CT-Untersuchungen 1967 – Computertomographie

Kurz nachdem der Physiker Wilhelm Röntgen 1895 die Röntgenstrahlen entdeckt hatte, wurden Röntgengeräte gebaut, um das Innere des menschlichen Körpers zu untersuchen. So bedeutend dieser Fortschritt auch war, bleiben Röntgenbilder begrenzt: Der Körper enthält wichtige anatomische Strukturen und Gewebe, deren Dichte sich nur geringfügig unterscheidet und die deshalb auf Röntgenbildern nicht voneinander zu unterscheiden sind. Außerdem zeigt eine herkömmliche Röntgenaufnahme Organe überlagert und dadurch nicht unterscheidbar. Viele dieser Einschränkungen wurden durch die Erfindung der computerisierten axialen Tomographie, kurz CT, überwunden (Tomographie: Das griechische Wort „tomos“ bedeutet „Scheibe“ oder „Abschnitt“). Während beispielsweise eine herkömmliche Röntgenaufnahme des Kopfes den Schädel zeigt, bildet eine CT-Untersuchung sowohl den Schädel als auch das Gehirn sehr detailliert ab.
Ein CT-Gerät erstellt mit Hilfe eines Computers Schnittbilder, indem es viele Röntgenaufnahmen des menschlichen Körpers kombiniert. Diese Aufnahmen können außerdem zu dreidimensionalen Rekonstruktionen von Organen und anderen Strukturen zusammengesetzt werden. Die CT-Anlage besitzt einen ringförmigen Teil, der aus vielen verschiedenen Winkeln Röntgenstrahlen durch den Körper zu Detektoren sendet. CT-Untersuchungen stellen eine der ersten bedeutenden Anwendungen der Informationstechnologie in der Medizin dar.
Der britische Elektroingenieur Godfrey Hounsfield teilte sich mit dem südafrikanischen Physiker Allan Cormack den Nobelpreis für ihre Arbeiten zu CT-Verfahren und deren theoretischen Grundlagen. 1967 begann Hounsfield während seiner Tätigkeit für das britische Musik- und Unterhaltungsunternehmen EMI mit der Entwicklung des ersten kommerziell nutzbaren CT-Scanners. 1971 wurde ein EMI-Prototyp erstmals eingesetzt, um bei einem Patienten einen Gehirntumor nachzuweisen.
Heute sind CT-Untersuchungen hilfreich, um Tumoren zu erkennen, eine koronare Herzkrankheit auszuschließen sowie Darmverschlüsse, komplexe Frakturen und Schäden an den Bandscheiben abzuklären. Sie unterstützen Chirurgen bei der Planung rekonstruktiver Eingriffe und beim Entwurf von Komponenten wie Hüftprothesen. Bei der CT-Pulmonalisangiographie werden Lungenembolien (Verschlüsse der Lungenarterien) mit CT-Aufnahmen und kontrastverstärkenden Farbstoffen sichtbar gemacht. In Helix- oder Spiral-CT-Geräten wird der Patient kontinuierlich durch den Röntgenring des Geräts geschoben.
Beschreibung der Artikelabbildung: Ein historischer EMI-Scanner
Historische Persönlichkeiten im Artikel: Sir Godfrey Newbold Hounsfield (1919–2004), Allan MacLeod Cormack (1924–1998)
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