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WHO berichtet: Remdesivir verringert Todesfälle durch COVID-19 nicht

WHO berichtet: Remdesivir verringert Todesfälle durch COVID-19 nicht

Eine große klinische Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergab, dass das vom US-Unternehmen Gilead entwickelte Remdesivir stationär aufgenommenen COVID-19-Patienten nicht beim Überleben half und nicht einmal bei den Überlebenden die Genesungszeit verkürzte.

Zu diesen Ergebnissen stehen kleinere Studien, denen zufolge das antivirale Medikament Remdesivir stationär aufgenommene Coronaviruspatienten schneller genesen ließ als Patienten, die Placebo erhielten, im Widerspruch. Frühere Studien hatten die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) dazu veranlasst, eine „Notfallgenehmigung“ für Remdesivir bei Tausenden von COVID-19-Patienten einschließlich des US-Präsidenten Donald Trump zu erteilen. Dabei handelte es sich nicht um eine Zulassung.

Die von der WHO unterstützte Studie wurde zwischen dem 22. März und dem 4. Oktober durchgeführt und umfasste aus 405 Krankenhäusern in 30 Ländern insgesamt 11.330 Patienten. Die Patienten erhielten Remdesivir und 3 weitere Medikamente (Hydroxychloroquin, Lopinavir und Interferon) allein oder in Kombination.

Der Studie zufolge haben diese Medikamente nur eine geringe oder keine Wirkung auf die Gesamtmortalität, also die Sterblichkeit, infolge von COVID-19, auf die Intubation und auf die Dauer des Krankenhausaufenthalts.

Die Daten wurden auf medRxiv als Vorabveröffentlichung online publiziert und noch nicht von Fachgutachtern geprüft.

Die Geschichte von Remdesivir bei der Behandlung von COVID-19 ist möglicherweise trotzdem noch nicht zu Ende

Der Hersteller von Remdesivir, das US-Pharmaunternehmen Gilead Sciences, veröffentlichte eine Erklärung zur Verteidigung des Medikaments. Darin erklärte das Unternehmen, dass in begutachteten Fachzeitschriften veröffentlichte kontrollierte Studien seinen Nutzen bestätigt hätten.

Gilead stellte außerdem die Durchführung der Studie infrage. Das Unternehmen erklärte, es gebe Unterschiede bei der Übernahme und Durchführung des Versuchs, bei den Kontrollen und Patientengruppen. Daher sei unklar, ob sich aus den Studienergebnissen eindeutige Erkenntnisse ableiten ließen.

Remdesivir ist ein antivirales Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt und für die Behandlung des Coronavirus umgewidmet wurde. Es war eine der wenigen ermutigenden Entwicklungen im weltweiten Kampf gegen COVID-19.

Prof. Julie Fischer aus der Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie der Georgetown University sagte über die Studie: „Das ist eindeutig enttäuschend. Was wir alle sehen möchten, ist das, was häufig als ‚Wundermittel‘ bezeichnet wird: ein bereits vorhandenes, sicheres Medikament, das bei Patienten wirksam ist. Leider zeigt in diesem Fall zumindest diese Studie, dass Remdesivir keinen Nutzen hat.“

Die FDA erteilte Remdesivir im April eine Notfallgenehmigung und erklärte: „Obwohl nur begrenzte Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Remdesivir bei der Behandlung stationär aufgenommener COVID-19-Patienten vorliegen, wurde in einer klinischen Studie gezeigt, dass das noch in der Erprobung befindliche Medikament bei manchen Patienten die Genesungszeit verkürzt.“

Eine von den US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) durchgeführte klinische Studie, deren Ergebnisse am 8. Oktober im NEJM veröffentlicht wurden und die ungefähr 1000 Patienten umfasste, berichtete, dass Remdesivir bei etwa 31% der Patienten die Genesungszeit verkürzte. Die NIH erklärten außerdem, die Studie habe einen Überlebenserfolg gezeigt: einer Sterblichkeit von 8% in der Remdesivirgruppe standen 11,6% in der Placebogruppe gegenüber. Dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.

Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützte Studie erklärte dagegen, dass Remdesivir und die anderen Medikamente nicht wirkten.

Zusammenfassend scheinen die Ergebnisse dieser Studie zu den geprüften Medikamenten auszureichen, um die anfänglichen Hoffnungen zu widerlegen, eines dieser Medikamente könne die Sterblichkeit stationärer Patienten, die Notwendigkeit einer Intubation oder die Dauer des Krankenhausaufenthalts erheblich verringern.

Bis ein wirksamer Coronavirusimpfstoff gefunden ist, müssen wir weiterhin an diesen 4 Grundsätzen festhalten, um die negativen Auswirkungen von COVID-19 zu verringern:

  1. Eine Maske tragen,
  2. Abstand halten,
  3. Möglichst viele Tests durchführen und
  4. Erkrankte schnell isolieren.

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Quellen

1. WHO Solidarity Trial Consortium, Hongchao Pan, Richard Peto, Quarraisha Abdool Karim et al.
Repurposed antiviral drugs for COVID-19; interim WHO SOLIDARITY trial results.
medRxiv 15. Oktober 2020.

2. John H. Beigel, M.D., Kay M. Tomashek, M.D., M.P.H., Lori E. Dodd et al.
Remdesivir for the Treatment of Covid-19 — Final Report.
NEJM 8. Oktober 2020.

2. Gilead. "GILEAD SCIENCES STATEMENT ON THE SOLIDARITY TRIAL"

3. Remdesivir Does Not Reduce COVID-19 Mortality, Study Says - Medscape - 16. Oktober 2020.
DROZDOGAN KI

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Drozdogan-Assistent

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