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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie

Durvalumab plus FLOT zeigt erstmals einen Gesamtüberlebensvorteil bei frühem Magenkrebs

Durvalumab plus FLOT zeigt erstmals einen Gesamtüberlebensvorteil bei frühem Magenkrebs
In diesem Artikel

MATTERHORN , eine internationale Phase-3-Studie bei operablem Magen- und gastroösophagealem Übergangskrebs (GEJ), berichtete Ergebnisse der Standardchemotherapie FLOTmit dem zusätzlichen immunstärkenden Medikament Durvalumabals neuer Kombination.

Die Studie belegte in der Literatur erstmals , dass eine perioperative Immuntherapie vor und nach der Operation die Lebenszeit (Gesamtüberleben – OS) verlängert.

Zudem nahm unter Durvalumab die Rate vollständigen Tumorverschwindens vor der Operation, also die pathologische Komplettremission (pCR) , signifikant zu: ungefähr von 7 % auf 19 % und damit um etwa das 2.7-Fache gegenüber der Kontrolle.

Diese Ergebnisse machen Durvalumab + FLOT bei frühem Magenkrebs zu einem Kandidaten für einen neuen Standard in der Behandlung.

Studiendesign

  • Phase 3, doppelblind, multizentrisch; Durvalumab + FLOT versus Placebo + FLOT.
  • Perioperativer Ablauf: 2 neoadjuvante Zyklen → Operation → 2 adjuvante Zyklen → 10 Erhaltungszyklen (Durvalumab/Placebo).
  • Wesentliche Endpunkte: EFS (ereignisfreies Überleben) und OS; sekundär: pCR, MPR, pathologisches Ansprechen und nodales Downstaging (ypN).
ESMO25: Abschließendes OS
HR 0.78
95% KI 0.63–0.96; p=0.021 ✅
ASCO25: EFS
HR 0.71
95% KI 0.58–0.86; p<0.001 ✅

ASCO25 (Plenum + NEJM): EFS und pCR positiv

  • EFS: HR 0.71 (0.58–0.86), 29 % Risikoreduktion.
  • pCR: 19.2 % versus 7.2 % → RR 2.69 (1.86–3.90), ~2.7-facher Anstieg.
  • OS: Noch unreif; HR 0.67, p=0.03 (formale Schwelle damals nicht überschritten).

Klinische Bedeutung: Rückfall/Progression verzögert; Potenzial für bessere Heilungschancen.

ESMO25 LBA81: Abschließendes OS und detaillierte Pathologie

  • OS insgesamt: HR 0.78 (0.63–0.96), p=0.021 ✅
  • PD-L1-(TAP)-Untergruppen: TAP <1% HR 0.79 (0.41–1.50) – nicht signifikant; TAP ≥1% HR 0.79 (0.63–0.99) – grenzwertig. Einordnung: Nutzentrend unabhängig von PD-L1.
  • Pathologisches Ansprechen (HR im Zusammenhang mit EFS): pCR 0.29 (0.08–0.96) ✅; MPR 0.32 (0.15–0.68) ✅; jegliches pR 0.60 (0.46–0.79) ✅.
  • Nodales Downstaging: ypN– 58.2 % versus 44.8 %; OR 1.72 (1.30–2.27).
  • ypN–/ypN+ und EFS: ypN– HR 0.74 (0.46–1.18), nicht signifikant; ypN+ HR 0.77 (0.58–1.02), nicht signifikant.

ASCO25 gegenüber ESMO25: Was kam hinzu?

Parameter ASCO25 ESMO25 Einordnung
EFS HR 0.71 (0.58–0.86) ✅ — Früh positiv
OS Noch unreif HR 0.78 (0.63–0.96), p=0.021 ✅ Neu und entscheidend
pCR 19.2 % versus 7.2 % (RR 2.69) HR 0.29 (0.08–0.96) ESMO ergänzte HR-Analyse
PD-L1-Untergruppe — TAP <1% und ≥1% getrennt Konsistenter Nutzentrend
ypN-Downstaging — 58.2 % versus 44.8 % (OR 1.72) Neue Daten

Klinische Schlussfolgerungen

  • Möglicher neuer Standard: Perioperatives Durvalumab + FLOTzeigt nun EFS + OS gemeinsam positiv.
  • Biomarker: Keine zwingende Auswahl nach PD-L1; bei TAP ≥1% erreicht das Konfidenzintervall allerdings grenzwertige Signifikanz und kann in manchen Zentren bei der Auswahl helfen.
  • Übereinstimmung mit Pathologie: pCR-/MPR-Gewinne stützen den langfristigen Nutzen biologisch.
  • Vereinbarkeit mit Operation: Frühere Berichte zeigten keine erheblichen Verzögerungen oder Toxizitätszunahme; der Ablauf bleibt erhalten.

Praktische Umsetzung

  1. Patientenauswahl: Stadium II–IVA, resektabel, ECOG 0–1; bei MSI-H, EBV+, HER2+ und anderen Subtypen zusätzliche Strategien im Tumorboard erwägen.
  2. Zeitplanung: 2 neoadjuvante Zyklen → Operation → 2 adjuvante Zyklen → 10 Durvalumab-Erhaltungszyklen mit fester Team-/Logistikplanung.
  3. Integration von Pathologie und Radiologie: pCR-/MPR-Bericht nach Modified Ryan und klarer Lymphknotenstatus.
  4. Nachbeobachtung: Vorhandene MRD-/ctDNA-Programme zur Rückfallrisikoeinteilung einbeziehen.

Kommentar

MATTERHORN zeigt mit positivem OS, dass perioperative Immuntherapie hier eine Hürde überwunden hat. Nächste Schritte sind: MRD-/ctDNA-gesteuerte Therapiedauer, molekularsubtypbasierte Individualisierung und Integration von Versorgungsdaten . Für regionale Erstattung und Zugang werden gesundheitsökonomische Modelle entscheidend sein.

Quelle

Janjigian YY, Al-Batran SE, Wainberg ZA, et al. Perioperative Durvalumab in Gastric and Gastroesophageal Junction Cancer. N Engl J Med. 2025. DOI: 10.1056/NEJMoa2503701.


MATTERHORN First OS‑Positive Peri‑operative IO FLOT in Resectable Gastric GEJ

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Drozdogan-Assistent

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