Auf Eierstockkrebs aufmerksam machen: die Geschichte von Victoria’s-Secret-Engel Bianca Balti

In diesem Artikel
Bianca Balti, bekannt als Engel von Victoria's Secret, gab kürzlich bekannt, dass bei ihr im Alter von 40 Jahren Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) diagnostiziert wurde.
In einer emotionalen Nachricht in den sozialen Medien berichtete das bekannte Model über ihre Erfahrungen und ihren Kampf gegen den Krebs. Balti sagte: „Als ich vergangene Woche wegen Unterbauchschmerzen in die Notaufnahme ging, erfuhr ich, dass ich im Stadium 3C an Eierstockkrebs erkrankt bin“. Trotz Angst, Schmerzen und Tränen habe sie ihre Hoffnung und Kraft nicht verloren. Sie betonte ihren Glauben daran, den Krebs zu besiegen.
Sich erblichen Risiken stellen
Diese Nachricht ist sehr wichtig, um auf Eierstockkrebs und seine Früherkennung aufmerksam zu machen. Erbliche Genmutationen, insbesondere in BRCA1 und BRCA2, erhöhen das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erheblich. Auch Bianca Balti gehört zu dieser Risikogruppe. Bei einem Gentest im Jahr 2022 erfuhr sie, dass sie eine BRCA1-Mutation trägt und dadurch ein Brustkrebsrisiko von 50% sowie ein Eierstockkrebsrisiko von 30% hat. Daraufhin ließ sie Ende 2022 zur Senkung des Brustkrebsrisikos eine vorbeugende beidseitige Mastektomie durchführen, also beide Brüste operativ entfernen. Leider wurde auch das Eierstockkrebsrisiko Realität, und nun kämpft sie gegen diese Erkrankung.
Die Bedeutung von erblichem Eierstockkrebs
Eierstockkrebs ist eine schleichende Erkrankung, die oft ohne deutliche Symptome fortschreitet und deshalb meist erst in späten Stadien diagnostiziert wird. Erblicher Eierstockkrebs steht mit verschiedenen genetischen Veränderungen in Zusammenhang, insbesondere mit BRCA1- und BRCA2-Mutationen, und macht etwa 10-15% aller Eierstockkrebsfälle aus. Für Frauen mit diesen Mutationen sind vorbeugende Operationen oder regelmäßige ärztliche Kontrollen von entscheidender Bedeutung.
Menschen mit familiärer Krebsbelastung oder einer Krebserkrankung in jungem Alter wird empfohlen, genetische Tests durchführen zu lassen. Damit können Ärztinnen und Ärzte Risiken einschätzen und Möglichkeiten wie vorbeugende Eingriffe oder engmaschigere Kontrollen anbieten. Beispielsweise kann die Entfernung der Eierstöcke, eine Oophorektomie, oder der Eileiter das Eierstockkrebsrisiko deutlich senken. Solche Operationen müssen jedoch sorgfältig abgewogen werden, insbesondere bei Frauen mit künftigem Kinderwunsch.
Wichtige Zahlen zu Eierstockkrebs
Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verursacht Eierstockkrebs weltweit jährlich etwa 207 Tausend Todesfälle. Besonders hoch ist die Sterblichkeit in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Begrenzte Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten führen dort dazu, dass die Erkrankung meist erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt wird.
In der Türkei wurde nach den Daten für 2020 bei 4.059 Frauen Eierstockkrebs diagnostiziert; 2.730 Frauen starben daran. Diese Zahlen zeigen, dass die Erkrankung auch in der Türkei ein wichtiges Gesundheitsproblem für Frauen ist.
Bei einer frühen Diagnose im Stadium I kann die Fünfjahresüberlebensrate bis zu 90% erreichen. In fortgeschrittenen Stadien III-IV sinkt sie auf etwa 30-40%. Über alle Stadien hinweg liegt die Fünfjahresüberlebensrate bei etwa 45%.
Welche Symptome verursacht Eierstockkrebs?

Wie Bianca Balti berichtete, zählen Bauch- und Rückenschmerzen zu den häufigsten Symptomen von Eierstockkrebs. Das mögliche Beschwerdebild ist jedoch sehr vielfältig und wird oft mit anderen häufigen Erkrankungen verwechselt. Zu den verbreiteten Symptomen gehören:
- Bauch- und Beckenschmerzen, auch im Leistenbereich
- Häufiger Harndrang oder Probleme der Harnwege
- Schwierigkeiten beim Essen oder ein rasches Sättigungsgefühl
- Blähungen und Beschwerden im Bauch
- Anhaltende Verstopfung oder Verdauungsprobleme
- Schwäche und Müdigkeit
Diese Beschwerden können leicht mit häufigen Erkrankungen des Verdauungs- oder Harnsystems verwechselt werden. Treten sie jedoch wiederholt auf und halten länger als einige Wochen an, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Auf solche körperlichen Veränderungen zu achten, ist für eine frühe Erkennung besonders wichtig.
Warum ist die Früherkennung von Eierstockkrebs wichtig?
Bianca Balti erhielt ihre Krebsdiagnose im Stadium 3C, also in einem fortgeschrittenen Stadium. Leider wird Eierstockkrebs bei 70% der Frauen erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt. Hauptgründe sind das Fehlen eindeutiger, spezifischer Frühsymptome und eines verfügbaren Früherkennungstests. Die US Preventive Services Task Force bewertet das Eierstockkrebsscreening mit „Grad D“, empfiehlt also keine regelmäßigen Screeninguntersuchungen. Denn es wurde nicht gezeigt, dass ein Screening aller Frauen in der Bevölkerung das Überleben verbessert.
Kein Früherkennungstest, aber wichtige Warnzeichen
Auch wenn es derzeit keinen zugelassenen Früherkennungstest für Eierstockkrebs gibt, kann die Aufmerksamkeit für eigene körperliche Veränderungen viel bewirken. Insbesondere Frauen mit Brust- oder Eierstockkrebs in der Familie sollten hinsichtlich des Risikos für erblichen Eierstockkrebs besonders aufmerksam sein und regelmäßig ärztliche Kontrollen wahrnehmen. Da eine genetische Veranlagung ein wichtiger Risikofaktor ist, sind Frauen mit BRCA1- und BRCA2-Mutationen stärker gefährdet. Bei familiärer Brust- oder Eierstockkrebsbelastung können genetische Tests helfen, das eigene Risiko zu erkennen und mit dem ärztlichen Team bessere Präventionsstrategien zu entwickeln.
Bewusstsein schaffen im Kampf gegen Eierstockkrebs
Eierstockkrebs kann schleichend fortschreiten, doch eine frühe Diagnose rettet Leben. Wenn Sie bei sich oder Angehörigen die genannten Beschwerden beobachten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Bianca Baltis Erfahrungen zeigen erneut, dass diese Erkrankung niemanden verschont und jeden treffen kann. Auf die Signale des Körpers zu achten und Bewusstsein zu schaffen, liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung.
Wir können selbst zu mehr Gesundheitsbewusstsein beitragen. Vernachlässigen Sie regelmäßige ärztliche Kontrollen nicht und achten Sie auf Veränderungen Ihres Körpers.
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.