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CT zur Lungenkrebsfrüherkennung hilft auch beim Erkennen verengter Herzkranzgefäße

CT zur Lungenkrebsfrüherkennung hilft auch beim Erkennen verengter Herzkranzgefäße
In diesem Artikel

Lungenkrebs und koronare Arterienerkrankung: zwei schleichende Erkrankungen zugleich

Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Ursache krebsbedingter Todesfälle. Die koronare Arterienerkrankung (KAH) bezeichnet eine Verengung der herzversorgenden Gefäße und ist die häufigste Ursache von Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Beide Erkrankungen schreiten im Frühstadium häufig symptomlos voran und erhöhen die Sterblichkeit. Eine neue Studie legt jedoch nahe, dass Lungenkrebsscreenings mittels Niedrigdosis-Computertomografie (CT) bei Personen ohne Herzsymptome auch Anzeichen einer KAH wie Koronararterienverkalkungen (KAK) nachweisen können. Diese Erkenntnis könnte einen wichtigen Wendepunkt darstellen, weil ein einziges Screeningverfahren Ansatzpunkte gegen zwei bedeutende Todesursachen bieten kann.

Die am 2. Dezember 2024 im Canadian Medical Association Journal veröffentlichte Studie von Caires und Kollegen beleuchtet das Potenzial des Lungenkrebsscreenings für die Diagnose einer KAH.


Hintergrund der Studie: Warum ist sie wichtig?

Niedrigdosis-CT-Screenings der Lunge sind ein verbreitetes Verfahren, um Lungenkrebs bei Menschen mit hohem Risiko früh zu erkennen. Dabei können jedoch auch andere wichtige Befunde wie Verkalkungen der Koronararterien festgestellt werden. Verkalkungen weisen auf Plaqueablagerungen in den Herzkranzgefäßen hin und sind ein wichtiger Biomarker für ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der leitende Autor der Studie, Dr. Gary Small (University of Ottawa Heart Institute), erklärte, dass solche Screenings nicht nur Todesfälle durch Lungenkrebs verringern, sondern auch zur Diagnose und Risikoeinstufung der koronaren Atherosklerose beitragen könnten, der zweithäufigsten Todesursache im mittleren Lebensalter.


Einzelheiten und Ergebnisse der Studie

Die Studie wurde im Zeitraum 2017-2018 im Rahmen des Ontario-Health-Pilotprogramms zum Lungenkrebsscreening an 1.486 Hochrisikopatienten durchgeführt. Die demografischen Merkmale der Teilnehmer lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • 52% der Teilnehmer waren Männer.
  • Das Durchschnittsalter betrug 66 Jahre.
  • 68% der Patienten (1.017 Personen) rauchten weiterhin.

Ergebnisse:

  • Bei 83% der Teilnehmer (1.232 Personen) wurden Verkalkungen der Koronararterien nachgewiesen.
  • Bei 30% dieser Personen (439) wurde das Ausmaß der Verkalkung als hoch eingestuft.

Schlussfolgerungen der Studie: Überlebensvorteile in zweierlei Hinsicht

Die Forscher wiesen darauf hin, dass CT-Screenings der Lunge nicht nur Todesfälle durch Lungenkrebs, sondern auch durch KAH verringern könnten. Sie betonten jedoch, dass dies von folgenden entscheidenden Faktoren abhängt:

  1. Fähigkeit der Ärzte, Befunde zu interpretieren und zu betreuen: Zufällig entdeckte Befunde wie Verkalkungen der Koronararterien können zu unnötigen Untersuchungen und übermäßigen Eingriffen führen.
  2. Entwicklung von Behandlungsstrategien: Für Personen mit nachgewiesenen Koronarverkalkungen müssen geeignete Behandlungsansätze festgelegt und umgesetzt werden.

Mögliche Risiken:

Neben dem Nutzen eines Niedrigdosis-CT-Screenings sind auch die Risiken unnötiger Eingriffe zu berücksichtigen. Die Studie hob besonders hervor, dass Strategien zur Herz-Kreislauf-Prävention in Lungenkrebsscreeningprogramme integriert werden sollten.


Was ist künftig zu tun?

Die Forscher erklärten, dass weitere Untersuchungen zum Umgang mit Zufallsbefunden wie Koronararterienverkalkungen erforderlich seien. Ein multidisziplinärer Ansatz bei der Betreuung dieser Befunde könnte das Überleben bei beiden Erkrankungen verbessern.

Das Pilotprogramm von Dr. Small und seinen Kollegen eröffnet einen neuen Ansatz für die öffentliche Gesundheit, mit dem zwei schwere Erkrankungen gemeinsam betrachtet werden können. Für den Erfolg der Programme ist es jedoch entscheidend, dass sowohl Behandelnde als auch Patienten die Risiken und den Nutzen dieser neuen Verfahren klar verstehen.


Fazit: zwei wesentliche Risiken, eine Lösung

Niedrigdosis-CT-Screenings der Lunge könnten über das Lungenkrebsscreening hinaus zu einem wegweisenden Instrument für die Herz-Kreislauf-Gesundheit werden. Dieser innovative Ansatz könnte künftig umfassendere Gesundheitsfrüherkennungsprogramme ermöglichen. Deshalb sollten Gesundheitspolitik und klinische Praxis solche ganzheitlichen Ansätze übernehmen, wie es die Forscher empfehlen.

Hinweis: Die Studienergebnisse zeigen nicht nur die Bedeutung von Früherkennung und Prävention, sondern auch die individuell angepasster Behandlungsansätze im Krankheitsmanagement.


Infografik zur Lungenkrebsfrüherkennung durch Screening 2020

Quellen

Marcella Cabral Caires, Keren Mbondo Kasuku, Bethlehem Mengesha, Habibat Garuba, Angeline Law, Christopher Johnson, David Ian Paterson, Carole Dennie, Elena Pena, Li Chen, Benjamin J.W. Chow and Gary R. Small. Prognostic importance of extensive coronary calcium on lung cancer screening chest computed tomography. CMAJ December 02, 2024 196 (41) E1362-E1369; DOI: https://doi.org/10.1503/cmaj.231602
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