalses?

In diesem Artikel
Was ist zervikale Kryotherapie?
Bei der zervikalen Kryotherapie werden präkanzeröse Zellen am Gebärmutterhals durch Einfrieren zerstört. Sie soll verhindern, dass sich abnorme Zellen zu Krebs entwickeln. Danach bildet der Körper gesunde Zellen nach und unterstützt so den Erhalt der natürlichen Struktur des Gebärmutterhalses.
Die wichtigste Ursache von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals ist eine chronische Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) . Besonders Hochrisikotypen verursachen Zellveränderungen, die sich mit der Zeit zu Krebs entwickeln können. Früherkennung und Überwachung einer HPV-Infektion sind daher entscheidend zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs.
Kryotherapie, auch Kryoablation oder kurz Kryo genannt, wird bei verschiedenen Gesundheitsproblemen eingesetzt. Ärzte können sie bei Vorläuferzellen empfehlen, aus denen Gebärmutterhalskrebs entstehen könnte. Sie kann besonders bei kleinen oberflächlichen Läsionen wirksam sein; größere oder tiefere Veränderungen können andere Verfahren erfordern.
- Verwandtes Thema: Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses: Was sind CIN1, CIN2 und CIN3?
Dieser Beitrag erläutert, wann und wie die Behandlung erfolgt, welche Vorbereitung nötig ist, wie sie abläuft und welche Nebenwirkungen möglich sind.
Ziel der zervikalen Kryotherapie
Die Kryotherapie zerstört Vorstufenzellen, sodass am Gebärmutterhals gesunde Zellen nachwachsen können. Sie eignet sich besonders für Läsionen begrenzter Größe und Tiefe. Bei größeren oder tieferen Veränderungen können andere Verfahren bevorzugt werden.
Wann wird sie empfohlen?
Meist wird Kryotherapie gegen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals empfohlen. Auch kleine Läsionen können damit behandelt werden. In manchen Fällen entscheidet sich der Arzt jedoch für Beobachtung ohne Eingriff. Dann werden Zellveränderungen häufiger kontrolliert und bei Fortschreiten gegebenenfalls behandelt.
Vorbereitung
Die Behandlung erfolgt meist in der Arztpraxis ohne stationäre Aufnahme. Zuvor sollten folgende Punkte beachtet werden:
Informieren Sie den Arzt über Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
Eine Begleitperson wird empfohlen, damit Sie danach nicht selbst Auto fahren müssen.
Bringen Sie eine Binde mit, da leichte Blutungen und Ausfluss auftreten können.
Wie wird die Behandlung durchgeführt?
Mit einem Spekulum hält der Arzt die Scheide offen und untersucht den Gebärmutterhals sorgfältig auf seine Eignung für den Eingriff.
Die Schritte sind:
- Örtliche Betäubung: Der Arzt kann eine lokale Betäubung anwenden oder darauf verzichten.
- Platzierung der Kryosonde: Eine Metallsonde mit Kühlgas, meist flüssigem Stickstoff, wird in die Scheide eingeführt und an den Gebärmutterhals angelegt.
- Einfrieren der Zellen: Durch die schnelle Abkühlung des Gases bildet sich auf der Gebärmutterhalsoberfläche eine Eisschicht, die abnorme Zellen zerstört.
- Nach Abschluss: Sobald die Kühlung beendet ist, entfernt der Arzt die Sonde und lässt die Patientin etwas ruhen.
Währenddessen können Kältegefühl, Krämpfe oder leichte Beschwerden auftreten. Der Eingriff ist jedoch meist rasch beendet, und die Patientin kann am selben Tag nach Hause.
Erholung nach der Kryotherapie
- Entlassung am selben Tag: Eine stationäre Übernachtung ist gewöhnlich nicht nötig.
- Ausfluss und Gewebeabstoßung: Durch die Abstoßung abgestorbenen Gewebes kann 2-3 Wochen starker wässriger Ausfluss auftreten.
- Sexuelle Aktivität und Tampons: Für mehrere Wochen sollte auf Geschlechtsverkehr und Tampons verzichtet werden.
- Nachkontrollen: Ein anschließender Pap-Abstrich soll sicherstellen, dass das abnorme Gewebe vollständig entfernt wurde.
- Häufigere Pap-Tests: Nach Kryotherapie wegen zervikaler Dysplasie, also abnormer Gebärmutterhalszellen, können in den ersten 2 Jahren häufigere Abstriche nötig sein.
Häufige Nebenwirkungen sind:
- Leichte vaginale Blutung, meist bis zu 4 Wochen möglich
- Krämpfe
- Leichte Schmerzen
Der Arzt informiert darüber, wann Geschlechtsverkehr wieder möglich ist. Zudem sollten Hygieneregeln zur Verringerung des Infektionsrisikos eingehalten werden.
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
Kryotherapie ist meist sicher, kann jedoch Nebenwirkungen und Risiken haben.
Häufige Beschwerden nach dem Eingriff sind:
- Schmerzen
- Schwellung
- Blasenbildung
- Krämpfe
- Blutung
Selten können Infektionen, längerfristige Taubheit oder Narbengewebe entstehen. Bei bestehender oder möglicher Schwangerschaft muss der Arzt informiert werden.
Bei Infektionszeichen, übermäßiger Blutung oder anderen ungewöhnlichen Symptomen danach sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Häufig gestellte Fragen
Wie ist die erste Menstruation danach?
Mehr Ausfluss und etwas stärkere Blutung bei der ersten Menstruation sind normal. Tampons sollten in dieser Zeit vermieden werden.
Behandelt Kryotherapie HPV?
Ungefähr 99% der Gebärmutterhalskrebsfälle entstehen durch HPV. Die Kryotherapie kann Vorstufenzellen entfernen, beseitigt die Infektion jedoch nicht vollständig.
Fazit
Zervikale Kryotherapie ist ein wirksames Verfahren zur Zerstörung von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals. Sie wird meist ambulant durchgeführt, und die Erholung verläuft bei den meisten mit leichten Nebenwirkungen. Bei Komplikationen ist jedoch unbedingt ärztlicher Rat nötig.
Quellen
https://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/cervical-cancer/abnormal-cervical-cells/after-treatment
2. Gupta S, et al. (2023). From diagnosis to treatment: Exploring the latest management trends in cervical intraepithelial neoplasia.
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10776490/
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.