Herztransplantation 1967 – Wieder leben

Die Journalistin Laura Fitzpatrick schreibt:
„Im Laufe der überlieferten Geschichte betrachteten viele Ärzte das menschliche Herz als den unergründlichen, pulsierenden Sitz der Seele und als ein empfindliches Gebilde, an dem man nicht eingreifen sollte.“
Die Möglichkeit einer Herztransplantation, bei der das geschädigte Herz eines Empfängers durch das gesunde Herz eines verstorbenen Spenders ersetzt wird, wurde jedoch mit der Erfindung der Herz-Lungen-Maschine 1953 realisierbar. Während der Operation umgeht dieses Gerät vorübergehend Herz und Lunge und sorgt für eine ausreichende Sauerstoffanreicherung des Blutes (siehe „Herz-Lungen-Maschine – 1953“).
1964 nahm der amerikanische Chirurg James Hardy die erste Herztransplantation vor, indem er das Herz eines Schimpansen in den Brustkorb eines sterbenden Mannes einsetzte, weil kein menschliches Herz verfügbar war. Das Tierherz schlug im Patienten, war aber zu klein, um ihn am Leben zu halten. Der Patient starb nach 90 Minuten.
Die weltweit erste erfolgreiche Herztransplantation von Mensch zu Mensch führte der südafrikanische Chirurg Christiaan Barnard 1967 durch. Das Herz einer jungen Frau, die bei einem Verkehrsunfall gestorben war, wurde dem 54-jährigen herzkranken Louis Washkansky eingesetzt. Am folgenden Tag wachte Washkansky auf und sprach. Er lebte 18 Tage und starb dann an einer Lungenentzündung infolge der immunsuppressiven Medikamente, die die Abstoßung des fremden Organgewebes verhindern sollten.
Mit der Entdeckung des aus einem Pilz gewonnenen Ciclosporins 1972 wurden Organtransplantationen wesentlich erfolgreicher. Die Substanz unterdrückte die Abstoßung und erlaubte zugleich großen Teilen des Immunsystems, normal zu funktionieren und gewöhnliche Infektionen zu bekämpfen. Für Herztransplantierte waren die Aussichten nun weniger düster. Der Amerikaner Tony Huesman lebte beispielsweise 31 Jahre mit einem transplantierten Herzen.
Heute können unter anderem Herz, Nieren, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Darm transplantiert werden.
1982 implantierte der amerikanische Forscher Robert Jarvik das erste dauerhafte künstliche Herz.
Beschreibung der Artikelabbildung: Dr. Christiaan Neethling Barnard und Louis Washkansky
Historische Persönlichkeiten im Artikel: James D. Hardy (1918–2003), Christiaan Neethling Barnard (1922–2001), Robert Koffler Jarvik (geb. 1946)
- Vorheriges Thema: CT-Untersuchungen 1967 – Computertomographie
- Nächstes Thema: Hospiz 1967 – Du bist wichtig, weil du du bist!
Quellen
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.