Künstliche Herzklappen 1952 – Von den ersten Versuchen zur modernen Technik

Das menschliche Herz besitzt vier Klappen, die den Blutstrom im Herzen in jeweils eine Richtung lenken. Wenn sie richtig funktionieren, lassen alle Klappen das Blut nur in eine Richtung fließen und verhindern einen Rückstrom. Mitral- und Trikuspidalklappe öffnen und schließen sich zwischen Vorhöfen und Herzkammern, während Aorten- und Pulmonalklappe in den vom Herzen abgehenden Arterien liegen. Die Klappensegel öffnen und schließen sich als Reaktion auf den Druck auf beiden Seiten.
Wenn die Klappen nicht richtig funktionieren, etwa wenn sich die Mitralklappe als Komplikation eines rheumatischen Fiebers verdickt, müssen sie durch künstliche Klappen ersetzt werden.
- Stenose bezeichnet eine Verengung der Klappenöffnung, die den Blutfluss behindert.
- Regurgitation bezeichnet dagegen den Rückfluss durch die Klappe.
Moderne mechanische Klappen können während der gesamten Lebenszeit eines Patienten normal funktionieren. Es können jedoch Antikoagulanzien, also Blutverdünner, erforderlich sein, um Blutgerinnsel zu vermindern, die durch Schäden an roten Blutkörperchen und Blutplättchen entstehen. Weniger haltbare Gewebeklappen aus Schweinegewebe oder dem Herzbeutel von Rindern verursachen weniger Schäden. Außerdem erfordern sie keine Antikoagulanzien. Sie müssen allerdings möglicherweise ausgetauscht werden.
Wenn tierisches Gewebe zur Herstellung biologischer Klappen verwendet wird, werden biologische Marker entfernt, um eine Gewebeabstoßung zu verhindern.
Bei den ersten künstlichen Herzklappen wurde eine Silikonkugel in einem Metallkäfig verwendet. Bewegte sich die Kugel infolge von Druckänderungen vor und zurück, wirkte der Metallkäfig als Einwegklappe. 1952 setzte der amerikanische Chirurg Charles Hufnagel einem Patienten mit geschädigter Aortenklappe eine solche Käfigkugelklappe ein.
Ein weiterer amerikanischer Chirurg, Albert Starr, und der Ingenieur Lowell Edwards entwickelten eine ähnliche Klappe. Der Chirurg setzte sie 1960 bei einem Patienten ein. Später wurde die bewegliche Kugel durch eine Kippscheibe ersetzt, und der Einsatz von pyrolytischem Kohlenstoff verringerte die Entstehung von Blutgerinnseln.
Beschreibung der Artikelabbildung: Eine Starr-Edwards-Mitralklappe mit beweglicher Metallkugel.
Historische Persönlichkeiten im Artikel: Miles Lowell Edwards (1898 – 1982), Charles A. Hufnagel (1916 – 1989), Albert Starr (geb. 1926)
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