Angioplastie 1964 – Behandlung verschlossener und verengter Blutgefäße

Angioplastie ist ein medizinisches Verfahren zur Erweiterung von Blutgefäßen, die sich durch Atherosklerose verengen oder verschließen können. Dabei verdickt sich die Arterienwand durch Ablagerungen fetthaltiger Stoffe wie Cholesterin und Kalzium.
Der Spezialist führt einen entleerten Ballon über einen Führungsdraht in das verengte Gefäß ein und bläst ihn auf. Dadurch werden Teile der Fettablagerungen zusammengedrückt und das Gefäß für einen besseren Blutfluss geöffnet. Anschließend wird der Ballon entleert und zurückgezogen.
Um eine erneute Verengung zu verhindern, werden nach der Angioplastie heute häufig Stents eingesetzt, etwa Metallröhrchen. Medikamentenbeschichtete Stents können schädliches Gewebewachstum hemmen und Entzündungsreaktionen vermindern. Patienten erhalten meist blutverdünnende Arzneimittel, um die Gerinnselbildung im gestenteten Gefäß zu verringern.
- Koronarangioplastie (KA), auch perkutane Koronarintervention genannt, bezeichnet die Erweiterung der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen.
- Nierenarterienangioplastie wird bei verengten Nierenarterien eingesetzt, die Bluthochdruck und eine eingeschränkte Nierenfunktion verursachen können.
- Angioplastie wird außerdem an den Halsschlagadern, den Hirnarterien und weiteren Gefäßen des Körpers angewandt.
- Periphere Angioplastie bezeichnet meist die Erweiterung von Gefäßen außerhalb der Herzkranzarterien, beispielsweise in den Beinen.
Die ersten Angioplastien der Geschichte:
- 1964 behandelten die amerikanischen Radiologen Charles Dotter und Melvin Judkins eine atherosklerotische Erkrankung einer Beinarterie mittels Ballonangioplastie.
- 1977 führte der deutsche Kardiologe Andreas Grüntzig erfolgreich eine Ballonangioplastie der Herzkranzgefäße durch.
- 1986 setzten Dotter und Kollegen erweiterbare Stentstrukturen in Koronararterien ein.
Die KA kann Brustschmerzen (Angina) lindern und die Lebensqualität verbessern. Epidemiologische Studien untersuchen weiterhin, in welchem Maß sie in verschiedenen Untergruppen und bei nicht akuter Herzerkrankung das Sterberisiko senkt. Eine koronare Bypassoperation, bei der andere Gefäße zur Umgehung verengter Arterien angeschlossen werden, könnte die Herzinfarktsterblichkeit wirksamer senken als KA.
Erläuterung zum Artikelbild: Darstellung eines Stents im Blutgefäß.
Im Text erwähnte historische Persönlichkeiten: Charles Theodore Dotter (1920–1985), Melvin P. Judkins (1922–1985), Andreas Roland Grüntzig (1939–1985)
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Quellen
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