Die Wahrheit über Cholesterin: 12 Dinge, die Sie wissen sollten – Eier, Gewicht, Statine und mehr

In diesem Artikel
Warum ist dieses Thema wichtig?
Cholesterin ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Da erhöhte Cholesterinwerte meist keine Beschwerden verursachen, können sie unsere Gefäße über viele Jahre unbemerkt schädigen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation entfallen weltweit mehr als 30% der Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über dieses Thema Bescheid zu wissen, kann also Leben retten!
Halbwissen aus dem Internet, etwa die falsche Vorstellung, Eier seien wegen ihres Cholesterins schädlich, kann zusätzlich verwirren. Manche Ernährungstrends spielen außerdem die Wirkung von Cholesterin herunter und erklären Zucker zum alleinigen Schuldigen. Wissenschaftliche Daten zeigen jedoch ein wesentlich umfassenderes Bild. In diesem Artikel erläutern wir die wichtigen Fakten über Cholesterin einfach und verständlich.
1. Was ist Cholesterin, und wozu dient es?
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die natürlicherweise in unserem Körper vorkommt. Es ist Bestandteil der Zellmembranen und spielt bei der Bildung bestimmter Hormone wie Östrogen und Testosteron sowie von Vitamin D eine Rolle. Cholesterin ist also nicht grundsätzlich schlecht; ein Überschuss birgt jedoch erhebliche Risiken.
Cholesterin wird in zwei Haupttypen eingeteilt:
-
LDL (Lipoprotein niedriger Dichte): Es ist als „schlechtes Cholesterin“ bekannt. Ein Überschuss lagert sich in den Gefäßen ab, verursacht Plaques und führt zu Gefäßverschlüssen.
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HDL (Lipoprotein hoher Dichte): Es gilt als „gutes Cholesterin“. Es transportiert LDL zur Leber und hilft so, es aus dem Körper zu entfernen.
2. Wann sollten Sie Ihr Cholesterin messen lassen?
Der britische National Health Service (NHS) empfiehlt Menschen über 40 Jahren, ihr Cholesterin alle 5 Jahre messen zu lassen. Bei Personen über 75 Jahren sollten diese Kontrollen jährlich erfolgen. Bei Herzerkrankungen in jungen Jahren in der Familie ist es wichtig, früher einen Test durchführen zu lassen.
3. Was zeigt der Bluttest?
Bei einem Cholesterintest werden in der Regel folgende Werte gemessen:
- Gesamtcholesterin
- HDL-Cholesterin (gut)
- LDL-Cholesterin (schlecht)
- Triglyzeride (eine weitere im Blut zirkulierende Fettart)

Welche Cholesterinwerte sind normal?
Gesamtcholesterin
- <200 mg/dL → Ideal (wünschenswert)
- 200–239 mg/dL → Grenzwertig erhöht
- ≥240 mg/dL → Erhöht
LDL-Cholesterin (schlecht)
- <100 mg/dL → Ideal (optimal)
- 100–129 mg/dL → Im nahezu optimalen Bereich
- 130–159 mg/dL → Grenzwertig erhöht
- 160–189 mg/dL → Erhöht
- ≥190 mg/dL → Stark erhöht
HDL-Cholesterin (gut)
- <40 mg/dL (bei Männern) oder <50 mg/dL (bei Frauen) → Niedrig (risikobehaftet)
- ≥60 mg/dL → Schützender Wert (kardioprotektiv)
Triglyzeride
- <150 mg/dL → Normal
- 150–199 mg/dL → Grenzwertig erhöht
- 200–499 mg/dL → Erhöht
- ≥500 mg/dL → Stark erhöht
4. Was sind Triglyzeride?
Triglyzeride sind die Fettart, in der der Körper nicht verbrauchte Kalorien speichert. Ein Überschuss erhöht das Risiko von Herzerkrankungen. Besonders bei Menschen mit normalem HDL, aber erhöhten Triglyzeriden kann das Risiko verborgen bleiben. Eine ausgewogene Ernährung und Bewegung sind sehr wirksam, um den Triglyzeridspiegel zu senken.
5. Was bedeutet ein genetisch bedingt hoher Cholesterinspiegel?
Erhöhte Cholesterinwerte sind nicht immer die Folge ungesunder Ernährung. Die erblich bedingte Erkrankung familiäre Hypercholesterinämie betrifft 1 von 250 Menschen. Bei diesen Personen reicht eine Ernährungsumstellung zur Cholesterinsenkung oft nicht aus; eine medikamentöse Behandlung ist erforderlich.
