Bei nicht erblichem Brustkrebs ist die Operation der gesunden anderen Brust unnötig, kostspielig und beeinträchtigt die Lebensqualität

Die Operation ist bekanntlich die wichtigste Standardbehandlung von Brustkrebs. Erkrankt eine Frau, kann sie jedoch aus Angst vor den zerstörerischen Folgen und einer künftigen Bedrohung ihres Lebens die vollständige Entfernung der Brust verlangen, sogar zusammen mit der gesunden anderen Brust. Dabei verursachen nur genetisch bedingte Brustkrebsformen ein Risiko für die Gegenseite.
Sowohl falsche Medieninformationen als auch die Entscheidung von Angelina Jolie, nach Bekanntwerden ihres erblichen Brustkrebsrisikos beide Brüste entfernen zu lassen, haben die Sicht von Brustkrebspatientinnen verändert. Häufig wird deshalb die Entfernung beider Brüste verlangt und entsprechender Druck auf Ärzte ausgeübt. Ein in Surgical Oncology veröffentlichter Artikel klärt dieses Thema.
Die Studie untersuchte zwischen 2007-2010 nach Sentinel-Lymphknotenbiopsie insgesamt 4219 Brustkrebspatientinnen. Davon hatten 3722 eine einseitige und 497 eine beidseitige Mastektomie erhalten. Die einseitige Operation war gegenüber der beidseitigen sowohl wirtschaftlich vorteilhaft als auch mit deutlich besserer Lebensqualität verbunden.
Bei Frauen mit Brustkrebs, für die Tests nachweislich kein erbliches Krebsrisiko ergeben, ist eine Operation beider Brüste somit nicht richtig.
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Quellen
Increased Postoperative Complications in Bilateral Mastectomy Patients Compared to Unilateral Mastectomy: An Analysis of the NSQIP Database.
Ann Surg Oncol. 2013;20(10):3212-3217.
2. National Comprehensive Cancer Network. Updated NCCN Guidelines for Breast Cancer Discourages Prophylactic Mastectomy in Women Other Than Those at High Risk. Press release. October 28, 2009. Available at: https://www.nccn.org/about/news/newsinfo.aspx?NewsID=226. Accessed August 17, 2015.
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