Auswirkungen einer COVID-19-Infektion bei Krebspatienten

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Annals of Oncology veröffentlichte eine Studie, in der Zhang und Kollegen bei 28 Krebspatienten aus drei Krankenhäusern in Wuhan, China, die COVID-19-Infektion hinsichtlich ihrer Merkmale und Auswirkungen untersuchten. Sie stellten fest, dass diese Patienten ein vergleichsweise höheres Risiko für schwere Ereignisse und Mortalität (Tod) hatten.
Merkmale von Krebspatienten mit COVID-19-Diagnose
Die 28 Krebspatienten gehörten zu den 1.276 Patienten, bei denen im Januar und Februar 2020 in drei Krankenhäusern COVID-19 diagnostiziert wurde (2,2% der Patienten). Bei allen lag eine durch einen Labortest bestätigte COVID-19-Infektion vor, und insgesamt hatten sich acht (28,6%) im Krankenhaus mit COVID-19 angesteckt. Ungefähr 61% der Krebspatienten mit COVID-19-Diagnose waren Männer (17 Patienten), und das mediane Alter betrug 65 Jahre. Lungenkrebs war die häufigste Krebsart unter diesen Patienten (7 Patienten, 25%).
Bei 15 Patienten (53,6%) traten schwere Ereignisse auf (Aufnahme auf die Intensivstation, Beatmung nach Intubation oder Tod); 8 Patienten (28,6%) starben an der Infektion. Eine Krebsbehandlung innerhalb der vorherigen 14 Tage, darunter Chemotherapie, Immuntherapie, zielgerichtete Therapie oder Strahlentherapie, war mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Ereignisse verbunden (4-fache Risikoerhöhung). Milchglastrübungen in der Computertomografie und mit COVID-19 vereinbare Befunde waren mit einem erhöhten Risiko für schwere Ereignisse verbunden.
Zusammenfassend sollte bekannt sein, dass Krebspatienten unter aktiver Krebsbehandlung ein höheres Risiko für eine COVID-19-Infektion haben und COVID-19 bei ihnen schwerer verläuft. Es ist wichtig, diese Patienten auf COVID-19 zu testen. Darüber hinaus sollte erwogen werden, den Einsatz von Arzneimitteln zu vermeiden, die das Immunsystem unterdrücken, oder ihre Dosierung anzupassen.
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Kommentar, frühe Beobachtungen und offene Fragen
Die im Bericht angegebene Häufigkeit von COVID-19-Infektionen bei Krebspatienten ist etwa 1,7-mal höher als in der gleichaltrigen chinesischen Bevölkerung, und die Mortalitätsrate (Sterberate) dieser Patienten ist 10-mal höher als die für alle COVID-19-Fälle berichtete Rate. Obwohl diese Zahlen für Krebspatienten sehr beunruhigend sind, sollten diese Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden: Die Fallzahl ist hier sehr klein, und die Daten wurden rückblickend erhoben. Zudem kann es aus verschiedenen Gründen problematisch sein, diese Ergebnisse auf andere Länder zu übertragen. Erstens unterscheidet sich die Häufigkeit von Krebsarten in China von der in westlichen Ländern; bei 8 der 28 Fälle handelte es sich um Speiseröhren-, Leber-, Magen- oder Nasopharynxkrebs (Nasenrachenkrebs), die in westlichen Ländern seltener sind. Außerdem wurde kein Patient mit einer hämatologischen malignen Erkrankung (Blut- oder Lymphkrebs) beschrieben; bei diesen Patienten kann die Unterdrückung des Immunsystems stärker sein als bei Patienten mit soliden (Organ-)Tumoren. In Chemotherapiezentren, die ambulante Krebsbehandlungen durchführen, sind Krebspatienten möglicherweise weniger stark von COVID-19 betroffen. Da die beteiligten Krankenhäuser zudem Überweisungszentren für COVID-19 waren, könnten sie kritischere Patienten betreut haben als andere Zentren. Trotz dieser Einschränkungen leistet dieser frühe Bericht von Zhang und Kollegen einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Risikos und der Auswirkungen einer COVID-19-Infektion bei Krebspatienten und könnte Onkologen eine klinische Anpassung der COVID-19-Behandlung ermöglichen. Zumindest sollten Krebspatienten die Regeln der sozialen Isolation streng einhalten und bei Symptomen (Krankheitszeichen), die einen COVID-19-Verdacht begründen, frühzeitig und rasch untersucht werden, unter anderem durch Labortests und eine Computertomografie der Lunge.
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Quellen
Clinical characteristics of COVID-19-infected cancer patients: A retrospective case study in three hospitals within Wuhan, China.
Annals of Oncology - April 2020 - Articles in Press
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