Senkt Aspirin das Brustkrebsrisiko? Welcher Mechanismus ist daran beteiligt?

Die Ergebnisse einer kürzlich von einem zuverlässigen Krebsforschungszentrum veröffentlichten Studie zeigten, dass Aspirins brustkrebsrisikosenkende Wirkung entgegen der Annahme nicht über das weibliche Geschlechtshormon Östrogen vermittelt wird. Dieses Ergebnis könnte allerdings von den in der Untersuchung verwendeten Aspirindosen abhängen.
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Jährlich wird bei etwa 227.000 Frauen Brustkrebs diagnostiziert, und etwa 40.000 Frauen sterben daran. Dadurch wird Prävention zur vorrangigen Aufgabe. Um eine Erkrankung verhindern und/oder behandeln zu können, müssen jedoch ihre Mechanismen und diejenigen der vorbeugenden beziehungsweise behandelnden Faktoren bekannt sein. Denn die Aufklärung eines Mechanismus eröffnet den Weg zu vielen neuen Lösungen, die genau dort ansetzen.
Hohe Östrogenspiegel spielen bekanntermaßen bei der Brustkrebsentwicklung eine Rolle. Deshalb wurde zur Risikosenkung die Verringerung des Östrogenspiegels angestrebt; insbesondere regelmäßiger Sport erwies sich dabei als wirksam. Viele Studien stellten außerdem bei Frauen nach der Menopause ein vermindertes Brustkrebsrisiko durch Aspirin fest. Auch hierfür vermutete man einen Einfluss auf den Östrogenspiegel. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte jedoch keine Wirkung von Aspirin auf Östrogen oder östrogentransportierende Proteine.
Gesunde Frauen nach der Menopause im Alter von 50-75 Jahren, insgesamt 144 Personen, wurden in 2 Gruppen eingeteilt. Eine erhielt über 6 Monate täglich 325 mg Aspirin. Die Untersuchung der Östrogenspiegel zeigte keine Wirkung. Daraus ergeben sich 2 Möglichkeiten: Entweder ist die Wirkung von Aspirin auf Östrogen dosisabhängig und blieb deshalb bei dieser Dosierung aus, oder seine brustkrebsrisikosenkende Wirkung beruht auf einem anderen Mechanismus.
Zusammenfassend senkt Aspirin laut vielen zuverlässigen Studien das Risiko für Brustkrebs und bestimmte andere Krebsarten. Über welchen Mechanismus dies geschieht, ist jedoch trotz des derzeitigen Schwerpunkts auf Östrogen nicht eindeutig geklärt. Die fehlende Östrogenwirkung in dieser Studie deutet auf Dosisabhängigkeit oder einen anderen Mechanismus hin. Beide Möglichkeiten sind für neue Methoden der Brustkrebsprävention äußerst wichtig. Zur Klärung sind weitere Studien mit unterschiedlichen Dosierungen erforderlich. Eines steht derzeit aber fest: Aspirin hilft, bestimmten Krebsarten vorzubeugen, und wenn wir es dafür verwenden möchten, müssen wir dies unbedingt mit unserem Arzt besprechen.
Quellen
War dieser Artikel hilfreich?
Ihre Rückmeldung hilft uns, unsere Inhalte zu verbessern.





Leserkommentare
Kommentar verfassen
Ihr Name und Ihr Kommentar werden erst nach Freigabe durch die Administration veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird Besuchern niemals angezeigt.
Schreiben Sie den ersten Kommentar.