Erste gezielte Therapie gegen MET-Mutationen bei Lungenkrebs von der FDA zugelassen: Capmatinib

In diesem Artikel
Am 6. Mai 2020 erteilte die US-amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) für das 4. Stadium (Ausbreitung in andere Körperregionen) eines nichtkleinzelligen Lungenkrebses (KHDAK) zur Behandlung erwachsener Patienten dem Medikament Capmatinib (Tabrecta) eine beschleunigte Zulassung. Capmatinib ist die erste Therapie, die bei MET-(mesenchymal-epithelialer Übergang)-Exon-14-Skipping auslösenden genetischen Veränderungen für Lungenkrebspatienten von der FDA zugelassen wurde.
Gleichzeitig ließ die FDA zur Bestimmung der Eignung für Capmatinib den Nachweis von MET-Exon-14-Skipping (Überspringen) durch den FoundationOne-CDx-Test (F1CDx) zu.
Lungenkrebs wird in 2 Hauptgruppen eingeteilt: kleinzellig und nichtkleinzellig. Nichtkleinzellige Lungenkarzinome werden wiederum, wie nachfolgend dargestellt, in zahlreiche Untergruppen mit unterschiedlichen genetischen und biologischen Eigenschaften unterteilt. Jedes Jahr werden neue zielgerichtete Medikamente entwickelt, die die charakteristischen Genveränderungen dieser Untergruppen angreifen. Nichtkleinzelliger Lungenkrebs (KHDAK) macht 85-90% aller Lungenkrebserkrankungen aus.
Lungenkrebs wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, wenn der Krebs in anderen Organen Metastasen gebildet hat. Krebsmetastasen entstehen durch eine aufeinanderfolgende Reihe genetischer Veränderungen. MET-Exon-14-Skipping gilt als ein kritisches Ereignis für die Metastasierung von Krebs. Die MET-Exon-14-Skipping verursachenden Mutationen finden sich bei 3-4% der Lungenkrebspatienten.
Tabrecta ist ein kleines Molekül aus der Klasse der „Kinasehemmer“ und wird als Tablette eingenommen. Es blockiert ein wichtiges Enzym und hilft dadurch, das Wachstum von Tumorzellen zu stoppen (siehe Arten von Krebsmedikamenten).
GEOMETRY mono-1: die Studie zur FDA-Zulassung von Capmatinib (Tabrecta)
- Die Wirksamkeit von Capmatinib bei metastasiertem KHDAK mit einer MET-Exon-14-Skipping-Mutation wurde bei 97 Patienten in einer multizentrischen, nicht randomisierten und offenen klinischen Studie namens GEOMETRY mono-1 gezeigt.
- Die Patienten erhielten zweimal täglich 400 mg Capmatinib bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder zum Auftreten nicht akzeptabler Nebenwirkungen.
- Der wichtigste Wirksamkeitsendpunkt der Studie, bestimmt durch ein verblindetes unabhängiges Bewertungskomitee, war die Gesamtansprechrate.
- Bei den 28 zuvor unbehandelten Patienten betrug die Gesamtansprechrate 68% (95% CI: 48, 84), die Ansprechdauer lag bei 12,6 Monaten (95% CI: 5,5, 25,3).
- Bei den 69 vorbehandelten Patienten betrug die Gesamtansprechrate 41% (95% CI: 29, 53), die Ansprechdauer lag bei 9,7 Monaten (95% CI: 5,5, 13,0).

- Die häufigsten (bei mindestens 20% der Patienten auftretenden) Nebenwirkungen sind periphere Ödeme, Übelkeit, Müdigkeit, Erbrechen, Atemnot und verminderter Appetit. Capmatinib kann auch interstitielle Lungenerkrankungen, Hepatotoxizität, Lichtempfindlichkeit und embryofetale Toxizität verursachen. Frühe Laboruntersuchungen an Zellen ergaben ein deutlich positives Signal für Phototoxizität. Daher könnten Patienten empfindlicher auf Sonnenlicht reagieren. Während der Einnahme von Capmatinib wird ihnen empfohlen, ihre Haut zu bedecken, Sonnenschutzmittel zu verwenden und Bräunung zu vermeiden.
- Die empfohlene Capmatinib-Dosis beträgt zweimal täglich 400 mg mit oder ohne Nahrung.
Quellen
fda.gov - 6. Mai 2020
2. Alexander Drilon, et. al. Antitumor activity of crizotinib in lung cancers harboring a MET exon 14 alteration. Nature Medicine 13. Jan. 2020.
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.