Ist Nachtschweiß ein Anzeichen für Krebs?

In diesem Artikel
Krebssymptome unterscheiden sich von Mensch zu Mensch sowie nach Krebsart, Entstehungsort und Stadium. Auch Behandlungen wie Chemotherapie können zusätzliche Symptome verursachen. Nachtschweiß gehört nach einer Chemotherapie zu den häufigen Erscheinungen bei Krebspatienten.
Schwitzen ist eine physiologische Reaktion zur Senkung der Körpertemperatur.
Dabei werden Salz und Wasser über die Schweißdrüsen der Haut ausgeschieden. Überall im Körper befinden sich von Nervenzellen gesteuerte Schweißdrüsen. Auch wenn es nicht immer sichtbar ist, schwitzen wir ständig.
Die Schweißmenge hängt von der jeweiligen Aktivität, dem emotionalen Zustand und der Temperatur ab.
Nachtschweiß tritt häufig bei neuroendokrinen Tumoren, Nebennierenkrebs, Nierenkrebs, Lymphomen und Leukämien auf, die vergleichsweise selten sind. Er wurde jedoch auch bei Prostatakrebs beschrieben.
Einige Merkmale des Schwitzens bei Krebs
- Schwitzen und hohes Fieber können bei Krebspatienten durch den Tumor selbst oder seine Behandlung entstehen.
- Nachtschweiß tritt häufig bei weiblichen Krebspatienten auf.
- Er beeinträchtigt die Schlafqualität.
- Der Behandlungsplan richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und kann auch die Tumorbehandlung umfassen.
- Der erste Behandlungsschritt ist, die hauptsächliche Ursache des Nachtschweißes zu ermitteln.
Meist entsteht Nachtschweiß nicht durch Krebs; weitere Ursachen sind:
Nachtschweiß hat überwiegend andere Ursachen als Krebs. Hyperhidrosebezeichnet übermäßiges Schwitzen tagsüber oder nachts und ist häufig. Meist verursacht sie keine bedeutenden Beschwerden; Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung.
Außerdem tritt Nachtschweiß in vielen der folgenden Situationen auf:
- Menopause,
- Infektionen,
- Niedriger Blutzucker (Hypoglykämie),
- Hormonstörungen,
- Neurologische Zustände wie Schlaganfall,
- Angst oder Stress,
- Alkohol- oder Medikamentenentzug beziehungsweise Abhängigkeit,
- HIV
Zur Behandlung von Nachtschweiß werden folgende Verfahren eingesetzt:
- Hormonersatztherapie (hormone replacement therapy = HRT),
- Antidepressiva,
- Clonidin, ein Medikament gegen Bluthochdruck und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung,
- Antikonvulsiva (Antiepileptika, also Medikamente zur Epilepsiebehandlung)
- Entspannungsverfahren und Akupunktur
Plötzliche Hitzewallungen lassen sich durch Östrogentherapie kontrollieren. Bei einigen Frauen mit Brustkrebs ist diese jedoch nicht möglich. Solche Behandlungen erhöhen zudem das Brustkrebs- und Rückfallrisiko und verursachen herzbedingte Todesfälle.
Bei Prostatakrebspatienten können ähnlich Östrogen-Gestagen, Antidepressiva und Antikonvulsiva eingesetzt werden.
Behandlungsbedingte Beschwerden und Nebenwirkungen können nach sorgfältiger Beurteilung durch Ihren Onkologen behandelt werden. Scheuen Sie sich nicht, sie anzusprechen und dem Behandlungsteam mitzuteilen. So lassen sich viele kontrollieren, bevor sie stärker werden.
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Quellen
Uptodate 2016
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