Wundpflaster 1920 – Praktische Behandlung von Schnittwunden

In der Antike behandelten Heiler Hautschnitte und verschlossen Wunden mit Verbänden aus unterschiedlichen Materialien (etwa Spinnweben, Honig und Exkrementen). Erst mit der Entwicklung der Keimtheorie gegen Ende der 1800er-Jahre erkannten Ärzte, dass Bakterien und andere Mikroorganismen von Wunden ferngehalten werden müssen. Bevor chirurgische Verbände aus Gaze und Baumwolle weit verbreitet waren, wurden in amerikanischen Krankenhäusern häufig gepresste Sägespäne zum Abdecken von Wunden verwendet.
Heute ist die Behandlung von Hautschnitten ohne Verbandmittel wie Wundpflaster kaum vorstellbar. Die beeindruckende Verbreitung der Pflaster hat ihren Platz in der Medizingeschichte gefestigt.
Die als Band-Aid eingeführten Wundpflaster tragen einen Markennamen des amerikanischen Unternehmens Johnson & Johnson (J&J). Erfunden wurden diese Verbände 1920 vom J&J-Mitarbeiter Earle Dickson. Dickson legte seiner Frau Josephine, der häufig kleine Unfälle widerfuhren, provisorische Verbände auf Schnittwunden und Verbrennungen an. Dazu befestigte er Gaze mit Klebebandstreifen auf ihren Wunden. Um dies zu erleichtern, entwickelte er die Idee, eine Reihe von Gazepolstern in der Mitte eines Klebebandes anzubringen. Damit das Band nicht an sich selbst klebte und die Verbände verhältnismäßig sauber blieben, bedeckte er die Klebefläche mit einer Lage Krinolinenstoff. Josephine musste die Verbände nur noch von der Rolle abschneiden.
Schließlich überzeugte Dickson J&J davon, die neuen Verbände zu verkaufen. Anfangs fanden sie wenig Nachfrage, weil sie als drei Zoll (7,6 cm) breite und 18 Zoll (64 cm) lange Streifen angeboten wurden. Nachdem verschiedene Größen eingeführt und Pfadfindern sowie Metzgern kostenlose Pflaster zur Verfügung gestellt worden waren, wuchs das öffentliche Interesse. In den folgenden Jahren wurde Dickson Vizepräsident des Unternehmens.
Bis heute wurden mehr als 100 Milliarden Band-Aid-Pflaster verkauft.
Im Artikel erwähnte historische Persönlichkeiten: Earle Dickson (1892–1961)
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