Prostatakrebs und sexuelle Funktionsstörungen: Bewegung als vielversprechende Behandlung

In diesem Artikel
Bewegung gegen sexuelle Funktionsverluste nach Prostatakrebs
Können die bei Männern nach einer Prostatakrebsbehandlung häufigen sexuellen Funktionsstörungen durch regelmäßige Bewegung verbessert werden? In JAMA Network Open wurde am 12. März 2025 eine Studie veröffentlicht, die diese Frage positiv beantwortet. Prof. Dr. Daniel Galvão, Direktor des Exercise Medicine Research Institute der Edith Cowan University, und sein Team untersuchten die Wirkung regelmäßiger Aktivität auf erektile Dysfunktion bei Prostatakrebs.
Auswirkungen der Prostatakrebsbehandlung auf das Sexualleben
Zur Behandlung gehören Androgensuppression, Strahlentherapie und Operationen. Sie können jedoch erhebliche Nebenwirkungen wie sexuelle Funktionsstörungen verursachen. Erektile Dysfunktion beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern kann auch Beziehungen belasten.
Erektionsstörungen sind bei Prostatakrebs ein großes Problem. Sie betreffen nicht nur den Patienten, sondern auch seine Beziehung. Leider erhalten viele zu wenig Beratung über unterstützende Maßnahmen. Die Studie soll diese Lücke schließen.
Methoden und Ergebnisse

In der Untersuchung wurden bei 112 Prostatakrebspatienten die Wirkungen regelmäßiger Bewegung und psychosexueller Schulung geprüft. Die Teilnehmer wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt:
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Trainingsgruppe: An 3 Tagen pro Woche klinisch betreutes Ausdauer- und Widerstandstraining.
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Kontrollgruppe: Fortsetzung der bisherigen Versorgung.
Trainingsprogramm
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An 3 Tagen pro Woche jeweils 20-30 Minuten mäßig bis intensiv belastendes Ausdauertraining, etwa auf Laufband oder Fahrrad beziehungsweise beim Schwimmen
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Pro Training 6-8 verschiedene Kraftübungen, beispielsweise mit Gewichten, mit jeweils 6-12 Wiederholungen
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Zu Hause insgesamt mindestens 150 Minuten mäßig bis intensives Ausdauertraining pro Woche
Einigen Patienten wurde zusätzlich ein kurzes psychosexuelles Schulungs- und Selbstmanagementprogramm angeboten. Es umfasste Informationsmaterial zur Behandlung von Erektionsstörungen und Audioangebote zur Stressbewältigung.
Ergebnisse
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Nach 6 Monaten Nachbeobachtung zeigte die psychosexuelle Schulung keinen zusätzlichen Nutzen.
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Bei regelmäßig aktiven Patienten wurde eine deutliche Verbesserung der Erektionsfunktion beobachtet.
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Besonders Patienten nach Strahlentherapie und Androgensuppression profitierten stärker als operierte Patienten.
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Den größten Nutzen hatten Männer, die zu Beginn wenig sexuelles Verlangen, geringe Beziehungszufriedenheit und niedrige allgemeine Zufriedenheit angaben.
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Das Training verhinderte eine Zunahme des Körperfetts und erhöhte die Muskelkraft.
Sollte Bewegung zur Standardbehandlung bei Prostatakrebs gehören?
Das Forschungsteam betont, dass Bewegung bei Männern mit sexuellen Funktionsverlusten nach Prostatakrebs als grundlegende Behandlungsoption betrachtet werden sollte.
Die Studie zeigt, dass Training eine wirksame Maßnahme bei sexuellen Funktionsstörungen nach Prostatakrebs sein könnte. Bewegungsmedizin sollte als wichtiger Bestandteil der Behandlung berücksichtigt werden.
Fazit und Empfehlungen
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Männer mit sexuellen Funktionsverlusten nach Prostatakrebs sollten regelmäßige Aktivität in ihren Alltag integrieren.
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Bewegung wirkt nicht nur auf die Erektionsfunktion, sondern auch auf Körperzusammensetzung und allgemeine Gesundheit positiv.
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Die Kombination von Ausdauer- und Krafttraining kann neben der Sexualfunktion auch Muskelkraft und allgemeines Wohlbefinden fördern.
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Ärztliche und physiotherapeutische Fachleute sollten Prostatakrebspatienten bewegungsbasierte Rehabilitationsprogramme empfehlen.
Bewegung sollte somit als wichtige nichtmedikamentöse Möglichkeit zur Verbesserung der Sexualgesundheit nach Prostatakrebs betrachtet werden. Untersuchungen zeigen mögliche Vorteile sowohl für die allgemeine als auch für die sexuelle Gesundheit. Die Vermittlung in ein geeignetes Programm kann deshalb entscheidend zur Lebensqualität nach der Behandlung beitragen.
Quellen
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