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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie
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Chronische Hautnebenwirkungen nach einer Immuntherapie können anhalten

Chronische Hautnebenwirkungen nach einer Immuntherapie können anhalten
In diesem Artikel

Immuntherapien haben die Krebsbehandlung revolutioniert und vielen Patienten neue Hoffnung gegeben. Zugleich rücken behandlungsbedingte Nebenwirkungen zunehmend in den Mittelpunkt. Immuntherapien aus der Klasse der Immuncheckpoint-Inhibitoren aktivieren das Immunsystem stärker gegen Krebszellen. Dabei können jedoch auch gesunde Gewebe angegriffen werden und immunvermittelte Nebenwirkungen (irAE) entstehen.

Immuntherapie und Hautnebenwirkungen

Die Haut gehört zu den Organen, die eine Immuntherapie am häufigsten beeinträchtigt. Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung, Ausschlag und Dermatitis können die Lebensqualität erheblich beeinflussen. Bei manchen Patienten bestehen diese Probleme sogar Monate oder Jahre nach dem Ende der Behandlung fort. Wie lange halten solche chronischen Hautnebenwirkungen an? Wer ist besonders gefährdet, und wie sollten sie behandelt werden?

Eine neue Studie der Vanderbilt University, veröffentlicht am 12. März 2025 in JAMA Dermatology, untersucht  Häufigkeit und Dauer chronischer immuntherapiebedingter Hautreaktionen sowie deren Auswirkungen auf die Patienten im Detail. Die Ergebnisse zeigen, dass diese Nebenwirkungen länger als angenommen anhalten können und eine langfristige dermatologische Betreuung notwendig ist.

Einzelheiten der aktuellen Untersuchung

Untersucht wurden 318 Patienten, die zwischen 2015-2022 eine Immuntherapie erhalten hatten.

  • Bei 100 dieser Patienten wurden immuntherapiebedingte Hautnebenwirkungen festgestellt.
  • Bei 24 Patienten (24%) wurden die Hautreaktionen chronisch, das heißt, sie bestanden nach dem Absetzen der Behandlung mindestens 3 Monate fort.
  • Im Rahmen einer eingehenden Nachbeobachtung chronischer Hautreaktionen wurden 52 Patienten untersucht (20 Frauen; medianes Alter 66,5 Jahre).

Behandlungsdauer und Nachbeobachtung

  • Die Patienten wurden mit Nivolumab, Pembrolizumab oder Ipilimumab behandelt.
  • Mediane Dauer der Immuntherapie: 342 Tage
  • Mediane Nachbeobachtung nach dem Absetzen: 1032 Tage
  • Mediane Dauer chronischer Hautreaktionen: 629 Tage
  • Mediane Dauer fortbestehender Nebenwirkungen nach dem Absetzen: 446 Tage

Ergebnisse: Wie lange halten chronische Hautnebenwirkungen an?

  • Chronische Hautreaktionen entwickelten sich bei 24 von 100 Patienten (24%), entsprechend 8% der insgesamt 318 Patienten.
  • Bei 79% der 52 nachbeobachteten Patienten (41 Patienten) wurden die Symptome mit der Zeit schwächer oder verschwanden vollständig.
  • Nach 12 Monaten bestanden bei 41 Patienten (79%) allerdings weiterhin, wenn auch leichte, Reaktionen.
  • Nach 18 Monaten hatten noch 28 Patienten (54%) Beschwerden.

Diese Daten zeigen, dass die Beschwerden bei den meisten Patienten mit der Zeit nachlassen, während bei manchen Patienten Hautreaktionen lange fortbestehen.


Schweregrad und Behandlung der Nebenwirkungen

  • Von den 52 Patienten hatten 85% leichte Hautreaktionen vom 1. oder 2. Grad.
  • 14% entwickelten schwerere Reaktionen vom 3. Grad.
  • Am häufigsten waren:
    • Juckreiz (Pruritus)
    • Rötung und Ausschlag (morbilliformes Exanthem)
    • Dermatitis

Warum dermatologische Betreuung wichtig ist

  • Patienten mit dermatologischer Betreuung (27 Personen):
    • Anteil schwerer Nebenwirkungen vom 3. Grad: 46%
    • Einsatz von Biologika: 33%
  • Patienten ohne dermatologische Betreuung (25 Personen):
    • Anteil von Nebenwirkungen des 3. Grades: 14%
    • Einsatz von Biologika: 0%

Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig eine regelmäßige dermatologische Betreuung bei Hautnebenwirkungen ist. Bei Patienten mit schwereren Reaktionen war eine Behandlung mit Biologika wahrscheinlicher.


Einschränkungen der Studie

  • Möglicherweise wurden vor allem schwerere Fälle an Dermatologen überwiesen. Zum langfristigen Verlauf leichter Fälle sind deshalb weitere Untersuchungen erforderlich.
  • Patienten ohne dermatologische Betreuung können einen anderen klinischen Verlauf haben. Es ist daher zu berücksichtigen, dass nicht alle Patienten mit Hautnebenwirkungen denselben Verlauf erleben.

Fazit: Hautreaktionen nach einer Immuntherapie nicht unterschätzen!

Die Untersuchung zeigt, dass Hautreaktionen nach einer Immuntherapie länger als angenommen anhalten können und eine langfristige Betreuung erfordern.

Insbesondere Beschwerden, die länger als 1 Jahr bestehen, sollten kontrolliert werden, um geeignete Behandlungspläne festzulegen.

Regelmäßige dermatologische Kontrollen bei Hautnebenwirkungen sind wesentlich, um die Lebensqualität während und nach der Behandlung zu erhalten.

Quellen

Fletcher KA, Goodman RS, Lawless A, et al. Characterizing Chronic Cutaneous Immune-Related Adverse Events Following Immune Checkpoint Inhibitors. JAMA Dermatol. Published online March 12, 2025. doi:10.1001/jamadermatol.2025.0025
DROZDOGAN KI

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Drozdogan-Assistent

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