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Prof. Dr. Mustafa Özdoğan · Facharzt für medizinische Onkologie
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Erste zellbasierte Gentherapie gegen Mantelzelllymphom erhält FDA-Zulassung

Erste zellbasierte Gentherapie gegen Mantelzelllymphom erhält FDA-Zulassung

Für erwachsene Patienten mit einem auf andere Behandlungen nicht ansprechenden oder nach einer anderen Therapie wiederkehrenden Mantelzelllymphom (Mantle Cell Lymphoma, MCL) erhielt die zellbasierte Gentherapie Tecartus (Brexucabtagene Autoleucel) am 24. Juli 2020 die Zulassung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA). Tecartus ist eine chimäre Antigenrezeptor-(CAR-)T-Zelltherapie und die erste von der FDA zur Behandlung von MCL zugelassene zellbasierte Gentherapie. Sie ist eine Form der Immuntherapie.

MCL ist eine meist bei Erwachsenen mittleren oder höheren Alters auftretende seltene Form des B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms. Bei MCL-Patienten werden die bei der Infektionsabwehr helfenden weißen Blutkörperchen vom Typ B-Zellen zu Krebszellen, die Tumoren in den Lymphknoten bilden und sich schnell in andere Körperregionen ausbreiten. MCL beginnt meist mit einer Lymphknotenvergrößerung und kann sich auf andere Gewebe wie Knochenmark, Leber und Magen-Darm-Trakt ausbreiten.

Jede Tecartus-Dosis ist eine individuell hergestellte Behandlung, für die das patienteneigene Immunsystem genutzt wird, um das Lymphom zu bekämpfen. Die zu den weißen Blutkörperchen gehörenden T-Zellen des Patienten werden gesammelt und genetisch so verändert, dass sie ein neues Gen enthalten, das das gezielte Erkennen und Abtöten der Lymphomzellen erleichtert. Anschließend werden die veränderten T-Zellen dem Patienten zurückgegeben (der Wirkmechanismus wird in der folgenden Infografik erläutert).

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tecartus wurde bei 60 Erwachsenen mit therapieresistentem oder rezidiviertem MCL in einer multizentrischen klinischen Studie untersucht. Sie wurden nach ihrem ersten objektiven Krankheitsansprechen mindestens sechs Monate lang nachbeobachtet.

Nach der Behandlung mit Tecartus betrug die vollständige Remissions-/Ansprechrate 62% und die objektive Ansprechrate 87%.

Zu den Nebenwirkungen dieser CAR-T-Zelltherapie gehört das Zytokinfreisetzungssyndrom. Es verursacht hohes Fieber und grippeähnliche Symptome und ist eine systemische Reaktion auf die Aktivierung und Vermehrung der CAR-T-Zellen sowie auf neurologische Nebenwirkungen. Sowohl das Zytokinfreisetzungssyndrom als auch neurologische Nebenwirkungen können tödlich oder lebensbedrohlich sein. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Tecartus zählen schwere Infektionen, niedrige Blutzellzahlen und ein geschwächtes Immunsystem. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen treten meist in den ersten ein bis zwei Wochen nach der Behandlung auf, können jedoch auch später auftreten.

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Bei Krebs umfasst Immuntherapie zahlreiche Methoden zur Aktivierung des Immunsystems gegen den Tumor. Es gibt heute viele unterschiedliche Methoden und Medikamente für die Krebsimmuntherapie; zelluläre Immuntherapie gehört ebenfalls dazu.

Quellen

FDA Approves First Cell-Based Gene Therapy For Adult Patients with Relapsed or Refractory MCL.
fda.gov - 24 July 2020.
DROZDOGAN KI

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