Wenn ein Verwandter ersten Grades einen Herzinfarkt erlitten hat, als Mann im Alter von <55 oder als Frau im Alter von <65 Jahren, kann dies auch bei Ihnen auf ein genetisches Risiko hinweisen. Sie sollten sich unbedingt testen lassen.
6. Was erhöht Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Der Cholesterinspiegel ist einer von vielen Faktoren, mit denen ärztlich ein „kardiovaskulärer Risikowert“ bestimmt wird. Weitere Risikofaktoren sind:
- Alter
- Geschlecht (höheres Risiko bei Männern)
- Rauchen
- Alkoholkonsum
- Bluthochdruck
- Familienanamnese
- Übergewicht oder Adipositas
Liegt der Risikowert über 10%, wird in der Regel eine Statintherapie empfohlen.
7. Statine: Wirksam bei der Cholesterinsenkung?
Statine sind Medikamente, die die Cholesterinsynthese in der Leber verringern und durch eine erhöhte Zahl von LDL-Rezeptoren das schlechte Cholesterin senken. Sie können LDL im Allgemeinen um bis zu 50% reduzieren. Sie sind äußerst sicher, und es ist wissenschaftlich belegt, dass sie bei Menschen nach einem Herzinfarkt das Leben verlängern.
Reichen Statine bei sehr hohen Cholesterinwerten nicht aus, können auch neuere Medikamente wie PCSK9-Hemmer eingesetzt werden.
8. Ist eine Senkung ohne Medikamente möglich?
Sind Ihre erhöhten Cholesterinwerte nicht genetisch bedingt, können Sie sie möglicherweise durch Änderungen des Lebensstils senken. Sie können ärztlich besprechen, ob eine medikamentenfreie Probephase von 2-3 Monaten möglich ist. In dieser Zeit können folgende Gewohnheiten helfen:
- Gesunde Ernährung
- Regelmäßige körperliche Aktivität
- Gewichtskontrolle: Solche Gewohnheiten können LDL senken und HDL erhöhen.
9. Welche Lebensmittel wirken günstig auf das Cholesterin?
Zu den cholesterinfreundlichen Lebensmitteln gehören:
- Hafer: Das enthaltene Beta-Glucan verringert die Cholesterinaufnahme im Darm. Wirksam sind täglich 3g Beta-Glucan, entsprechend etwa 40g Haferflocken.
- Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen): Dank ihres Ballaststoffreichtums und geringen Fettgehalts wirken sie auf zweifache Weise cholesterinsenkend.
- Olivenöl, Avocado und Nüsse (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse): Reich an ungesättigten Fettsäuren.
- Fettreiche Fische (Lachs, Makrele, Sardine): Enthalten Omega-3-Fettsäuren und sind gut für das Herz.
- Gemüse und Obst: Sie sind reich an Ballaststoffen, Antioxidantien und Vitaminen und bilden die Grundpfeiler der „Portfolio-Diät“.
10. Welche Lebensmittel sollten Sie meiden?
- Gesättigte Fette: Butter, Sahne, rotes Fleisch und verarbeitetes Fleisch wie Sucuk, Salami und Würstchen
- Tropische Fette: Kokosöl (etwa 85% gesättigte Fette) und Palmöl
- Stark zuckerhaltige Lebensmittel: Besonders Produkte, die als fettarm vermarktet werden, aber viel Zucker enthalten
- Ultrahochverarbeitete Lebensmittel (UPF): Abgepackte Kuchen, Kekse und Fertiggerichte
11. Sind Eier und Schalentiere wirklich schädlich?
Früher wurden diese Lebensmittel wegen ihres Cholesteringehalts schlechtgemacht. Aktuelle wissenschaftliche Daten zeigen jedoch, dass Nahrungscholesterin den Cholesterinspiegel im Blut nur begrenzt beeinflusst. Die eigentlichen Verursacher sind gesättigte Fette. Eier und Meeresfrüchte können deshalb für die meisten Menschen Teil einer gesunden Ernährung sein. Personen mit familiärer Hypercholesterinämie sollten jedoch vorsichtig sein.
12. Fazit: Kennen Sie Ihre Cholesterinwerte und schützen Sie Ihre Gesundheit
Cholesterin ist wie Bluthochdruck ein stiller, aber heimtückischer Gegner. Mit regelmäßigen Kontrollen, bewusster Ernährung und gesunden Lebensgewohnheiten lässt sich ihm entgegenwirken. Denken Sie daran: Kleine Veränderungen machen einen großen Unterschied!
Quellen
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